Wildbretschonende Ladung für Reh und Überläufer gesucht

  • Hallo zusammen,

    ich habe letzte Woche meine Prüfung gemacht und warte jetzt nur noch auf den Schein, um mein erstes Pulver kaufen zu können.

    Mein meistgeschossenes Kaliber und zugleich das, für das ich als Erstes eine Ladung entwickeln möchte, ist die .30-06. Ich schieße sie aus einer Sauer 101 mit 52-cm-Lauf und Schalldämpfer.

    Bisher habe ich jagdlich vor allem die S&B 180 grs SPCE und die Barnes TTSX 168 grs verwendet. Da wir im Revier hauptsächlich Rehwild und nur relativ leichte Sauen, meist Frischlinge oder schwache Überläufer, haben, empfinde ich die .30-06 dafür oft als eher übermotorisiert, aber die Waffe liegt mir halt einfach gut.

    Die S&B hat bei Rehwild teilweise deutliche Wildbretentwertung verursacht. Die Barnes ist diesbezüglich etwas besser, verusrsacht aber unter 80m starke Hämatome und sehr viel Blutschwamm.

    Ich suche daher eine angepasste jagdliche Ladung, die auf Rehwild möglichst schonend wirkt, aber weiterhin sicher für leichtes bis mittelschweres Schwarzwild geeignet ist. Etwas weniger Rückstoß wäre ebenfalls schön, und wenn der Pulverabbrand bei 52 cm Lauflänge gut passt, umso besser.

    Zu welcher Ladung würdet ihr mir für diesen Einsatzzweck raten? Bleifrei ist kein muss.

    Viele Grüße

    Tim

  • Tim80 16. Mai 2026 um 15:07

    Hat den Titel des Themas von „Lauwarme Jagdladung für Reh und Überläufer gesucht“ zu „Wildbretschonende Ladung für Reh und Überläufer gesucht“ geändert.
  • Also du kannst dir halt raussuchen ob du gute Wirkung willst oder wenig entwertung.

    Ich hab schon wirklich viele Geschosse ausprobiert, TTSX sind top und günstig. Bei Knochentreffern und je nach haltepunkt sieht jedes Stück Reh/Sau dem entsprechend aus...

    Reichenberg Geschosse sind auch sehr gut.

    Ein wirklich relativ(!) Wildpretschonendes Geschoss ist das Peregrine VRG5.

    Hat halt einen BC wert eines fliegenden Rundstahls aber es explodiert nicht wie diverse spitzige Geschossformen.

    Ich glaube auch du solltest dir nochmal gedanken machen was halt ein Wunsch bleiben kann und was dir wichtig ist. Wenn du eine Ladung hast die nix kaputt macht, du aber jedes mal ne etwas längere Nachsuche hast is auch nix gewonnen.

    Ich hab mich mittlerweile drauf eingeschossen die maximale Wirkung zu generieren sodass auch bei nem schlechteren Schuss noch ausreichend Wirkung da ist.

    Kanns dir nur ans Herz legen auch drüber nachzudenken wie langsame Geschosse wirken wenn sie wenig Widerstand im Ziel finden!/

  • In 30-06 hast du ja massig Auswahl. Nutze ein möglichst hartes Geschoss (Nosler Accubond z.B.) dann hast du weniger Zerstörung jedoch lässt auch die Wirkung etwas nach da die Geschosse mehr Zielwiderstand brauchen. Im Sommer am Mais oder Raps kann das schon nervig sein wenn die Sau dann noch 50-80m geht und im Raps verschwindet. Da muss man dann wirklich voll aufs Blatt halten und Daumen drücken. Musst du für dich ausprobieren, ich habe selbiges mit der 8x57IS hinter mir und wechsle wieder auf ein etwas weicheres Geschoss Nosler Ballistic tip um einfach etwas mehr Wirkung bei schwachem Wild zu haben, da bei einem Treffer hinters Blatt längere Fluchten auftraten die im Sommer den Unterschied machen können...Nachts im Raps wird kein vernünftiger Mensch nachsuchen.

  • Bevor das wieder ausartet hier sollte man klarstellen.

    Der wildbretschonenste , waidmännische Schuss, ist der Schuss kurz hinter das Blatt auf die Rippen.

    Dafür nimmt man in Kauf, das die Stücke fast immer (95%) noch mehr oder weniger weit gehen.

    Für diesen Schuss eignen sich die weicheren (Explosiv);) Geschosse wie Ball Tip, H Mantel, Speed Tip, SST uvm. Zerleger halt. In diesem Falle sollte man versuchen eine Laborierung nahe der „min“ Ladungsempfehlung zu finden.

    Mit den Folgen muss man dann halt leben oder weitere Versuche anstellen, jedoch auch immer an das Wild denken, was schnell verenden soll.

    Der bessere, blitzschnell tötende aber evtl. nicht so wildbretschonende Schuss ist der Schuss auf das Blatt. Also der Blattschuss! Dafür sind härtere Geschosse sehr gut geeignet. Accu Bond, KS, bleifreie Deformatoren.

    Diese kann man dann durchaus auf Leistung trimmen, um beim Vorkommen von stärkerem Wild oder einer größeren Schussdistanz nicht ins Grübeln zu geraten.

    Die Frage ist halt, ob man mit dem Verlust von 200 Gramm Wildbret leben kann und das Blatt der Ausschussseite zu feinem Gulasch verarbeiten will. Dafür kommt man beim Abendansitz bestimmt bei Zeiten nach Hause, braucht fast nie ne Nachsuche zu machen oder zu organisieren und die Qualität des Wildbrets ist durch das schnelle Verenden und Versorgen ausgezeichnet.

    Also die Entscheidung trifft der Jäger eigenverantwortlich, Das was der eine erzählt muss nicht bei dem anderen auch funktionieren……….

  • Danke für eure Antworten!

    Ich denke, dass die Barnes-Fabrikpatrone einfach recht stramm geladen ist. Ich halte am Vorderlauf bis etwa zur Mitte des Wildkörpers hoch und dann zwei bis drei Fingerbreit zurück. Die letzten beiden Rehe, die ich so auch sauber getroffen habe, hatten auf dem ausschusseitigen Blatt so große Hämatome, dass dieses komplett entsorgt werden musste. Dazu kam Blutschwamm, der vom Trägeransatz bis fast an die Keule reichte.

    Ergänzend kommt hinzu, dass wir einen mitjagenden Metzger im Revier haben, der recht pingelig ist. Wenn dann ein Blatt wegen Hämatomen komplett verworfen werden muss und sich der Blutschwamm weit durch den Wildkörper zieht, ist das bei uns schlicht ein echtes Thema.

    Das Wild meiner Mitjäger, die ebenfalls TTSX oder SPCE schießen, allerdings in .308, sieht da meist deutlich besser aus. Daher kam mein Gedanke, eine etwas schwächere .30-06-Ladung zu entwickeln, die leistungsmäßig eher in Richtung .308 geht und dabei auch etwas weniger Rückstoß mitbringt.

    Dass es ausreichend Wirkung braucht, um Nachsuchen zu vermeiden, ist mir klar. Im Moment habe ich aber den Eindruck, mit meiner aktuellen Patrone deutlich über dem zu liegen, was für meine jagdliche Situation nötig ist.

  • beste Grüße an den Metzger:

    Wenn er erlegtes Wild haben will dass aussieht wie vom Bolzenschussgerät betäubt und dann gestochen soll er es doch einfach selbst schießen.

    Was soll das?

    Irgendwann wird verlangt nur noch auf den Träger zu schießen dass kein Fleisch kaputt is oder was?

  • Danke für eure Antworten!

    Ich denke, dass die Barnes-Fabrikpatrone einfach recht stramm geladen ist. Ich halte am Vorderlauf bis etwa zur Mitte des Wildkörpers hoch und dann zwei bis drei Fingerbreit zurück. Die letzten beiden Rehe, die ich so auch sauber getroffen habe, hatten auf dem ausschusseitigen Blatt so große Hämatome, dass dieses komplett entsorgt werden musste. Dazu kam Blutschwamm, der vom Trägeransatz bis fast an die Keule reichte.

    Ergänzend kommt hinzu, dass wir einen mitjagenden Metzger im Revier haben, der recht pingelig ist. Wenn dann ein Blatt wegen Hämatomen komplett verworfen werden muss und sich der Blutschwamm weit durch den Wildkörper zieht, ist das bei uns schlicht ein echtes Thema.

    Das Wild meiner Mitjäger, die ebenfalls TTSX oder SPCE schießen, allerdings in .308, sieht da meist deutlich besser aus. Daher kam mein Gedanke, eine etwas schwächere .30-06-Ladung zu entwickeln, die leistungsmäßig eher in Richtung .308 geht und dabei auch etwas weniger Rückstoß mitbringt.

    Dass es ausreichend Wirkung braucht, um Nachsuchen zu vermeiden, ist mir klar. Im Moment habe ich aber den Eindruck, mit meiner aktuellen Patrone deutlich über dem zu liegen, was für meine jagdliche Situation nötig ist.

    Nimm das Fox Bullet Classic Hunter 150 /165 grain und lade es auf ~ 800m/s
    Fliegt extrem präzise und verbindet kurze Fluchten mit geringer Wildbretentwertung.

    Grüße vom Bergwälder

    Load and make ready! :laden:

  • Der Blutschwamm und die Hämatome sind aber auch wirklich heftig. Da das hauptsächlich unter 80m passiert, vermute ich, dass es an der Geschwindigkeit liegt.
    Laut Packung soll die Fabrikladung der TTSX 168grs 884m/s bringen. Würde es nicht vielleicht schon helfen, auf z.b. 820m/s runter zugehen?

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