Alterung von Pulver

  • Pulver

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  • Alterung von Pulver

    Hallo zusammen,

    im Zuge meiner letzten Sendung zum Beschussamt hatte ich auch die 5 letzten Patronen aus meiner allerersten Serie hingeschickt (Kal. 45-70, 350 grn Hornady Interlock RN, 53 grn N130, nach Ladetabelle). Das Ladedatum war der 21.6.2016
    Ich hatte damals eine große Patronenbox (50 Patronen) gebaut und 45 davon verschossen. Die letzten 5 wollte ich messen lassen, was sich allerdings etwas verzögert hat. Das hab ich jetzt, nach über einem Jahr, nachgeholt.

    Ich war schockiert, um es milde auszudrücken. Der Maximaldruck war bei allen über 3000 bar (normal sind 2300 bar). Daß Pulver mit dem Alter schärfer wird, haben wir ja beim Lehrgang gelernt, aber so viel??? Ich hab die Pulverdose aufgehoben (wie alle meine Dosen, man weiß ja nie wozu man sie noch braucht...), und das Abfülldatum war Januar 2016. Heißt das, das Pulver hat nur ein MHD von ca. 12 Monaten?

    Gruß
    Tom
  • Gib uns doch aml deine genaue Laborierung inkl. Hülsenvolumen Zündertyp usw. an.
    Evtl. ist da irgendwo ein Fehler drin.
    Denn nach einem Jahr kann und darf das Pulver nicht soweit altern. (es sei denn es wird unsachgemäß gelagert zB. zu heiss....)
    ... laborierst du noch oder schiesst du schon?
  • @Marlinman

    Hast Du deine Daten mal in QL eingegeben?

    Bei maximalem L6 kommt bei mir eine Ladedichte von 103,7% und ein Gasdruck im tief roten Bereich raus.

    Wenn Du die L6 unter max hast...

    Aber das ist QL und nicht das "wirkliche" Leben. Da Du so wie ich verstanden habe von dieser Charge damals als Du sie gemacht hattest nichts zum messen eingeschickt hast, ist ein direkter Vergleich leider nicht möglich :winke:
    Sämtliche Daten sind ohne Gewähr. Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • Sehr unwahrscheinlich das das am Alter liegt. Auch ich habe schon mit sehr altem Pulver geladen und habe beim Beschussamt nachgefragt ob das ein Problem ist. Die Aussage war das Pulver sehr sehr lange hält und mein Pulver ist noch nicht mal 20 ! Jahre am Markt also kein Problem. Nur zum Vergleich, ich habe auch schon Munition aus dem Algerienkrieg in meinem MAS verschossen. Und aus dem WK2 wird auch Muni verschossen.
    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich
  • Ich habe schon 6,5×55 mit über 25 Jahre altem Pulver aus meiner Tikka T3 verschossen, die flogen genau so präzise wie die mit ganz frischem Pulver.
    Also am Pulver wird es nicht liegen denke ich
    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich
    :wdl_rot :wdl_rot
  • dieselfalk schrieb:

    Gib uns doch aml deine genaue Laborierung inkl. Hülsenvolumen Zündertyp usw. an.
    Evtl. ist da irgendwo ein Fehler drin.
    Nein, da gibt es keine Fehler. Das waren die allerersten Patronen, die ich gebaut habe. Ich habe jede einzelne Hülse gemessen und jede Ladung abgewogen auf genau 53,0 grn.
    Es waren Remington-Hülsen, exakt nach Ladetabelle, und CCI200-Zünder (steht nur Large Rifle Primer drin). Zum Volumen kann ich nichts mehr sagen, da ich alle Remington-Hülsen schon verbraucht habe und Starline schieße

    Zacapa schrieb:

    Bei maximalem L6 kommt bei mir eine Ladedichte von 103,7% und ein Gasdruck im tief roten Bereich raus.
    Meine zweite Charge mit 54 grn und Speer-Geschoss (auch 350 grn) hatte ich dann zum Beschussamt geschickt. Der alte Murmel hatte mir damals auch mit dem "QL-Orakel" prophezeit, daß ich weit im roten Bereich liegen würde, obwohl diese Laborierung der Ladetabelle entspricht. Deswegen bin ich auf Nummer Sicher gegangen. Und siehe da: es waren 1800 bar. Nix Überladung, nix roter Bereich. Und deswegen kaufe ich mir QL auch nicht :we:
  • lopo schrieb:

    Also am Pulver wird es nicht liegen denke ich
    Ich kanns mir eigentlich auch nicht vorstellen...
    Ist es möglich, daß das Beschussamt falsch gemessen hat? Falscher Sensor oder so? Es ist nahezu unmöglich, daß der Fehler bei mir liegt, weil das meine ersten selbstgebauten Patronen waren und ich jede einzelne doppelt und dreifach nachgemessen/gewogen habe. Ich glaube, ich habe damals mehrere Stunden für die 50 Patronen gebraucht
  • Dann noch eine "irrwitzige" aber nicht unmögliche Situation - falsche Pulverflasche erwischt? Habe ich einmal gehabt. Eigentlich recht schwache ladung war dann doch etwas heftig und traf nicht. Mein Glück war - mein Magnum Revolver wurde nicht überlastet. Seither schau ich auch lieber zwei mal hin und schreib auch jedes mal die Daten raus und nix mehr aus dem "Kopf"

    Das mit dem Beschussamt - kannst Du nur direkt klären. :winke:
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  • Zacapa schrieb:

    Dann noch eine "irrwitzige" aber nicht unmögliche Situation - falsche Pulverflasche erwischt?
    In dem Fall schon unmöglich.. ;)
    Es war meine erste (und einzige) Pulverflasche; ich hatte damals nur die eine Patronenwaffe.
    Beim Beschussamt frage ich aber auch noch nach
  • Wenn das alles so ist und nichts vergessen wurde oder sonstige Fehler sind, wäre mein Tipp: Setztiefe. Zu tief gesetzt, was bei gut über 300grn ja schon mal passieren kann.

    Die Setztiefe der unterschiedlichen Geschosslängen macht mir immer den meisten Kopf... Pulvermenge ist das eine - aber das kann man abschätzen an Hand Vergleichswerte / Geschossgewicht aus der Ladetabelle... Aber Setztiefe bei Geschossen die nicht in der Ladetabelle sind....heisses Eisen. Meiner Meinung nach.

    Schwierig jetzt nachzuvollziehen wenns die Charge nicht mehr gibt. Du hättest nochmal 5 von den Teilen für Dich behalten sollen um jetzt nachschauen zu können.
    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.
  • Wenn ich nach dem "verflixten" QL gehe hätten wir bereits bei der L6max eine Ladedichte >100%

    Bei kürzerer L6 entsprechend höher. Ist natürlich je Hülsenfabrikad unterschiedlich - Ob das bei dem gewählten Pulver so gewollt ist - Was sagt die Literatur dazu?
    Sämtliche Daten sind ohne Gewähr. Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • reload10 schrieb:

    Wenn das alles so ist und nichts vergessen wurde oder sonstige Fehler sind, wäre mein Tipp: Setztiefe. Zu tief gesetzt, was bei gut über 300grn ja schon mal passieren kann.
    Das wäre möglich, die Hornadys #4502 haben eine ca. 1mm breite Crimprille. So wie ich mich kenne, habe ich die Crimprille auch verwendet, was bedeutet, es gibt ein theoretischen Spielraum von +-1mm. Aber sollte das - in dem Fall wohl minus 1mm - tatsächlich über 700 bar mehr ausmachen? ?( Zumal es keine Pressladung war

    Zacapa schrieb:

    Wenn ich nach dem "verflixten" QL gehe hätten wir bereits bei der L6max eine Ladedichte >100%
    Das Problem scheints bei QL öfters zu geben. Ich hatte mir von nem Bekannten meine 10mm-Patronen als Vorabkalkulation fürs Beschussamt machen lassen. Das Programm weigerte sich, 10 grn N105 in die Hülse zu packen... da gibts Unregelmäßigkeiten bei den Volumina und den Geschosslängen. Ein Hornady-Geschoss (ich glaube, es war das XTP) war in QL 0,8mm länger als in Wirklichkeit.
  • @Marlinman
    Das mit den abweichenden QL Daten habe ich auch schon bemerkt.
    Wenn ich die Komponenten Hülse und Geschoss da habe, dann messe ich immer genau nach und korrigiere evtl. falsche Werte.
    Hatte schon den Fall, dass QL von einem planen Boden ausging, in Wirklichkeit aber ein Hohlboden am Geschoss war.
    ... laborierst du noch oder schiesst du schon?
  • dieselfalk schrieb:

    @Marlinman
    Das mit den abweichenden QL Daten habe ich auch schon bemerkt.
    Wenn ich die Komponenten Hülse und Geschoss da habe, dann messe ich immer genau nach und korrigiere evtl. falsche Werte.
    Hatte schon den Fall, dass QL von einem planen Boden ausging, in Wirklichkeit aber ein Hohlboden am Geschoss war.
    So ist es.
    Ich finde 150€ dafür dann doch etwas übertrieben... :huh:
  • Als es noch kein QL gab hatten wir auch schon Munition gebaut die geflogen ist, deshalb brauch ichs heute auch nicht.
    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich
    :wdl_rot :wdl_rot
  • ...also ich hätte 150 dafür auch nicht ausgegeben... 8)
    Da es jetzt aber da ist, wird nach Herzenslust damit "rumexperimentiert".
    Ich betrachte es eher als intensive Vorbereitung, ehe ich dann mit dem Pulverfüller zur Tat schreite.
    ... laborierst du noch oder schiesst du schon?
  • @Marlinman
    QL Preis - jetzt schweife ich etwas vom Thema ab und wiederhole mich (leider) wieder einmal.

    Ich messe meine V0 (bzw. V3 oder V5 denn die V0 funktioniert mit unseren Messsystemen eher nicht) entsprechend und vergleiche sie mit den QL Daten. Nur so kann ich die realistischen Bedingungen zu meinen Waffen vergleichen. Wenn sich also z.B. ein Mittel Abweichung von z.B. -10m/s ergiebt zu den Werten von QL zu meiner Waffe zum Geschoss + Pulver..., verwende ich diese Werte die ich in meine Dateenbank eintrage.

    So kann ich abschätzen wie die QL Rechnung zu meiner Waffe passt. Wenn ich Munition für Kameraden mache muss ich auch Messungen durchführen. Bei meinem S&W habe ich unterschiede bis -15m/s zu anderen Revolvern der selben Serie. Das ermittle ich auch mit Fabrikmunition und so kann ich vergleichen wie eine Laborierung zu einer Waffe sein muss damit der MIP geschafft wird (wo erforderlich).

    Wenn ich mit bekannten Komponenten eine neue Laborierung entwickeln möchte, schau ich mir erst meine gemessenen Werte an, rechne dann mit QL nach und bekomme so einen Anhaltswert.

    Ebenso eine "Wiederholung" - wer ermittelt den Auszugswiederstand des Geschosses... Dieser in QL angenommene Wert kann sich signifikant verändern je nach Krimp... entsprechend kommen deutlich andere Werte bei QL heraus. Wer also einen Rollkrimp anwendet hat einen anderen Auszugswiederstand... wer den Wert nicht individuell ermittelt und mit dem Standardwert von QL arbeitet darf QL nicht die alleinige Schuld geben...

    Könnte das eine gemeinsame Basis sein wenn wir QL bewerten (von abweichenden Geschossmaßen mal abgesehen...)?

    Ich bin auch nicht immer "glücklich" mit QL - "richtig" angewandt ist das aus meiner Sicht gar nicht sooo schlecht. :thumbsup:

    Letztlich entscheidet jeder selbst. Wer keine V0 Messungen mit seinen individuellen Waffen durchführt, bei dem sind auch die Druckmessungen eigentlich auch sinnloss wenn es um das sportliche Schießen mit MIP Vorgabe geht. Bei Jägern mag das anders zu werten sein. Man sollte halt nie Äpfel mit Birnen vergleichen ( @Lusches hau mir einen zwischen die Augen falls ich mal wieder "verkackt" habe 8o ) :winke:
    Sämtliche Daten sind ohne Gewähr. Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • Zacapa schrieb:

    Könnte das eine gemeinsame Basis sein wenn wir QL bewerten (von abweichenden Geschossmaßen mal abgesehen...)?
    Ja, @Zacapa, durchaus. So benutzt kann QL durchaus sinnvoll sein. Ich schieße nur auf Scheiben und Stahltiere, da ist v0 und Mindestimpuls für mich von weniger Interesse. Für mich relevant ist der max. Gasdruck
  • Marlinman schrieb:

    Hallo zusammen,

    im Zuge meiner letzten Sendung zum Beschussamt hatte ich auch die 5 letzten Patronen aus meiner allerersten Serie hingeschickt (Kal. 45-70, 350 grn Hornady Interlock RN, 53 grn N130, nach Ladetabelle). Das Ladedatum war der 21.6.2016
    Ich hatte damals eine große Patronenbox (50 Patronen) gebaut und 45 davon verschossen. Die letzten 5 wollte ich messen lassen, was sich allerdings etwas verzögert hat. Das hab ich jetzt, nach über einem Jahr, nachgeholt.

    Ich war schockiert, um es milde auszudrücken. Der Maximaldruck war bei allen über 3000 bar (normal sind 2300 bar). Daß Pulver mit dem Alter schärfer wird, haben wir ja beim Lehrgang gelernt, aber so viel??? Ich hab die Pulverdose aufgehoben (wie alle meine Dosen, man weiß ja nie wozu man sie noch braucht...), und das Abfülldatum war Januar 2016. Heißt das, das Pulver hat nur ein MHD von ca. 12 Monaten?

    Gruß
    Tom
    Da kann ich mich nicht länger zurückhalten - 53 grain N130 - da sollte bei Jeden Wiederlader der sich so nennen darf, die Alarmglocken läuten. Das erzeugt eine MENGE DRUCK. Das so "geschmähte" QL gibt einen Gasdruck von 2981 Bar an und ist damit den vom Beschussamt ermittelten Wert von über 3000 bar ziemlich nahe. Du verläßt dich Blind auf "DEINE" Ladetabelle, (wo auch immer du die herbezogen hast - SIE gehört auf dem Müll)! Statt die Daten vom Beschussamt anzuzweifeln solltest du den Fehler bei DIR suchen. DU gehörst zu den Leuten von denen man KEINE Patronen geschenkt bekommen möchte - geschweige irgendwelche Ladetipps. Ein "Bombenbastler" - wir haben auch so einen "Spezialisten" in unseren Verein- der KEINE Ahnung hat von dem was er tut und macht. Der sich und und andere mit seiner Ahnungslosigkeit in Gefahr bringt. Mein TIP kauft Dir Richtige Bücher über das Thema und halte dich fern von Ladetabellen mit zweifelhafter Herkunft.