Schlüsselloch "Einschläge" auf der Scheibe

  • Hallo zusammen,

    ich heiße Frank, das ist mein erster Beitrag nach meiner Vorstellung hier im Forum.

    Ich habe mich an meine ersten 9‑mm‑Patronen gemacht und diese gestern auf dem Schießstand getestet. Das Trefferbild zeigte insgesamt eine recht große Streuung, was sicher zum Großteil an mir gelegen haben dürfte. Auffällig war jedoch, dass von den 20 Schuss etwa fünf deutlich verteilt in den Ecken der Scheibe (1er‑Bereich) lagen und dabei eine klare Schlüssellochform zeigten.

    Aber von vorne.

    Ein Vereinskollege (ebenfalls hier im Forum aktiv – Grüße gehen raus 😉) schießt in seiner Waffe die 135 gn SWC von MS‑Bleigeschosse sehr erfolgreich. Er hat seine Munition in meiner TM28 mal getestet, und das Trefferbild war dabei sehr gut. Geladen waren diese Patronen mit N330 bei einer OAL von 27,7 mm.
    Daher der Gedanke, ebenfalls dieses Geschoss zu verwenden.

    Ich hatte allerdings bereits Vectan BA‑9 gekauft.

    Meine Randbedingungen:

    • Pulver: Vectan BA‑9
    • Geschoss: 135 gn SWC von MS‑Blei
    • Hülse: STV
    • Zündhütchen: Ginex SP
    • Tool zur Ladedatenermittlung: GRT

    Vorgehen:

    1. Entzündern und Kalibrieren mit der Lee APP und RCBS Hartmetallmatrize, Hülsen zuvor leicht mit Lanolin‑Wasser‑Gemisch gefettet
    2. Hülsen im LEM gereinigt
    3. Weiten, Setzen und Crimpen auf der RCBS Rock Chucker Supreme, Setzen und Crimpen getrennt, Tapercrimp ca. ¼ Umdrehung

    Geladene Patrone:

    • 4,2 gn BA‑9
    • OAL 27,6 mm
    • Mit Garmin XERO C1 bei 5 Schuss ~ 300m/s gemessen

    Meine Vermutung zur Ursache des schlechten Trefferbilds:

    Ich kalibriere die Geschosse mit der Lee APP und dem .356er Sizer‑Kit. Nach den gestrigen Ergebnissen habe ich heute einige Geschosse nachgemessen – und sie haben nur 9,00 mm Durchmesser.
    Original haben sie 9,06 mm.

    Jetzt stellt sich mir die Frage, warum das so ist.
    Ich habe die Geschosse ungefettet durch den Sizer gedrückt, was sehr leicht und ohne nennenswerten Kraftaufwand ging. Ich vermute das hier mein Fehler liegt.

    Zum Vergleich:
    Ich habe auch kupferummantelte Geschosse, die ich testweise (ebenfalls ungefettet) durch dieselbe Matrize geschoben habe – diese kommen mit 9,03 mm heraus.

    Zusätzlich habe ich ein Bleigeschoss durch den Lauf meiner Pistole gedrückt. Die Messungen ergaben 9,02 mm und 8,82 mm. Gemessen wurde mit einem neuen Mitutoyo 150 mm Messschieber.

    Mir ist bewusst, dass ein Messschieber Toleranzen hat und dass weiches Blei beim Messen nachgeben kann. Eine Messabweichung von 0,02–0,03 mm halte ich jedoch für eher unwahrscheinlich.

    Daher vermute ich, dass ich die Bleigeschosse durch das Weglassen von Schmiermitteln unterkalibriert habe.

    Mein nächster Schritt wäre, die gleiche Ladung noch einmal zu fertigen – diesmal mit unkalibrierten Geschossen – um zu prüfen, ob weiterhin Taumler auftreten oder die Einschüsse sauber rund sind.

    Was meint ihr?
    Übersehe ich eine andere mögliche Fehlerquelle?

    Einmal editiert, zuletzt von Feank (4. Februar 2026 um 12:05)

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  • Foto der Scheibe wäre schön.
    Warum kalibrierst Du die gekauften Geschosse? Ist nur bei selbstgegossenen nötig.

    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.

  • Hallo,

    Ok, ich hab mir das mit dem Kalibrieren bei Vereinskollegen abgeschaut :ja: viele kalibrieren ihre gekauften Geschosse. Und als unerfahrener tut ma neben was die "Alten" tun. Zum Thema Pulver, ich bin bei der Setztiefe von 27,6 mm laut GRT bei 100% Ladevolumen. Hatte vergessen zu schreiben, es wurden auch 5 Patronen mit dem Garmin Xero C1 gemessen und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 300m/s ermittelt. Ich schieße im DSB und das ist mehr als ausreichend für MIP.

    Foto von der Scheib habe ich leider keines gemacht

    Grüße

    Frank

  • Solche Probleme hatte ich mit meinen Selbstgegossenen auch mal.

    Das liegt wohl oft an einer Kombination aus zu dünnen/zu weichen Geschossen und steilem Drall (10") bei 9mm.

    Die 135er MS dürften ziemlich weich sein, weil gepresst und dazu auch nur .356 im Durchmesser. Wenn allerdings die

    vom Kollegen bei Dir funktionieren, würde ich eher auf eine zu starke statt zu schwache Ladung tippen. Ich lade

    meine 133SWC mit 4,0 Unique bei ca. 300m/s. Mit mehr Pulver oder gleicher v0 mit schnellerem Pulver landen die teilweise

    auch quer auf der Scheibe. Die haben ca. 13HBN und .358". Mit .356 und 10HBN war da fast nichts zu machen. Da waren einige

    nicht mal auf der Scheibe.

  • Feank

    Egal ob gefettet oder beschichtet.
    MS liefert immer fertig kalibrierte, verladbare Geschosse.
    Probier es einfach ohne Bearbeitung.

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    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.

  • Zumal 300m/s für eine 9mm Para schon recht langsam ist.

    Na ja, wenn man bedenkt, dass die normalerweise eben einen 10"-Drall hat, wäre da -von der Funktion abgesehen- noch

    wesentlich weniger möglich! Eine .38/.357er mit 18 3/8" schießt mit ähnlich langen Geschossen auch noch mit 220m/s ganz

    ordentlich. Es wird beim TE sicher eher daran liegen, dass die zu dünnen/weichen "Bohnen" wegen der kurzen Dralllänge an den

    Feldern abscheren und daher nur unzureichend stabilisiert werden

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