Hallo zusammen,
ich habe inzwischen eine sehr stimmige Laborierung für meine 1895 SBL gefunden und lade aktuell mit 300 gr CamPro TC-Geschossen mit Crimprille. Als Hülsen verwende ich S&B.
Bisher habe ich den Crimp über die Setzmatrize realisiert, allerdings bewusst als separaten Arbeitsschritt. Zum Einsatz kommt ein Hornady-Matrizensatz. Über KW-Patronen (.357) bin ich nun erstmals intensiver mit dem Thema Factory Crimp in Berührung gekommen.
Ganz rund ist mir der Vorteil – zumindest auf Anhieb – noch nicht klar. Bei Revolverpatronen wird die fertige Patrone ja offenbar nochmals durch einen Hartmetall-Kalibrierring gezogen, was bei .45-70 so wohl nicht der Fall ist. Zudem scheint das Funktionsprinzip ein anderes zu sein: Während bei .357 dieser Ring-Einsatz genutzt wird, arbeiten die LW-Matrizen mit dem bekannten Inlay mit vier Backen.
Eine eher unschöne Erfahrung mit der Crimpfunktion meiner Setzmatrize hatte ich allerdings auch: Auf einer anderen Presse (die zugegeben nicht zu 100 % sauber befestigt war) saß das Geschoss nach dem Crimpen rund 0,2 mm tiefer. Zusätzlich zeigte sich unterhalb des Crimps eine deutliche Wulst, die bei mindestens zwei Patronen eine zuverlässige Zuführung verhindert hat.
Heute habe ich dagegen 20 Patronen auf der Präzipress gesetzt und gecrimpt – dort völlig unauffällig und ohne jede Auffälligkeit.
Daher meine Frage ganz konkret und kaliberspezifisch:
Bringt ein Factory Crimp bei .45-70 in meinem Setup tatsächlich einen Mehrwert oder handfeste Vorteile? Oder ist das eher akademischer Natur, solange die Setzmatrize sauber eingestellt ist?
Kurz gesagt: Reicht die Crimpfunktion der Setzmatrize aus – oder würdet ihr zur Factory-Crimp-Matrize raten?
Ich freue mich über Meinungen und Erfahrungen. Danke! ![]()
Edit: Ich hänge hier noch ein Beispielfoto meines bisherigen Crimps an. Ich tue mich immer schwer ihn einzustellen, die Makrofunktion des Telefons hilft.
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