Probleme mit Redding Type S Body Matritze, schwankende Werte

  • Hallo zusammen,

    Ich stehe noch ganz am Anfang vom Wiederladen und habe momentan mit furchtbar ungenauen Patronen zu kämpfen, steh hier wirklich auf dem Schlauch und hoffe, dass mal jemand drüber lesen kann

    TLDR: Schwankungen im Schulter kalibrieren vermasseln mir mutmaßlich die Präzision

    Ich nutze eine rcbs rockchucker 2 mit Redding Shellholder #1 für .308 sowie eine Redding Type S Bushing Matritze (body, neck und seating). Ich nutze das .333 bushing mit carbide expander in der Hals Matritze. Die Hülsen sind alte Geco Patronen aus dem Laden welche ich einmal abgefeuert habe und nun zum wiederladen verwenden möchte.

    Hier kommt das erste Problem: ich habe einen Teil davon aus einer Remington 700 verschossen und dann ca ab der Hälfte auf eine Tikka T3 gewechselt. Natürlich sind alle Hülsen zusammen gemischt gelagert. Das war mir damals leider nicht bewusst.

    Ich habe testweise die Munition von einem Kumpel bekommen der auch eine T3 schiesst, die fliegen bei mir ebenso super und an dessen Ladedaten orientiere ich mich.

    Mein jetziger Ablauf war folgender:

    Mittels Messschieber habe ich die abgeschossenen Hülsen aus meiner Tikka nun mit dem Hornady headspace comparator, welchen ich dafür extra gekauft habe, gemessen. Der misst leider nur in mm ist dafür aber von Mitutoyo.

    Ergebnis: 41,29 - 41,33mm, meist jedoch 41,29mm, zweit häufigstes Ergebnis ist 41,30mm

    Evtl waren die eine Patrone 41,33 und eine 41,32mm einfach verkantet oder aber schmutzig. Ich hab sie leider danach kalibriert und sie stehen nun nicht mehr zum Messen zur Verfügung. Das werde ich demnächst gründlicher dokumentieren

    Mein Ziel war nun, dass ich den Körper kalibriere und die Schulter um 0,03mm mittels Body Matritze zurücksetze.

    Hierzu nun den Stempel hoch, die Matritze auf Kontakt geschraubt und ein bisschen wieder raus gedreht. Eine Patrone mit 41,30 Länge welche in meinem Tikka Lager durch Feuer geformt wurde so lange kalibriert bis sie zuverlässig mit 41,27 raus kommt. Danach den Konterring festgezogen und die nächste Hülse rein, die ist auf einmal 41,32 (länger geworden). Drück ich sie mehrfach durch kommt sie irgendwann bei 41,27 raus.

    Alles klar, komisch aber weiter geht’s. Die nächste Hülse misst nach dem einmaligen rausfahren plötzlich 41,25mm.

    Ich versteh es nicht, die Matritze sitzt doch bombenfest, wieso habe ich hier so enorme Schwankungen? Liegt es daran, dass die Matritze keinen Kontakt zum Hülsenhalter hat? Stelle ich die Matritze mittels cam over ein, lande ich bei 41,11mm was ja viel zu wenig wäre wenn mein Lager etwa 41,33 bzw 41,30 misst.

    Ich hab mal einen Schwung fertig geladen und war damit auf der 100m Bahn, ich streue damit bis auf Ring 7, zwei Schuss habe ich scheinbar nicht auf die Scheibe bekommen. Mit der Laborierung von meinem Kumpel habe ich aber bereits konstant 9-10, Tendenz 10 geschossen.

    Was mach ich hier falsch? Es ist momentan leider auch sehr schwierig einen Stand zu bekommen, ich kann also nicht mal ebenso raus fahren und testen, da vergeht schon wieder einiges an Zeit.

    Viele Grüße

  • Was steht denn zum Einstellen der Matrize in der Bedienungsanleitung?

    Und: sind die von Dir aus zwei verschiedenen Waffen abgeschlossenen Hülse alle aus einem Los/Fertigungs-Charge?

    Und eine Vorstellung wäre auch ganz nett...

    "Wer der Herde nachläuft folgt nur Ärschen...."

    "Give respect...Get respect! "

    Übrigens:

    wer meinen Ladedaten glaubt , ist selber schuld....
    Das größte Sicherheitstool sitzt zwischen Deinen Ohren, also benutze es!


  • Hi Mac,

    vorab: Ich glaube nicht, das die Streuung deines Patronenloses unmittelbar auf die nicht wunschgemäßen Hülsenlängen zurückzuführen ist.

    Das muss mit jeder 08/15 VL-Kalibrierung besser gehen.

    Ich habe bezüglich der gemessenen Vergleichslängen durchaus ähnliche Erfahrungen gemacht, allerdings mit VL-Matrizen.

    Das einzelne verschossene Hülsen aus einem Los beim Nachmessen der Vergleichslänge mal 2-3 Hundertstel länger ausfallen, ist auch nichts besonderes.

    Messfehler gibt es wie du angedeutet hast oben drauf.

    Ich habe auch schon durch schwungvolles herausrepetieren verformte Hülsenböden gesehen.

    Auch der Hülsenhalter kann den Kragen verformen, wenn es dumm läuft.

    Mehr oder weniger Fett kann auf die Länge wirken, ebenso schnelle oder langsame Bewegung der Presse am Totpunkt. Nicht viel, aber du willst ja an +-1/100mm heran.

    Eine Vergrößerung des Vergleichsmaß entsteht, wenn der Hülsenkörper vor der Schulter gestaucht wird und sich die Schulter tonnenartig nach vorn wölbt, bevor sie selbst Kontakt mit der Matrize bekommt. Da wirst du irgendwo 4/100mm vor deiner Wunscheinstellung gewesen sein.

    Es ist übrigens immer problematisch, bei einer Einstellung x-mal die selbe Hülse herzunehmen. Das führt bei der nächsten " frischen" Hülse zu andern Werten. Wenn ich sicher gehen will, nehme ich den Mittelwert aus 5 einmal durch die Presse gelaufenen Hülsen.

    Hilfreich beim Einstellen ist eine Skala an der Presse und ein Index an der Matrize. Dann hat man Gewissheit über die vorgenommene Zustellung beim Justieren der Höhe.

  • Zitat

    Ich hab mal einen Schwung fertig geladen und war damit auf der 100m Bahn, ich streue damit bis auf Ring 7, zwei Schuss habe ich scheinbar nicht auf die Scheibe bekommen. Mit der Laborierung von meinem Kumpel habe ich aber bereits konstant 9-10, Tendenz 10 geschossen.

    Sei dir gewiss....0,03mm Toleranz....egal wo...sind ganz sicher nicht der Grund für 7er auf der 100m Bahn.
    Mit jeder VK Matritze...gemischten Hülsen und ohne Heckmäck...bleibst auf 100m unter 5cm.
    (Sofern der sonstige Ladezyklus Geschoss uind Waffe passen)

    Grüße vom Bergwälder

    Load and make ready! :laden:

  • Das Problem mit den Unterschieden in der Schulterlänge habe ich gerade hier #10 beschrieben.

    Ich denke aber, du hast ein anderes Problem: Dein gewähltes Bushing von .333 Zoll erschein mir sehr groß, zumal du auch noch den Innenaufweiter benutzt, der vermutlich kaum Widerstand leistet. Mein Vorschlag wäre auf ein Bushing .332 oder .331 zu wechseln und den Innenaufweiter weglassen. Damit kannst du eine Vorspannung von 0.002-0.003" erzeugen und einen gleichmäßigeren Ausziehwiderstand erreichen.

    Wie weit setzt du welches Geschoss von den Zügen weg? Welches Pulver verwendest du?

    Hört nicht auf das, was ich sage, sondern auf das, was ich meine! Ich hab eh keine Ahnung!

  • Meine Starthilfe für dich:

    1. kauf dir ordentliche Hülsen wie Lapua

    2. Nach dem abfeuern setze ich eine gute Reingung voraus.

    3. Das Bushing 333 geht je nach Geschoss schon klar, hatte ich früher auch in Verwendung. musst du halt messen wenn Geschoss drauf ist welches Bushing benötigt wird.

    4. Zum fetten nehme ich nur noch Lanoline ( Hülsen einsprühen , 5 Minuten warten bis das Lösungsmittel verflogen ist) und dann kalibrieren. ich nutze einen Messschieber der 0.000 Inch messen kann. Meine zuletzt kalibrierten Hülsen hatten maximal Unterschied von 0,000/ 5 Inch also halbes tausendstel inch! Die Faustformel sagt ja Schulter drücken zwischen 0,001- 0,003 Inch. Je nach Patronenlager. Kann aber auch mal 0,005 inch betragen. Warum nehme ich das Lanoline : weil der Film um einiges gleichmässiger ist wie mit dem Fettkissen!! Habe ich auch dazu gelernt.

    Dann sollten die Hülsen vom Schulterabstand gleichmässig sein.

    natürlich kannst du diesen Vorgang aber auch nochmal mit den Geco Hülsen versuchen. Ich habe Geco noch nie verladen

  • ??? Mogli1977 Du hast keine Erfahrungen mit den Geco Hülsen, sagst aber, dass das 333 Bushing passt???

    Ich habe viele Erfahrungen mit Geco Hülsen und sage, das 333er Bushing ist zu groß. Wie verbleiben wir hier jetzt?

    Hört nicht auf das, was ich sage, sondern auf das, was ich meine! Ich hab eh keine Ahnung!

  • ??? Mogli1977 Du hast keine Erfahrungen mit den Geco Hülsen, sagst aber, dass das 333 Bushing passt???

    Ich habe viele Erfahrungen mit Geco Hülsen und sage, das 333er Bushing ist zu groß. Wie verbleiben wir hier jetzt?

    Das kann ich Dir sagen.. Du hast bezüglich des Bushing natürlich recht. Nichts leichter als das!! Mit Lapua und Peterson Hülsen hat es gepasst mit ordentlicher neck tension. ABER : ich schrieb ja auch, kauf dir ordentliche Hülsen wie z b. Lapua .. you now ??!

    Ich weiß nunmal nicht was für Trompetenmessing die bei Geco nehmen. Dann muss der Themenstarter mal messen wo er bei dem Geco Gelumpe raus kommt. Ich glaube aber im Vorweg auch nicht das das unterschiedliche Schultermaß an der unterirdischen Performance / Präzision schuld ist.

    wobei ich den ersten Punkt schon meist gar nicht mehr schreibe.. mit dem ordentlichen Material. Ich kann die Leute gar nicht mehr zählen die sich eine sensationelle hochpräzise Munition wünschen mit der sie Deutscher Meister und mehr werden wollen. Und dann lese ich von gemischten Losen bei den Hülsen, am besten noch gleich unterschiedliche Hersteller. Und Geschosse, welche ich als Briefbeschwerer nutzen würde.

    Ist NICHT auf dieses Thema gemünzt!!!

  • Hallo und vielen Dank für die ganzen Antworten bisher

    Antwort an Koba:
    Leider habe ich aus Kostengründen die Presse sowie Matritze gebraucht gekauft, da lag keine Anleitung bei. Ebenso sind die Patronen nicht alle aus einem Los, zeitlich aber zumindest sehr nah aufeinander gekauft. Dass es hier dennoch zu spürbaren Unterschieden kommt ist mir bewusst.


    Antwort an Westfale
    Rein optisch würde ich meinen, dass die Hülsen gleichmäßig und nicht zu viel gefettet sind (Fettkissen mit RCBS Lube). Das ist aber natürlich enorm schwierig zu beziffern und eher ein "Bauchgefühl"

    Dass die Body Matritze keinen Kontakt vorne zur Schulter hat und dann beim Körper kalibrieren quasi nach oben hin "verlängert" hatte ich mir auch schon gedacht aber ich habe ja schließlich schon bei einer vorherigen Matritze die Schulter mit selber Einstellung runtergedrückt. Daher habe ich diese Theorie schnell wieder verworfen. So logisch sie auch klingt..

    Ich werde hier beim Nächsten Mal genauer drauf achten. Ist die Verwendung der selben Hülse 2 Mal denn unbedenklich? Zum erstmaligen Einstellen muss ich mich ja schrittweise an meinen Zielwert tasten, ich würde bei lediglich einmaliger Nutzung ja doch eine ganz schöne Anzahl an Hülsen benötigen. Die Feinjustierung ist mit dem Konterring und Madenschraube leider nicht sehr präzise/komfortabel. Das mit dem Mittelwert ist sicher eine gute Idee


    Antwort an Achtzylinder:

    Wenn die Matritze am Hülsenhalter aufsitzt dann kalibrier ich leider viel zu viel von der Schulter weg. Ich habe Mit dieser Schulterlänge bisher keine fertigen Patronen geladen und kann nichts zur Präzision sagen, aufgrund der deutlich kleineren Schulterwerte ging ich jetzt aber nicht von besonders guter Führung im Lager aus



    Antwort an Bergwälder, JumboHH und Mogli
    Ein 331 Bushing ist ebenfalls zur Hand, fühlt sich aber extrem stramm an beim kalibrieren. Das 333 Bushing fühlt sich sehr viel geschmeidiger an, der Innenaufweiter arbeitet beim rausfahren auch merklich. Das Geschoss, 178gr ELD-X sitzt auch sehr fest und wackelt nicht. Ohne Innenaufweiter habe ich bei 333 noch nicht versucht ein Geschoss zu setzen, mit dem 331 und ohne Aufweiter habe ich mir aber schon Hülsen zerdrückt. Ich hatte ursprünglich sogar ein 334 Bushing überlegt zu kaufen, laut Messschieber kam ich auf 334 aber habe mich für das 333 entschieden um jagdlich einen sicheren Halt in jeder Situation zu haben. Messwert 8,53-8,55mm = .3366" Bushing

    Das Pulver ist ein VV N140 und das Geschoss setze ich bis zu einem ogive Wert von 54,20mm (L6 bei ~71,00mm)
    Diesen Wert habe ich aus der Laborierung meines Kumpels übernommen, wenn er sie in seiner Presse macht funktioniert das auch ausgesprochen Präzise aus meiner Waffe.

    Wie weit das von den Zügen weg ist kann ich leider nicht beantworten, da werde ich mich mal belesen. Das wurde bei uns im Kurs gar nicht thematisiert.

    Das mit dem spröden/harten Kupfer und zurückspringen erscheint mir schlüssig, tritt sowas denn schon nach einmaligem Wiederladen auf? Keiner meiner Bekannten glüht seine Hülsen, ich würde es auch nach Möglichkeit gern vermeiden. Wenn es nicht anders geht ist es natürlich eine andere Sache..

    Da ich bisher gefühlt jede Hülse zu weit kalibriere und für die Nutzung zur Jagd damit unbrauchbar mache ist eine Anschaffung teurer Lapua Hülsen vorerst vom Tisch. Da denke ich aber in Zukunft wenn alles passt gerne auch drüber nach. Ziel ist aber auch damit nicht die deutsche Meisterschaft ;)

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