Erfahrungen mit verschiedenen Geschosszuführmatritzen gesucht

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  • Erfahrungen mit verschiedenen Geschosszuführmatritzen gesucht

    Hallo liebes Forum,

    seit kurzem besitze ich eine Hornady LNL AP und mache mir Gedanken zur Arbeitserleichterung. Da bei dieser Presse ja keinerlei Hülsenzufuhr dabei ist und diese auch erst selbst entwickelt und gebastelt werden muss bietet es sich ja an, stattdessen die Geschosszuführung zu automatisieren und die Hülsen einfach weiterhin manuel zuzuführen. Für die .45er habe ich mir bereits die Hornady-Matritze zugelegt und die scheint nach ersten Tests, bisher noch ohne Magazinrohr, auch ganz gut zu fubktionieren.
    Ich habe aber vor noch zwei weitere Kaliber zu laden nämlich .357 Magnum und 9mm Parabellum. Am liebsten würde ich das natürlich mit nur einer Matritze erledigen, will aber auch nicht mit einer vermeintlich günstigen Lösung baden gehen.
    Es gibt jetzt eigentlich 3 Möglichkeiten dies zu bewerkstelligen:

    1. 2 Hornady-Matritzen, 1x 9mm und 1x .357er
    2. RCBS Matritze für beides also 9mm und 357er (bis 158grain)
    3. Mr Bulletfeeder Matritze wohl auch ein Teil für beide Kaliber

    Daher meine Frage an euch:
    Hat jemand mit diesen Matritzen bereits Erfahrungen sammeln können, besonders was die Verwendbarkeit für 9mm und .357 betrifft?
    Liese sich evtl. auch mit einer der Hornadymatritzen beides zuführen?
    Bei RCBS habe ich schon gelesen, dass die nicht so sauber packen würde, so dass es zu "Geschossdurchfall" kommen kann. Weiters ist man auf Geschosse unter 160 grain limitiert.
    Von dem wenigen was ich jetzt finden konnte scheint mir die Anschaffung von 2 Hornadymatritzen derzeit die sicherste Lösung, da diese schon auf den Bildern einen sehr soliden Eindruck machen, was ja auch die vorhandene .45er Version bestätigt.

    Vielen Dank für euren Input
    Shortbreaker
  • Ich habe mittlerweile jeweils eine für .357, .45 und 9mm und alle funktionieren tadelos. Die .45er hängt manchmal, was aber sicher an den Ares-Geschossen liegt. Die .357er nutze ich mit LOS- (.358) und die 9er mit Frontier-Geschossen (.355). Die beiden letztgenannten laufen absolut fehlerfrei, nachdem sie einmal eingestellt waren. Ich nutze Alurohre (1m) aus dem Baumarkt als Magazine und im Gegensatz zu den Ares-Geschossen, hakelt da gar nichts.
    Das Einstellen kann ein bisschen dauern und es scheint wichtig zu sein, dass die Hülse weit genug aufgeweitet ist, aber wie da drin wss abbrechen kann, versteh ich nicht. Zumindest bei meinen sind die Innereien allesamt aus Metall.

    Gruß Shortbreaker
  • ....habe anfangs eine 9mm Hornady genutzt, bin aber inzwischen auf die MrBulletfeeder umgestiegen. Ist m.E. etwas einfacher einzustellen und unsensibler hinsichtlich verschiedener Geschossformen oder Abweichungen innerhalb eines Geschosstyps. Außerdem scheinen die Geschosse etwas schwungvoller/besser in die Hülse zu fallen, habe noch seltener "Umkipper".

    Ich nutze die Matrize sowohl für 9mm (124er) als auch 357 (158 und 180), bisher von LOS oder H&N.
    Angegebene Ladedaten sind immer ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!
  • Dann eine prinzipielle Frage da ich keine Erfahrung zu dem Thema habe - als ich meine presse (550er) anschaffte gab es keine Hülsenzuführung und erst recht keine Geschosszuführung. Für die 650er wäre das Geld dagewesen, allerdings die Deckenhöhe im damaligen Keller nicht.

    1.) Wann macht eine automatisierte Geschosszuführung Sinn
    2.) Macht sie wirklich Sinn wenn man keine automatisierte Hülsenzuführung hat
    3.) Wie steht es mit dem Zeitaufwand für das Einstellen zum störungsfreien Betrieb bei häufigerem Kaliber Wechsel bzw. Wechsel der Geschosstypen (Verlade z.B. für einen Kollegen HP Geschosse und verwende selbst die TC von H&N
    4.) muss der Hülsenmund stärker geweidet und damit die Hülse stärker "verschlissen" werden
    5.) Habe bedenken bei den H&N da sie teilweise aufgrund unterschiedlicher Dicken der Beschichtung teilweise recht unrund sind und ich sie von Hand manchmal nicht einmal "gestellt" bekomme
    6.) Wo liegen die Fehlerquellen für Störungen
    7.) Wenn man Umrüstzeiten und Zeiten für Störungsbehebung mit einbezieht - lohnt sich der Aufwand?

    Hoffe, das waren jetzt nicht zu viele Fragen.

    Als Rechtshänder sehe ich das in meinem Fall eh Kritisch da das Problem (Zeit) darin liegt, dass man beim Hülsen zuführen ständig die Hand vom Griff nehmen muss. Die Linke mit der ich die Geschosse setze - das bringt kaum an Zeitersparnis. Die Hülsenzuführung wäre hingegen eine echt Beschleunigung :winke:
    Sämtliche Daten sind ohne Gewähr. Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • Zacapa schrieb:



    So, ich versuche einmal zu antworten, auch wenn ich selbst erst seit kurzem (Januar) auf einer progressiven Presse lade. Davor habe ich alles ausschliesslich mit einer LEE-Classic-Turret geladen. Die 550er kenne ich nicht wirklich, ich nutze eine Hornady LNL AP.


    1.) Wann macht eine automatisierte Geschosszuführung Sinn


    Bei mir macht sie Sinn, da die Hülsenzuführung bei der Hornady sehr teuer ist. Für die Geschosszuführung braucht man lediglich die Matritzen und passende Rohre als Magazine.


    2.) Macht sie wirklich Sinn wenn man keine automatisierte Hülsenzuführung hat


    Aus meiner Sicht eigentlich hauptsächlich dann, da man sonst nicht ganz so flüssig arbeiten kann.


    3.) Wie steht es mit dem Zeitaufwand für das Einstellen zum störungsfreien Betrieb bei häufigerem Kaliber Wechsel bzw. Wechsel der Geschosstypen (Verlade z.B. für einen Kollegen HP Geschosse und verwende selbst die TC von H&N


    Sehr gute Frage, die ich nicht so wirklich beantworten kann. Wenn die Matritze richtig eingestellt ist, läuft es mit geeigneten Geschossen sehr gut. Bei lackierten von ARES, sind aber ab und an welche dabei, wo am Geschossboden einen Lacküberstand haben. Diese werden manchmal nicht zugeführt. Es hilft dann i.d.R. wenn man von oben auf die im Magazin begindlichen Geschosse drückt, während man den Hebel der Presse zieht und die Hülse in die Matritze geführt wird. Hierzu habe ich Sichtfenster in meine .45er Rohr-Magazine gebohrt (siehe meinen Beitrag hier im Forum dazu). Beim Umstellen von TC auf HP hatte ich mit den LOS-Geschossen noch nie Probleme. D.h. beide Typen laufen mit der gleichen Einstellung durch, es muss also nix geändert werden.
    Gleiches gilt für die 9mm mit 124grain RN und 147grain RN von Frontier.


    4.) muss der Hülsenmund stärker geweidet und damit die Hülse stärker "verschlissen" werden


    Er muss etwas weiter aufgeweitet werden, aber nicht so extrem stark. Ich glaube nicht, dass es dadurch zu extremen Verschleiss kommt.


    5.) Habe bedenken bei den H&N da sie teilweise aufgrund unterschiedlicher Dicken der Beschichtung teilweise recht unrund sind und ich sie von Hand manchmal nicht einmal "gestellt" bekomme


    Siehe oben bei meinen Ausführungen zu ARES


    6.) Wo liegen die Fehlerquellen für Störungen


    Wie gesagt bei unsauberen Geschossen, oder wenn die Matritze nicht richtig eingestellt ist. Einschraubtiefe oder der Abstand der beiden "Collets" zueinander passt nicht (ist in der Anleitung beschrieben)


    7.) Wenn man Umrüstzeiten und Zeiten für Störungsbehebung mit einbezieht - lohnt sich der Aufwand?


    Hab ich mich ehrlich gesagt auch schon gefragt. Da ich mich aber immer freue wenn ein Rädchen ins andere greift und eine mehr oder weniger ausgeklügelte Mechanik funktioniert, kann ich sagen: "Für mich schon!"

    Hoffe, das waren jetzt nicht zu viele Fragen.

    Als Rechtshänder sehe ich das in meinem Fall eh Kritisch da das Problem (Zeit) darin liegt, dass man beim Hülsen zuführen ständig die Hand vom Griff nehmen muss. Die Linke mit der ich die Geschosse setze - das bringt kaum an Zeitersparnis. Die Hülsenzuführung wäre hingegen eine echt Beschleunigung :winke:


    Das Problem kenne ich nicht. Auch ohne Zuführung bleibt bei mir die Rechte immer am Griff. Ich nehm dann mit links eine Hülse in die Hand und ein Geschoss zwischen Daumen und Zeigefinger.
    Hoffe das hilft dir weiter.
    Gruß
    Shortbreaker


  • Sinn oder Unsinn muss man denke ich selber abwägen, die Arbeitsabläufe und Ziele (Mengen/Zeit) sind ja durchaus unterschiedlich.

    Für mich empfinde ich es schlicht als angenehmeren Workflow, wenn ich nur mit der linken Hand die Hülse zuführe und die rechte am Hebel bleibt und ich eben nicht beides von Hand einsetzen muss (Hülse+Geschoss) bei der LNL. Ich habe den Setzer auf Station 3, das ist dort zudem eine etwas ungünstigere Position zum Geschoss von Hand setzen als bei der Dillon.

    Vollautomatisierte Abläufe brauche ich nicht. Da stört mich einmal wie bei dir die Bauhöhe und vor allen Dingen der Radau der elektrischen Zuführungen. Ich habe also schlicht die Bulletfeedermatrize und die dazugehörigen Magazine auf der LNL. 100 Zündis und 100 Geschosse einfüllen und drücke die dann durch. Dann werden die kurz sichtgeprüft und abgepackt. Dann nachfüllen, neue Runde. Da kann man gemütlich 4-5 Runden machen, ohne dass das in Arbeit ausartet.

    Fehlerquellen sind Geschossmängel (Deformationen), dann bleibt vielleicht mal ein Geschoss in der Matrize hängen oder kippt in der Hülse. Wie oben schon gesagt, m.E. bei der Bulletfeeder deutlich seltener ein Problem als bei der Hornady. Ja, aufweiten muss man etwas mehr, aber aus meiner Sicht nicht in dramatischem Maße bei KW-Hülsen.

    Zeitlich bringt so ein Ablauf kaum was, da kommt man um vollautomatische Zuführung nicht herum.
    Angegebene Ladedaten sind immer ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!
  • Hallo,
    also ich würde das NUR in Verbindung mit automatischer Zuführung machen.
    Wenn ich das Geschoss einzeln in das Rohr geben muß, kann ich es auch direkt auf die Hülse setzen.
    Da mir die 5 Stationen sowieso zu wenig sind, ist mein Favorit die Hülsenzuführung.
    Da relativ teuer eben eine DIY, das mit dem Trichter von Lee geht gar nicht schlecht.
    Da brauche ich nix elektrisches und muß trotzdem nicht jede Hülse einzeln einsetzen.


    @ Zapaca : Dei der LNL werden Geschoß und Hülse von links zugeführt.
    Da hat man die rechte Hand immer am Hebel, aber es ist sehr angenehm wenn man nur eins machen muß.

    Gruß
    MP
  • Naja, in meinem Fall ist die Geschosszuführung per Stangenmagazin einfach die günstigere Variante zur Hülsenzuführung. Die automatische Hülsenzuführung liegt bei etwa 400,-€, wohingegen man bei der Geschosszuführung lediglich ca. 40,-€ pro Kaliber zahlt. Klar braucht das Befüllen der Rohre aka Geschossmagazin ne gewisse Zeit, aber geht z.B. wesentlich schneller und relaxter als das Aufpicken der Zünder.
    Wie du schreibst ist es wohl nicht unbedingt schneller, macht aber meines Erachtens den Ladevorgang an sich wesentlich entspannter.

    Bei der Hülsenzuführung ist ja das größte Problem, dass es die eigentliche Zuführeinheit, also den mechanischen Teil, der die Hülsen in die Presse schiebt nicht einzeln und günstig zu beziehen gibt. Da muss man schon ein bisschen basteln, um das vernünftig hinzu bekommen. Im Vergleich dazu ist die Geschosszuführung halt sehr easy.
    Da bei den Geschosszuführmatritzen auch immer der PTX-Expander dabei ist, kommt sie nichtmal viel teurer, als wenn man den seperat kaufen müsste...