Intervall Laufreinigung Kupfergeschosse

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Wie es hinterher aussieht kann man sich auf www.gromm.net schon mal ansehen.

  • Moin,

    war bisher schön, das hier zu lesen. Meine Reinigungsintervalle werden die Sportschützen unter Euch sicher lachhaft finden - wenn keine große Schießstandsitzung dran war, reicht es mir einmal im Jahr.

    In meine Läufe wische ich nach einem Schuß immer Ballistol mit einer Nylonbrüste ein. Das löst auch schonmal ordentlich Metallabrieb (laut dem o.g. Bore Cleaner Test mit einem Siebentel der Lösekraft von Robla Solo Mil). Und auch meine Büchsen stehen mit dem Lauf nach unten im Schrank - dann läuft nix ins System, wo Ballistol schon mal Ärger durch Verharzen machen kann.

    Ich persönlich nutze zur "chemischen Reinigung" Ammoniaklösung 25% (Salmiakgeist aus der Apotheke) schon seit Jahren. Dazu setze ich mich mit meinen Gewehren nach draußen, und baue mir zuerst einen "Gewehrständer" auf an den ich meine Waffen mit der Mündung nach unten sicher zum Abstellen anlehnen kann. Die Mündung steht bei dieser Prozedur auf (möglichst) weißer Pappe / in einem Karton z.B. vom Aldi.
    In diesem Karton steht ein stabiles breites Glas (Marmeladenglas) mit der Lösung (2-3cm Füllstand genügen). Nach dem Entölen des Laufes benutze ich einen trocknen Putzstock mit einem entsprechenden Wollwischer, den ich in die Ammoniaklösung tunke, kurz abstreife und dann vom Patronenlager aus in den unten aufstehenden Lauf einführe. Nach mehrmaligem Wischen lehne ich die Waffe wieder an, "trockne" den Wollwischer mit nem Küchentuch kurz ab und baue mir eine Zigarette. Wenn die brennt (so nach ner Minute), kommt der nächste Durchgang mit dem Wollwischer. Der Putzstock steht während der Einwirkzeit im Marmeladenglas mit dem Wischer in der Lösung (vermeidet unnötige Kleckereien!). Auf der weißen Pappe bildet sich nun eine Pfütze aus blau gefärbter Lösung. Mündung kurz mit nem Küchentuch abwischen und auf eine saubere Stelle im Karton abstellen.

    Diese Prozedur wird solange wiederholt, bis nur noch "klare" Lösung auf der weißen Pappe zu finden ist. Zigaretten sind laut Aussage meiner Kumpels dabei nicht zwingend nötig. Wenn es schon recht hell wird, was da aus dem Lauf kommt, gehts kurz nach drinnen und ich fülle mir eine solche Laborflasche (500ml)


    Mit heißem Wasser. Damit wird nach dem letzten Durchgang der Lauf und die Verschlußhülse mehrfach ausgespült. Wichtig dabei ist, dass sich die Metallteile ordentlich erwärmen, dann wird es auch schnell wieder trocken. Auffangen kann man das Ganze mit nem Putzlappen oder (man läßt es -wie bei mir- auf den Rasen laufen).
    Anschließend alles mit entsprechenen Sachen gut trockenwischen mit (Ballistol) einölen und gut ists.
    Die Pappe lasse ich trockenen und entsorge sie im Altpapier.

    Vorteil bei meiner Methode ist der Wollwischer, der viel Lösung aufnimmt, eine große "Fläche" zum Wischen hat und vor allem nicht so stark spritzt wie eine Nylonbürste, wenn ich ihn aus der Mündung schiebe und wieder zurückziehe. Ein solcher Spritznebel kann einem schon dadurch Ärger machen, dass sich diese kleinen Tropfen weit an der Waffe verteilen und schonmal an Stellen landen, die man gar nicht für möglich hält. Wenn man nicht alle findet gibt es überraschend Rostflecken. Ich bilde mir auch ein, dass der Wollwischer eine gute "Durchmischung" des Ammoniakfilmes auf der inneren Oberfläche des Laufes besorgt und so immer "frische" Lösung an der Stelle ist, wo das Kupfer gelöst werden soll.

    Das Wasser zum Ausspülen hätte meinem Stufz damals sicher nen Herzkasper beschert, hat meinen Waffen aber in den nun schon zwei Jahrzehnten nicht geschadet.

    Putzstock und Wollwischer werden nach dem Einsatz mit heißem Wasser gereinigt und wieder gut getrocknet, die restliche (ganz leicht blaue) Lösung aus dem Marmeladenglas bleibt dort drin und wird mit dem Schraubdeckel verschlossen und bei mir im Freien (Holzschuppen) aufbewahrt. Sie kann beim nächsten mal, wenn nötig, mit frischer Lösung aufgefüllt werden. Der Deckel fängt allerdings bald zu rosten an und dann wird das Ganze (in ganz viel Wasser verdünnt) als Dünger auf den Rasen gekippt.

    Viel Spaß beim Putzen

    Christof
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