1. Projekt 7x64 (TTSX .284)

  • Hallo in die Runde,


    dies ist mein erster Beitrag und betrifft auch mein erstest WL-Projekt.


    Kurze Einführung:
    Zum Wiederladen bin ich wegen der ganzen Blei oder Bleifrei Geschichte gekommen. Dachte mir Bleifrei kannst mal testen aber dann gleich selber machne?? Wäre doch ein Versuch wert :)
    Somit 7x64 Wechsellauf gekauft, Gewinde und Schalldämpfer drauf und dann noch die eigene Munition.. das war mein Hirngespenst was in die Tat umgesetzt werden sollte.


    Lauf gekauft: Check
    Gewinde drauf: Check
    SD: Check
    Wiederladeschein: Check


    1x laden: Seit gestern Nacht: Check!!!




    So..:


    Habe mich gestern Nacht der Sache mal angenommen.


    Barnes TTSX 140 Grain .284
    Hülse Geco 7x64 Vollkalibriert auf 63,5mm getrimmt
    Zünder cci 200
    Pulver N140
    OAl=83mm


    Lauf: Sauer 202 WL 7x64 49cm mit Gewinde für SD (Ja ich weiß das ist kurz, ging nicht anders)


    Geladen habe ich wie folgt:


    6 x 46,5 grain
    6 x 46,8 grain
    6 x 47,0 grain


    mit diesen ladungen würde ich jetzt gerne auf den Stand und mal testen welche das beste Schussbild ergibt:


    Verschossen bisher aus diesem Lauf: Geco TM
    Lauf noch nicht gereinigt (Robla Solo Vorhanden!!)


    Wie soll ich vorgehen?
    Lauf reinigen?
    Erst mal ein paar kupfergeschosse verschießen bis der Lauf das Material kennt :)
    Gleich mit den Ladungen nach dem Putzen anfangen?
    Ohne Putzen die Ladungen verschießen?


    Ich wäre über jede Hilfe und jeden ratschlag dankbar!
    Auch was die Lademenge und die abstufung betrifft.


    Hoffe es passt hier rein und ich konnte mein Anliegen sauber schildern. Sollte etwas unklar sein oder Informationen fehlen, versuch ich diese schnellst
    möglich nachzureichen!!!


    Besten Dank schon mal im Voraus!!!



    Gruß!!!
    Basse202

    Mein Name ist Hase... :) deshalb keine Garantie... für nix.. ;) :ja::la:


    Sauer 202 7x64
    Sauer 202 8x57is
    Sauer 202 8x68s
    Brno ZKK-601 .223
    Heym SR30 .308
    Browning B725
    Beretta 690 Field3

  • Ich würde den Lauf erst mal reinigen.


    Dann 3-5 in den Sand schießen zum "einschmieren" und erst dann Schussbilder machen.


    Zu den Landungen kann ich ambulant nix sagen.

    Ich garantier für nix.

    Jeder ist sich selbst der Nächste.

  • vorgehensweise Jagd:
    Lauf gründlich reinigen- 3 Setzschüsse (wie bereits gesagt) um Lauf zu belegen und um einheitliche Bedingungen zu schaffen- deine Testreihe durchführen - die ermitttelte Ladung durch Setztiefen veränderungen weiter optimieren.


    vorgehensweise Sport
    Lauf gründlich reinigen - 3 Stzschüsse - Ermittlung des Sweet spot (20 Schuss) bei .308 Win mit Lauflänge 600 mm sind dies 4 x (i.d.Regel) davon nimmt man 1- 2 und optimiert diese in 0,2 grain Schritten- die ermittelte Labo durch Setztiefenveränderung weiter optimieren. Eine derartige Ladung gibt es nirgends zu kaufen und schießt wie Gift.


    :winke:

  • Klingt doch schon mal super!! Werde die jagdvariante nehmen ;)


    Dann Lade ich mal noch 5 Schuss die ich zum verfeuern nach dem putzen nehme kann.


    Muss ich beim Ladn von den Dingern evtl. noch auf was achten, dass ich evtl vergessen habe?


    Hab noch nen Crimp von lee, mit dem ich die Hülse leicht an das geschoss angelegt hab. nur ganz sanft. Bringt das überhauptwas ??


    Ihr seid ja super schnell beim Antworten!!
    TOP!!


    Danke!!

    Mein Name ist Hase... :) deshalb keine Garantie... für nix.. ;) :ja::la:


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  • Das Crimpen, besser Anlegen an das Geschoss bringt schon was. Es vereinheitlicht den Auszugswiederstand etwas und sorgt für gleichmäßigeren Druckaufbau.
    Das heißt nicht, dass es nicht auch ohne geht.
    Ich würde darauf achten wo der Hülsenmund in Relation zu den Rillen liegt.
    Im besten fallliegt der Hülsenmund nicht im Bereich der Entlastungsrillen.
    Tut er das doch um auf die optimale L6 zu kommen, dann kann man entweder die Hülse etwas trimmen oder nicht so stark crimpen.
    Das "KÖNNTE" den gegenteiligen Effekt haben, weil man das "ins Leere" crimpt.


    @hagrud
    Könntest Du das mit der Vorgehensweise Sport mal bitte erläutern?
    Hab da gerade keinen Durchblick. ;(
    20 Schuss bestehend aus 4 x 5 unterschiedliche Labo und davon 2 auswählen und die optimieren?
    Und was hat das mit der Lauflänge zu tun?
    Danke

    Ich garantier für nix.

    Jeder ist sich selbst der Nächste.

  • Einen neuen Lauf sollte man ggf. "einschießen"! Crimp ist nur was für Unterhebler u. ev. HA. ob es was bringt zeigt die Scheibe.

  • hej Kollege,
    Ich bin gerade mit dem gleichen Kaliber zu Gange. Ich bin jetzt gerade unterwegs. Doch ich meine mich zu erinnern, daß die Ladung eher zu viel Druck aufbaut.
    Zudem stellt sich die Frage, wie denn der Übergangskonus ist. Bei dem Gewehr meiner Tochter in diesem Kaliber ist der sehr weit vorne. Evtl bekommst Du mit dem Geschoss Freiflug. Geht vielleicht ein längeres?
    Lg
    H.

    Bis ich in Anschlag gehe, ist Schießen pure Wissenschaft.
    Liege ich hinter meinem Gewehr, ist Schießen reines Gefühl.

  • @hagrud
    Könntest Du das mit der Vorgehensweise Sport mal bitte erläutern?
    Hab da gerade keinen Durchblick.
    20 Schuss bestehend aus 4 x 5 unterschiedliche Labo und davon 2 auswählen und die optimieren?
    Und was hat das mit der Lauflänge zu tun?

    Jeder Lauf schwingt beim Abfeuern, idealerweise verläßt das Geschoß die Mündung (Abgang) wenn sich die Mündung im Oberen Totpunkt oder im Unteren Totpunkt befindet (Sweet spot) in dem Bereich werden die kleinsten Streukreise erreicht. Um diese zu ermitteln werden 20 Patronen gefertigt. Jeweils eine Patrone mit 80 % , 81%, 82%..... bis 100% (Ladung max.) ergibt 20 Patronen danach wird auf eine Scheibe, 20 Schußpflaster in waagrechter Linie aufgebracht. Und dann wird auf jedes Schußpflaster jeweils ein Schuss abgegeben angefangen mit der 80 % ladung bis zur 100 % Ladung (Achtung- dabei auf erhöhte Gasdruckanzeichen achten)Wenn man dann die Einschußlöcher mit einer Linie verbindet ergibt das eine Sinusförmige Kurve wo dann der obere bzw. untere Totpunkt ersichtlich wird. Es ist dabei zu beachten dass mit zunehmender Ladung die Linie immer flacher wird.(Nach zu lesen in "Präzisionsschießen" v. Albrecht)

  • Hallo Hrodgar,


    Freiflug kann schon sein. aber wäre nicht wirklich anders machbar gewesen.
    Überdruck??? =O=O


    Hab nach Bücher eig. luft bis 48 grain. Wie kommst du darauf?? Hast du es von der DEVA prüfen lasse oder hattest du es bei dir in QL eingegeben?


    Bin mal gespannt wie der Hülsenboden und die Zünder nach dem abfeuern aussehen.


    Werde natürlich mit der unteren Ladung beginnen!!!

    Mein Name ist Hase... :) deshalb keine Garantie... für nix.. ;) :ja::la:


    Sauer 202 7x64
    Sauer 202 8x57is
    Sauer 202 8x68s
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    Browning B725
    Beretta 690 Field3

  • Freiflug kann schon sein. aber wäre nicht wirklich anders machbar gewesen.

    Ja, das ist das Problem mit Jagdbüchsen, die für TUG und TIG eingerichtet sind: Der Konus ist weit vorne. Ein Schlankes Teil wie das Barnes macht da Freiflug... bäähh.

    Hab nach Bücher eig. luft bis 48 grain. Wie kommst du darauf?? Hast du es von der DEVA prüfen lasse oder hattest du es bei dir in QL eingegeben?


    Nach meinem VV Handbuch sollte bei 139gr garkein N140 mehr verladen werden sondern gleich N150 oder N160.
    Ich werde mit N160 weitermachen. Das N150 ist mir noch zu schnell. Aber das habe ich halt da.
    Mathematisch betrachtet (Lusches, verzeih... ich kann nicht anders...) zählt die Fläche unter der Druckkurve. Die macht die Pille schnell.
    Ein zu schnelles Pulver macht einen raschen Druckanstieg. Aber davon habe ich nichts, wenn der auch rasch wieder abfällt, weil ich von dem schnellen Pulver nicht soviel reinfüllen kann.
    Vom 160er darf ich mehr reintun. Das heißt natürlich: späterer Brennschluß = lauterer Knall & mehr Mündungsblitz. Aber eben auch mehr Geschwindigkeit.
    Und weil meine Tochter mit dem Gewehr auf die Jagd will, braucht es eben Energie = V²/2 * m.
    Das vergleicbabe 139er Hornady soll ja "nur" mit 874m/s dem Rohr enteilen. Das wären dann 3400J... ja, passt....könnte ich mit N150 machen.
    Aber N140??? hmpf...


    Nun ja. Ich gehe viel nach dem VV-Handbuch. Und ich bin eher Übervorsichtig. Vielleicht, wenn es mal jemand durchs QL schleust.
    Ja, so komme ich auf "zu viel Druck".


    LG
    Hr.

  • Kann keiner was bezgl. des von @Hrodgar angesprochenen Überdrucks sagen??

    habe m. Ql deine Ladung mal durchgerechnet bewegst dich damit in oberen Gasdruckbereich
    46,5 - 3800 bar - 820 m/s
    46.8 - 3860 bar - 824 m/s
    47 - 3900 bar - 827 m/s würde eher mit 44,5 beginnen oder anderes Pulver wie N540 od. N150

  • Hier das CIP-Blatt.
    Druckgrenze ist 4150. Da ist von den 3900 nicht mehr viel Platz für Fehler.
    Die Energie nach CIP soll 4270j betragen. Da brauchst Du 974m/s bei 9g Geschoß. Die bekommst Du nur mit einem lagsamen Pulver und einer großen Menge davon.
    @hagrud: Hast Du Druck über Weg-Diagramme?


    LG
    H.

  • Richtig erkannt - genau dass ist das Problem. Wenn die Leistung mit N140 nicht zufrieden stellend ist. Würde ich es mal mit N540 od. N150, Swiss Reload RS 52 probieren. Ein noch langsameres Pulver wie N160 u.ä. halte ich für weniger geeignet. Ich versuche mal ein Druck/Weg - Diagramm hoch zu laden.

  • Ich hab halt nur nen 49cm Lauf. Wenn ich ein langsameres Pulver nehme, dann verbrennt das meiste doch draußen...

    Na ja... das ist das, was ich meinte mit:


    späterer Brennschluß = lauterer Knall & mehr Mündungsblitz

    Sicher ist ein Mündungsfeuer, daß im Wald den Tag anbrechen lässt, auch nicht erstrebenswert.
    Aber zu wenig Energie bringt es auch nicht. Wahrscheinlich wird es einen Kompromiss geben müssen zwischen Energie und Mündungsfeuer.
    Unterm strich sieht es so aus:
    Energie = Kraft mal Weg.
    Kraft = Druck mal Querschnittsfläche (vom Geschoss)
    Also:
    Energie = Druck x Querschnittsfläche x Weg.


    Jetzt stell Dir vor, du nimmst Dir für jeden Millimeter Lauflänge den dort herrschenden Druck. Der Verändert sich ja während das Geschoß durch den Lauf eilt.
    Dann rechnest Du für jeden Millimeterabschnitt die Energie aus, die dazugekommen ist. Am Ende ist das die Fläche unter der Druckkurve mal der Geschoßquerschnittsfläche.
    Du kannst Dir sicher vorstellen, wenn der Druck niemals über 4150 bar gehen darf, daß Du die größte Energie dann bekommen würdest, wenn dieser Druck über den ganzen Weg anhalten würde. Aber dann wäre ein konstanter Verbrennungsvorgang bis zum Ende vorhanden, was heißt, das Pulver brennt noch weiter, wenn es schon aus dem Lauf ist. Das Mündungsfeuer wäre gewaltig. Aus diesem und anderen Gründen macht man das nicht. Solche Unsinnswerke wie ein .45-70-Revolver zeigen das schön:

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    Also wird es auf einen Kompromiss rauslaufen. Und der wird bedeuten, daß Du mehr Mündungsfeuer in Kauf nehmen musst, wenn Du mehr Energie haben möchtest. Und wie wir in den Rechnungen gesehen haben, spielt es keine Rolle, wie Schwer das Geschoß ist. Das kommt nur zum Tragen im Timing. Wenn es also darum geht, wie schnell der Weg durchlaufen wird.


    Nochwas zu Deiner Einrede "das meiste" verbrennt draußen:
    Wir überleben unseren Spaß nur, weil wir es mit einer Deflagration des Pulvers zu tun haben. Das bedeutet, daß das Pulverkorn an seiner Außenfläche brennt und sich die Flammenfront nach innen hin vorarbeitet.
    Daraus folgt, daß der größte Umsatz pro Zeit an jedem Pulverkorn dann stattfindet, wenn das Korn die größte Fläche hat. Also am Anfang. Zu diesem Zeitpunkt ist dummerweise auch das Geschoss am langsamsten. Daher auch das hohe Druckmaximum am Anfang.
    Von der anderen Seite her betrachtet bedeutet das aber, daß das meiste am Anfang verbrennt. Auch mit einem Mündungsfeuer wie ein Schiffsgeschütz ist das meiste tief im Rohr verbrannt.


    PS:
    Sorry, wenn ich Dir her etwas grundlagenmathematisch komme. Ich möchte es immer so beschreiben, daß es möglichst alle verstehen. Auch die, die mit einem "Druckintegral über dem Weg" nichts anfangen können. Es ist auch hier immer ein Kompromiß.

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  • Was wäre denn euer Vorschlag um an ca. 900m/s ranzukommen um die 3900bar bei einem 49cm lauf nicht zu überschreiten?


    sind 250 bar nicht zu wenig Toleranz nach oben??

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  • Ich habe mir einen neuen Chrono bestellt, daß ich endlich vernünftig messen kann.
    Dann werde ich die N160-Ladung testen. Wie gesagt. meine Tochter hat dasselbe Problem.
    Dann sehen wir weiter.
    Bis dahin kann ja vielleicht jemand die N160 - Ladeleiter ab 50 bis 60 grain brömmeln.


    LG
    H:

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  • Also ich bezweifle ganz stark, dass Du mit einem 49cm - Lauf realistisch an die 900 m/s kommst....
    Und zwar egal mit was für Pulver.


    Realistisch heisst:
    Selbst wenn....dann heisst das noch ganz lange nicht, dass die Barnes dann auch präzise fliegen...


    Das ist meiner Meinung nach die falsche Rangehensweise.
    Ich würde erst mal eine Ladung suchen die sauber fliegt.
    Und dann ggf. versuchen zu erhöhen...
    Da merkt man ganz schnell, dass die mögliche Geschwindingkeit durch abnehmende Präzision begrenzt wird.


    Bringt ja nix, wenn die Teile da mit nem Affenzahn rausfliegen und dann 10-15cm streuen auf 100m




    Siehe meinen anderen Thread.


    Mit dem 150grn Geschoss hab ich ne super präzise Ladung mit RS 60 hinbekommen. Mit 51grn.
    52,2grn wär die obere Grenze der Ladung gewesen.
    Aber über 51grn mit abnehmender Präzision. Und das bei nem Lauf mit 65cm...!
    Ich konnte es nicht messen, aber an Hand Ladetabelle und Lauflänge und Geschoss hab ich damit schätzungsweise ~850m/s.
    Bin auf der sicheren Seite, hab keine mit dem Dampfhammer plattgehauenen ZH, und vor allem sehr präzise.



    Aber klar... Versuchen kann man viel.

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • So... Komme gerade vom Stand. Hier meine Ergebnisse.


    Mein Name ist Hase... :) deshalb keine Garantie... für nix.. ;) :ja::la:


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