Legalisierung der Bogenjagd

  • Hallo in die Runde.

    Seit 10 Jahren habe ich nun den Jagdschein und hatte nie den Anlass verspürt, mich neben der Büchse mit anderen Jagdwaffen zu beschäftigen. Dann bin ich vor einigen Monaten mehr oder weniger durch Zufall mit der Bogenjagd in Kontakt gekommen. Und ich muss schon gestehen, dass für mich von den modernen Jagdbögen eine Faszination ausgeht. Mit ein und der selben Jagdwaffe in Frankreich einen Rehbock zu schießen und in Afrika einen Büffel erlegen zu können ist schon recht beeindruckend. Die Wirkung und Präzision in der natürlich sehr kurzen jagdlichen Distanz erscheint mir waidgerecht.


    Daher die Frage an euch. Wäre es nicht langsam an der Zeit, den Bogen als zusätzliche Jagdwaffe auch in Deutschland zu erlauben? So wie es auch andere europäische Nachbarn machen?

    Eure Meinung würde mich sehr interessieren. :wa:

  • Davon halte ich ziemlich wenig. Es ist schon schlimm genug, wenn gelegentlich Wild mit Langwaffen krank geschossen oder angeschweisst wird, das möchte ich nicht auch noch mit Pfeil und Bogen erleben.

    Alle Ladedaten ohne Gewähr, jeder lädt eigenverantwortlich!

  • Die negativen Folgen für die Bevölkerung wären weitaus größer, als der jagdliche Nutzen. Für die Alltagsarbeit eines Jägers unzureichend. Der Bogen nebst Armbrust ist eh schon im Visier diverser Waffenverbotstrottel.

  • Man braucht sich nur die Kommentare in von jedermann zugänglichen sozialen Medien anzuschauen die als Reaktion auf aus jagdlicher Sicht sachlich geposteten Beiträgen losgelassen werden um zu erkennen, das die Jagdverächter eindeutig - zumindest in der Anonymität des Mediums - äußerst zahlreich und immer in der Überzahl sind. Da geht's wirklich nicht gesittet, geschweige denn nett und höflich zu.

    Wenn jetzt noch einer um die Ecke biegt und vorschlägt die Bogenjagd zu legalisieren, bläst das der Jägerschaft noch mehr Sand ins Gesicht. Und es wird nicht lange dauern, dann ruft der Nächste zur Jagd mit Vorderladern auf, getreu dem Motto: Back to the roots! Ist meines Wissens nach in einigen wenigen Bundesländern ohnehin nicht ausdrücklich verboten. Jagd ist halt Ländersache.

    Kurzum, der Themenstarter hat nach Meinungen gefragt. Übrigens sehe ich den Beitrag eher unter der Rubrik Jägerstammtisch. Meine Meinung ist, das Bögen bei unsrer Jagd in D nichts, aber auch rein gar nichts mehr verloren haben.

    Mir ist klar das gewisse Pfeile abgeschossen von starken Bögen auf kurze Distanz durchaus Wirkung zeigen. Aber es gibt hierzulande nun mal eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestenergie, beispielsweise einer auf Rehwild zugelassenen Patrone von 1000 J, die das Geschoss auf 100 m noch haben muss, wie du als Jäger weißt. Bei Hochwild werden bei gleicher Entfernung doppelt soviel Joule gefordert. Nun kommen die Bogenschützen daher und sagen, "Ja, aber ...".

    Nee. Schmarrn. Bei den meisten Bogenschützen würden 50 m schon zur Herausforderung einen sicheren Treffer anzutragen. Von einem zweiten gezielten Schuss ganz zu schweigen. Dazu kommt, Jagd ist zwar Passion, aber es muss auch Strecke gemacht werden. Wieso sollte es sich der moderne Jäger selbst schwieriger machen als es ohnehin schon ist? Viele Jagdherren würden dir den Puls fühlen.

    Kurzum: Wenn jemand den Drang verspürt mit Bögen naturnah zu schießen, einverstanden. Dann gehe derjenige auf einen Jagdparcour. Da sind jede Menge Wildtiere nachgebildet. Am Hang, talwärts, im Dickicht. Auf unterschiedlichen Distanzen. Denen ist auch egal wenn du beim anpirschen Krach machst. Oder anflickst. Tob dich da aus,- nach Herzenslust. Kommen auch keine bedauernswerten Kreaturen zu Schaden.

    Die Zeiten der Jagd nach Methoden aus dem Sherwood Forrest, passend zur Romanfigur Robin Hoods sind lange vorbei. Einmal gut so. Im Sinne der Jagd, im Sinne des bejagten Wildes.

  • Hallo in die Runde.

    Seit 10 Jahren habe ich nun den Jagdschein und hatte nie den Anlass verspürt, mich neben der Büchse mit anderen Jagdwaffen zu beschäftigen. Dann bin ich vor einigen Monaten mehr oder weniger durch Zufall mit der Bogenjagd in Kontakt gekommen. Und ich muss schon gestehen, dass für mich von den modernen Jagdbögen eine Faszination ausgeht. Mit ein und der selben Jagdwaffe in Frankreich einen Rehbock zu schießen und in Afrika einen Büffel erlegen zu können ist schon recht beeindruckend. Die Wirkung und Präzision in der natürlich sehr kurzen jagdlichen Distanz erscheint mir waidgerecht.


    Daher die Frage an euch. Wäre es nicht langsam an der Zeit, den Bogen als zusätzliche Jagdwaffe auch in Deutschland zu erlauben? So wie es auch andere europäische Nachbarn machen?

    Eure Meinung würde mich sehr interessieren. :wa:

    War ja schon immer sinnvoll in der Evolutionsstufe zurück zu gehen...

    Liegt aber wohl aktuell im Trend:

    Man hat jetzt alles getan um den Individualverkehr möglichst gut zu machen und tut jetzt alles dafür das wieder rückgângig zu machen.

    Man hat alles dafür getan die Industrie groß zu machen und tut jetzt alles für die Deindustrialisierung.

    Ich finds keine gute Idee mit der Bogenjagd da es keine sinnvollen Argumente dafür gibt außer "nostalgie".

    Abgesehen davon können viele eh schon nicht gut mit ihrer Büchse schießen und gehen ssehr sehr wenig trainieren. Das soll dann beim Bogenschießen anders werden? haha das ich nicht lache

  • Gleich beim 3 Beitrag im WIEDERLADE- Forum solch ein Schmarrn! :rolleyes:

    Grüße vom Bergwälder

    Load and make ready! :laden:

  • Wer Wind sät, wird Sturm ernten - oder so ähnlich ging doch das Sprichwort. ^^ Ich habe um eure Meinungen gebeten und habe sie auch bekommen, danke dafür.

    Es wird aber sicherlich niemanden überraschen, dass ich anderer Auffassung bin. Dafür werde ich ein paar Punkte aufgreifen.

    Kein richtiger Jäger würde mit dem Bogen auf jagd gehen, wenn dieser nicht genauso sicher und tierschutzgerecht Wild erlegen könnte wie eine Büchse. Das erfordert auch mit den modernen Compoundbögen Training. Aber vergleichbar mit dem Falkner, gibt es eine verpflichtende zusätzliche Qualifikation (der Bogenjagdschein) die das sicherstellt. Es liegt nicht am Werkzeug, sondern an dem der es bedient. Daher ist das Argumen mit dem Tierschutz nicht korrekt.

    Zum Thema Effizienz. Hier kann ich nur darauf hinweisen, dass es nicht darum geht die Büchse zu ersetzen. Es geht darum sie zu ergänzen. Beispielsweise in Bereichen wo kein sicherer Schuss mit der Büchse möglich ist.

    Es geht auch nicht darum etwas aus der Steinzeit wieder beleben zu wollen. Es geht viel mehr darum Jägern eine sinnvolle weitere Jagdart zu ermöglichen.

    Und ob die Bogenjagd schlecht bei der nicht jagenden Bevölkerung ankommt wage ich stark zu bezweifeln. Leute die was gegen die jagd haben ist es egal wo mit du jagst. Wenn die jagd mit dem Bogen verantwortungsvoll ausgeübt wird, unterscheidet sie sich kaum von der mit der Büchse.

    Um meine Aussagen auch mit Tatsachen zu untermauern, erlaube ich mir die Seite des DBJV zu verlinken. Ich fand die Beiträge sehr lesenswert.

    https://www.dbjv.org/infos/

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