Angepinnt Waffe reinigen - Anfängerguide

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Ich werde mich bemühen die Unterbrechung so kurz wie möglich zu halten.Es werden alle Beiträge und andere Inhalte komplett übernommen.
Wie es hinterher aussieht kann man sich auf www.gromm.net schon mal ansehen.

  • Waffe reinigen - Anfängerguide

    Ergänzend zum Caliber FAQ für Einsteiger hier nun ein entsprechender Reinigungsguide für diese Zielgruppe. Ich beziehe mich hier vorerst auf das Balistol Brevier(1) und zitiere hier weitesgehend unter Einarbeitung weiterer Erkenntnisse, die stetig einfließen. Auch wenn ich selbst Balistol verwende, soll das hier eine objektive Darstellung ohne Werbung für das Produkt sein. Anmerkungen und Ergänzungen sind daher erwünscht. Um den Einsteiger nicht den Überblick zu nehmen, bitte aber keine Diskussionen anfangen.

    Begriffe

    • FELDER UND ZÜGE
      Damit ein Projektil beim Abfeuern den notwendigen Drall für eine stabile Fluggbagn bekommt, sind in das Innere eines gezogenen Laufes „spiralförmige“, eigentlich helixförmig Vertiefungen eingearbeitet. Diese werden als Felder und Züge bezeichnet. Züge sind die Nuten, Felder dementsprechend die zwischen den Zügen stehenden, erhabenen Bereiche. Der Innendurchmesser eines Laufes lässt sich als Zugmaß (Markierung B) bzw. Zugkaliber oder als Feldmaß (Markierung A) bzw. Feldkaliber angeben. Mit dem Zugmaß wird der Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Zügen bezeichnet. Das Feldmaß gibt den Abstand zwischen zwei gegenüberliegenden Feldern an. Das Zugmaß ist also stets größer als das Feldmaß. Der Durchmesser (Diameter) des Geschosses – das sich auch oft in der Kaliberangabe wiederfindet – entspricht meist dem Zugmaß. Beim Abfeuern der Waffe wird das Geschoss leicht durch den Lauf gequetscht und erhält dabei ein charakteristisches Kratzspurenmuster, wodurch es dem entsprechenden Lauf zugeordnet werden kann.

      Merksatz: Zug im FeldUm einer Verwechslung von Feld- und Zugmaß vorzubeugen, hilft der einfache Merksatz: „Der Zug fährt durch die Felder“. Die Vertiefung – durch die der Zug gefahren ist – sind dementsprechend die Züge.


    • FINGERPRINTS
      Der Handschweiß hat einen pH Wert zwischen 4,7 und 5,75 und ist leicht sauer. Fingerabdrücke können sich dadurch in metallische Oberflächen einätzen und sind als Fingerprints oder auch Fingerprint-Korrosion bekannt. Selbst der „rostfreie“ Edelstahl ist teilweise anfällig für diese Form der Einätzungen, wenn das Metall nicht entsprechend geschützt wird. Tatsächlich sind „rostfreie Edelstahle“ eher als „rostträge“ zu bezeichnen. Für die Neutralisierung kommen legiglich alkalische Waffenöle in Frage, die diesen Handschweiß chemisch neutralisieren. Neutralen Waffenölen, sind lediglich dazu in der Lage, diesen zu verdünnen.
    • GESCHOSSABSCHMIERUNG
      Damit die Projektile sich dem Lauf anpassen, den Drall aufnehmen und den Lauf nicht beschädigen, werden diese aus weichen Metallen wie Weicheisen, Bronze (weicher als Messing), Messing, Kupfer, Zink oder Blei gefertigt bzw. haben eine entsprechende Ummantelung. Beim Abfeuern einer Waffe hinterlassen diese Metallabschmierungen im Lauf.
    • GLATTSCHIESSEN UND EINSCHIESSEN
      Sowohl das Glattschießen, als auch das Einschießen sind sinnvolle erste Maßnahmen, werden aber oftmals vernachlässigt. Das sogenannte Glattschießen ist zwar nicht zwingend notwendig, jedoch profitiert man später durch die geringere Schmutzaufnahme -insb. bei Mantelgeschossen- bei der Laufreinigung davon. Hintergrund ist, dass die Oberfläche im Laufinneren durch die Art der Fertigung leicht rau ist. Dies ist bei industriell gefertigten Läufen ausgeprägter als z. B. bei hochwertigen Match Läufen. Bei anderer Munitionswahl, beispielsweise .22 LFB (reine gefettete Bleigeschosse), kann getrost darauf verzichtet werden. Um einen neuen Lauf glattzuschießen, wird dieser vor dem ersten Schuss chemisch gereinigt (ammoniakhaltige Reiniger, Kaltentfetter, etc) um Verunreinigungen aus Produktion und Amtbeschuss zu entfernen. Danach erfolgt der eigene Einzelbeschuss mit der wiederholten Reinigung. Dieses Prozedere, Schuss und anschliessende Reinigung, wird 5 mal wiederholt. Nun werden 2 Schüsse abgegeben und erneut wird chemisch gereinigt. Auch dieser Intervall wird 5 mal wiederholt. Im nächsten Schritt wird erst nach 5 Schüssen gereinigt, im Anschluss nach 10 Schüssen. Um ganz sicherzugehen, kann ein weiterer Durchgang mit 15 Schuss gemacht werden. Spätestens dann ist der neue Lauf optimal glattgeschossen und lässt sich zukünftig einfacher reinigen. Ob im Nachgang an eine (chemische) Reinigung ein Einschießen der Waffe bzw. ein Kontrollschuss notwendig ist, hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab. Vor wichtigen Wettkampfen und bei Änderungen an der Zieleinrichtung sind diese aber dringend empfohlen. Das Einschießen dient also der Abstimmung von Zieleinrichtung und tatsächlicher Flugbahn.
    • „KAPUTTPUTZEN“ – EIN MYTHOS
      Die regelmäßige Reinigung und Pflege einer gut funktionierenden Waffe ist unerlässlich und kann – solange sie fachgerecht ausgeführt wird – die Waffe nicht beschädigen. Zu den häufigsten Fehlern zählt etwa, dass eine Draht- oder Stahl- bürste benutzt und aufgrund der hohen Härte der Borsten die Felder und Züge beschädigt wurden. Deshalb sollten nur weiche Bürsten aus Messing oder Bronze eingesetzt werden, die exakt zu dem entsprechenden Kaliber passen. Diese dürfen nur in Richtung vom Patronenlager zur Mündung verwendet werden. Bei Revolvern oder geschlossenen Systemen muss von der Mündung zum Patronenlager gereinigt werden. Daher gilt hier besondere Vorsicht bei der Putzstockführung (empfohlen sind zur Führung "falsche Schlösser"), um die Mündung nicht zu beschädigen. Auch Werg, Patches aus Baumwolle bzw. Mikrofaser oder optimalerweise Filzreiniger und Intensivreinigerfilz mit feiner Messingfaser sind bestens für die Reinigung geeignet. Zu beachten ist, dass die Bürsten oder Reiniger komplett durchgezogen, danach entfernt werden und die Reinigung dann von der gleichen Seite aus wiederholt wird. Wird dies nicht beachtet, wird der Schmutz nur verteilt statt ihn zu entfernen und sammelt sich schlimmstenfalls im Waffensystem vor dem Rohr. Oft empfiehlt es sich, mehrere Reinigungsfilze zusammenzudrehen. Die Kontaktfläche der Filze wird so vergrößert. Eine andere Fehlerquelle, die den Lauf dauerhaft beschädigen kann, sind billige Putzstöcke aus blankem Stahl oder mit defekter Kunststoffummantelung. Hier kann das harte, blanke Metall natürlich den Lauf schädigen – vor allem den für die Treffsicherheit besonders wichtigen Mündungsbereich und das Patronenlager. Ebenso ist darauf zu achten, dass der Griff des Putzstocks kugel- bzw. gleitgelagert ist und sich bei der Reinigung mit den Feldern und Zügen mitdrehen kann. Ansonsten kratzt er über die Felder hinweg und schädigt dabei deren Kanten. Kunststoffbürsten zum Verteilen des Reinigungsmittels/Öls sind nach umgehender Reinigung der Waffennutzung oft ausreichend, um den meisten Schmauch zu lösen. Zum leichten Einölen sind Filzbürsten ausreichend, und spart durch die langlebige Nutzung Filzpropfen/Wargs und Müll ein.
    • KORROSION- UND ROST
      Unter Korrosion (von lat. corrodere, „zernagen“) versteht man die Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung, die zu einer messbaren Veränderung des Stoffs führt. Die bekannteste Form der Korrosion bei Metallen ist das Rosten, also die Oxidation von Eisen. Rost entsteht, wenn Eisen oder Stahl mit Sauerstoff in Gegenwart von Wasser oxidiert. Im Gegensatz zu der schützenden Oxidschicht vieler metallischer Werkstoffe wie Chrom, Aluminium oder Zink bildet Rost auf Eisen eine festsitzende, raue Schicht, die nicht vor weiterer Zersetzung schützt. Rost hat auf einer Waffe grundsätzlich nichts zu suchen. Als Lochfraßkorrosion, auch Pitting oder Lochfraß genannt, werden Korrosionsstellen bezeichnet, die oberflächig zwar klein und meist punktförmig erscheinen, sich in der Tiefe jedoch trogförmig ausweiten. Sprich: Die tatsächlichen Schäden der Korrosion sind wesentlich größer, als dies oberflächig zu erkennen ist. Daher bleibt Lochfraßkorrosion auch häufig lange unbemerkt.
    • LIDERUNG
      Der Begriff Liderung beschreibt das Verhalten einer Patronenhülse im Patronenlager, wenn die Waffe abgefeuert wird. Dann sorgt der Druck des verbrennenden Treibladungspulvers dafür, dass sich das Material der Patronenhülse an die Wandung des Patronenlagers schmiegt und somit als gasdichter Verschluss am hinteren Ende des Waffenlaufes fungiert. Voraussetzung für eine optimale Liderung ist jedoch, dass das Patronen- lager absolut frei von Öl und Fett ist.


    (1) - Ballistol - Waffenpflege Brevier

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    • ÖLSCHUSS/REINIGUNGSSCHUSS
      Als Ölschuss oder Reinigungsschuss wird der erste Schuss aus einem nicht entölten Waffenlauf bezeichnet. Bedingt durch den Ölfilm, den das Projektil bei seinem Weg durch den Lauf treibt, wird dabei die normale Treffpunktlage mehr oder minder beeinflusst. Wie sinnvoll oder schädlich ein solcher Reinigungsschuss ist, bleibt umstritten: Generell sollte der Waffenlauf vor dem Einsatz trocken durchgezogen werden, da ein hauchdünner Ölfilm trotzdem verleibt, und während des Ansitzens (Jäger) Flugrost ausreichend verhindert. Dies vermeidet auch, dass zu viele Ölreste im Lauf beim Reinigungsschuss zu Problemen führen – bis hin zu dauerhaften Laufbeschädigungen. Da sich jede Waffe anders verhält und die Notwendigkeit eines Ölschusses auch mit der individuellen Nutzung der Waffe zusammenhängt, lässt sich die Frage „Ölschuss ja oder nein?“ nicht allgemeingültig beantworten und ist im wesentlichent nur von Jägern zu erwägen, die eine abweichende Treffpunktlage reproduzierbar getestet haben, und im Jagdbetrieb gewzwungen sind, nach dem Reinigen ohne Probeschüsse die Waffe zu nutzen. Es ist jedoch unbedingt darauf zu achten, dass das Patronenlager trocken ist. Öl und Fett im Patronenlager können nicht nur die Treffpunktlage beeinflussen, sondern führen aufgrund mangelnder Liderung auch zu einer stark erhöhten Verschlussbelastung (siehe Liderung auch ein Thema der Waffensprengung). Eine eingeölte Waffe bedeutet grundsätzlich nicht, dass man einen Ölfilm sichtbar aufträgt, sondern eine sehr dünne, nicht sichtbare Schicht mit fühlbar reibungsarmere Oberfläche. Dies reicht zum Schutz des Materials aus.
    • POLYGONLAUF
      Der Querschnitt eines Polygonlaufes (abgeleitet von den altgriechischen Worten „polys“ = viel und „gonia“ = Winkel) entspricht einem abgerundeten Vieleck, das sich spiralförmig durch den gesamten Lauf zieht, um die Projektile in die notwendige Rotation zu versetzen. Im Vergleich zu gezogenen Läufen mit Feldern und Zügen bieten Polygonläufe zahlreiche Vorteile: Sie sind wesentlich gasdichter, sorgen für eine höhere Mündungsgeschwindigkeit, haben eine längere Lebenserwartung und sind wesentlich leichter zu reinigen. Zumeist sind sie infolge der geringeren Kerbwirkung auch sprengsicherer als gezogene Läufe, welche, bedingt durch ihre Bauform, quasi über eine „Sollbruchstelle“ im Zugprofil verfügen – beispielsweise englische Webley-Revolver. Jedoch übertragen Polygonläufe nur geringere Leistenkräfte (Drall) und sind daher vorrangig bei Handwaffen zu finden, aber auch bei großkalibrigen Rohrwaffen. Mit einem Polygonlauf verschossene Projektile weisen keine Einkerbung auf, sondern – je nach Ausführung des Laufes – eine Art abgerundetes Vieleck wie z. B. ein Sechskant-Profil. Anfangs wurden Polygonläufe nur für militärische Zwecke eingesetzt, mittlerweile sind sie aber auch bei hochwertigen Handfeuerwaffen (z. B. Heckler & Koch, Glock, SIG Sauer) sowie bei Jagdwaffen (z. B. Repetierer Heym SR 20) zu finden.
    • SCHMIERKERAMIK
      In der Familie der Keramikstoffe gibt es verschiedene Varianten. Auch wenn ein Großteil davon für deren abrasive (schleifende) Eigenschaften bekannt ist, gibt es eine kleine Untergruppe von ca. 20 Varianten, die im Gegensatz dazu schmierende Eigenschaften haben. Bei einer dieser Varianten sind die Keramik partikel in Form und Größe besonders passend, um die Metalloberfläche zu glätten, den Reibungswiderstand zu reduzieren und damit das Schmieröl in seiner Funktion hervorragend zu unterstützen. Zudem bietet diese Keramik-Variante weitere positive Eigenschaften wie beispielsweise eine große Hochtemperatur- und Druckbeständigkeit. Zusätzlicher Vorteil ist, dass Keramik keine Schmutzrückstände wie Kupfer oder Grafit hinterlässt. So ist Schmierkeramik ein Schmiermittel, das einen sehr breiten Temperatureinsatzbereich hat und zusätzlich sehr gute Notlaufeigenschaften bietet.
    • TEFLON
      Teflon wird zumeist mit der bekannten und durchaus positiven Eigenschaft assoziiert, dass es als Beschichtung für eine nicht haftende Oberfläche sorgt. Doch so gut sich der Gedanke einer Antihaftbeschichtung im Inneren des Laufes anhört, auf der sich keine Metallabschmierungen oder Verbrennungsrückstände mehr ablagern – bringt die Verwendung von Teflonhaltigen Mitteln für die Reinigung oder Pflege einer Waffe Gefahren. Im Bereich des Patronenlagers und im Lauf entwickeln sich bei der Zündung Stoßtemperaturen bis zu 3.000 °C. Bei diesen hohen Temperaturen zersetzt sich das in Teflon enthaltene fluorhaltige Polymer und es bilden sich geringe Spuren von Fluorwasserstoff – auch Flusssäure genannt – eine der aggressivsten chemischen Verbindungen, die es gibt. Flusssäure ist in Verbindung mit Feuchtigkeit äußerst reaktiv und kann damit die gefürchtete Lochfraßkorrosion im Laufbereich auslösen und so den Lauf ruinieren. Daher sollten Sie mit Teflonhaltigen Schmier- und Reinigungsmitteln äußerst vorsichtig sein. Diese sollten – wenn überhaupt – nur für die Mechanik verwendet werden, bieten aber auch dort gegenüber zuverlässigen Waffenölen keinen erkennbaren Vorteil.
    • TOMBAK
      Messinglegierungen mit einem Kupferanteil von über 67 % Kupfer werden als Tombak oder auch Tafelmessing sowie Goldmessing bezeichnet. Das Wort Tombak ist abgeleitet von der malaysischen Bezeichnung Tembaga für Kupfer oder dem Indowort Tumbaga für Goldkupfer. Teilweise wurde diese Legierung für das Plattieren von Eisenmantelgeschossen wie Surplus Munition für Gewehre und Pistolen verwendet, da sich diese Geschosse dank der weicheren Ummantelung besser an die Felder und Züge eines gezogenen Laufes anpassen, über eine höhere Gleitwirkung verfügen und wesentlich laufschonender sind.
    • VERHARZEN
      Immer wieder hört man von dem Problem des Verharzens, bei dem Fette oder Öle mit der Zeit austrocknen, sodass sie zähflüssig und klebrig werden. Dieser Rückstand sorgt dafür, dass die vormals geölte Mechanik in der Funktion beeinträgt werde kann. Der chemische Prozess, der dieses Verharzen auslöst, tritt jedoch nur bei pflanzlichen Fetten und Ölen auf, die mehrfach ungesättigt sind. Lediglich bei Schaftölen ist dieser Vorgang des Verharzens gewünscht, denn dadurch werden die Poren des Holzes verschlossen. Hochwertige Öle – insbesondere synthetische und mineralische Öle – können dank ihrer chemischen Zusammensetzung nicht verharzen, da deren Molekülstruktur nicht durch Luftsauerstoff zerstört wird. Bei der Waffenpflege sollte daher unbedingt auf WD 40, Caramba oder andere einfache Baumarkt-Öle verzichtet werden. Durch den darin enthaltenen hohen Anteil an Petroleum oder anderen Lösungsmitteln lassen sich zwar akzeptable Reinigungseigenschaften erzielen, doch dadurch sind sie auch sehr flüchtig und bieten keinen dauerhaften Schutz – dementsprechend oft muss nachgeölt werden. Ein weiterer Nachteil sind die leicht reizenden Stoffe, die sie oftmals beinhalten. Waffenteile aus Holz oder Leder können geschädigt werden – oder sogar die eigene Haut muss darunter leiden. Dennoch sollte auch bei hochqualitativen Ölen darauf geachtet werden, nicht zu viel Öl zu verwenden, da ein überölter Lauf bzw. ein überöltes System – vor allem bei niedrigen Temperaturen – zu Problemen führen kann, beispielsweise wenn sich Schmutz mit dem überschüssigen Öl verbindet
    • VERSCHLUSSSYSTEME
      Grundsätzlich versteht man unter einem Verschluss die Bauteile eines Hinterladers, die den Lauf nach hinten abschließen, um das Austreten von Treibladungsgasen zu verhindern. Der Verschluss muss daher in erster Linie so stabil und dicht sein, dass er dem Druck dieser Gase standhält und damit die Beschleunigung und das Austreten des Projektils überhaupt erst ermöglicht. Bestehen Verschlüsse aus mehreren Bauteilen, spricht man von einem Verschlusssystem, das, je nach Bauart der Waffe, neben der Abdichtung nach hinten noch verschiedene andere Funktionen hat – beispielsweise das Laden, Abfeuern, Sichern oder auch Entladen der Waffe. Zu den Bauteilen derartiger Ver schlusssysteme bzw. einem Verschlußkopf zählen unter anderem der Schlagbolzen oder das separate Schlagstück, die Schlagbolzenfeder, der Auszieher, die Auszieherkralle, verschiedene Schlagbolzensicherungen oder Schlagstücksicherungen und zahlreiche andere Bauteile. Bei Waffen für Patronen- oder Kartuschenmunition hat der Verschluss die Aufgabe, die Patronen bzw. Kartuschen im Lauf zu fixieren – die Abdichtung gegen den Austritt von Treibladungsgasen wird in diesem Falle durch Liderung des Hülsenmaterials übernommen. Aber auch Vorderladerwaffen und Revolver besitzen einen Verschluss – bei Vorderladerwaffen ist dies die Schwanzschraube, bei Revolvern der Rahmen. Die Abdichtung erfolgt bei Revolvern ebenfalls durch die Liderung der Patronenhülse. Die Trommel fungiert dabei als Magazin und Patronenlager. Zu den wichtigsten bzw. verbreitetsten Verschlusssystemen zählen unter anderem Kammerverschluss, Drehkopfverschluss, Rollenverschluss, Masseverschluss, gasgebremster Verschluss, Kipplaufverschluss sowie Zylinderverschluss. Darüber hinaus existieren noch zahlreiche andere Verschlusssysteme und Varianten.

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  • Die Reinigungsmittel

    PUTZSTOCK
    Eines der wichtigsten Reinigungswerkzeuge ist der zum Kaliber passende Putzstock. Auch wenn ein .22 lfb Putzstock in ein 9mm Rohr passt, ist dies zu vermeiden, da diese sich beim Reinigen in größeren Läufen verbiegen können. Zu empfehlen sind Kugel- bzw. gleitgelagerte Griffe, sodass sich das Reinigungsmedium mit den Zügen und Feldern mitdrehen kann. Tut er dies nicht und das Reinigungsmedium schiebt sich über die Felder und Züge, bleiben Verschmutzungen in den Ecken der Züge hängen und die Kanten der Felder werden beschädigt. Daher sind auch unbeschichtete Putzstöcke aus Werkzeugstahl abzulehnen, da diese am Innenrohr schaben. Gleiches gilt für mehrteilige Putzstöcke, sofern die Gewinde aufgrund minderer Qualität nicht fest verbunden bleiben und sich während dem Putzvorgang lösen. Bei Langwaffen ist eine notwendige Ergänzung bei der Verwendung eines Putzstocks ein falsches Schloss, mit dem sich verhindern lässt, dass der Übergang zum Patronenlager beschädigt wird. Hier kann auch eine einfache Einsteckhülse gute Dienste leisten. Die Verwendung des Längenanschlages verhindert das Aufschlagen des Putzstockes auf der sensiblen Mündung. Dieser kann jedoch nur mit Filzen verwendet werden. Bei Bürsten oder Patches muss ohne Längenanschlag gearbeitet werden. Eine empfehlenswerte Alternative zur Kunststoffummantelung sind die neueren Putzstöcke aus Carbon, der sich resistent gegen alle am Markt befindlichen Reinigungsflüssigkeiten zeigt. Zudem ist Carbon weich genug, um den Lauf nicht zu beschädigen, gleichzeitig aber auch ausgesprochen stabil. Bei der Wahl des zukünftigen Reinigungsmittel sollte auch gleich an die notwendigen Aufsätze und Adapter gedacht werden. Diese gleich mitzubestellen bietet sich aufgrund der vielfältigen Unterschiede sinnvoll. Gute Anbieter(2) nennen das Gewinde sowohl vom Putzstock und erleichtern so zukünftige käufe, weshalb man sich das Gewinde notieren sollte. Im Forum gibt es unter dem Reiter "Links und Empfehlungen" einige Händler, mit denen die Forennutzer gute Erfahrungen gemacht haben.

    BÜRSTEN
    Um die groben Verschmutzungen im Lauf zu lösen, ist eine Bürste aus weichem Metall, z. B. Bronze, zu bevorzugen, sodass sie einerseits hart genug ist, um die Verbrennungsrückstände zu lösen, andererseits aber nicht so hart, dass sie den Lauf beschädigt. Aus diesem Grund haben Drahtbürsten und Stahlwolle im Lauf nichts zu suchen. Wichtig ist, dass der Durchmesser der Bürsten exakt zum jeweiligen Kaliber passt. Ist die Bürste im Durchmesser zu klein, werden nicht alle Verschmutzungen beseitigt. Sind die Borsten zu lang, biegen sie sich nach hinten, geben den Druck nicht ideal auf die Innenwand des Laufes ab und rutschen über den Schmutz hinweg, sodass sie nicht die gewünschte Reinigungswirkung haben. Es empfehlen sich Bürsten mit einem möglichst dichten Borstensatz aus möglichst dünnem Draht, da diese Rückstände am besten entfernen. Je nach verschossener Munition und Waffe können bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen auch Bürsten mit leicht über Kaliber geschliffenen Borsten verwendet werden. Um das Verteilen von altem Schmutz im Lauf zu verhindern, müssen auch die Bürsten immer wieder gereinigt werden. Für die Reinigung empfehlen Produkte di auch für die Waffenteile verwendet werden oder Kaltentfetter. Die Kombination aus Waffenreiniger und Bürste erzielen den besten Reinigungseffekt. Das Mittel sollte die Kupferbürste allerdings selbst nicht angreifen (siehe chemische Reinigung) und es sind Pfropfen oder Wargs zu verwenden.

    MOBILE REINIGUNGSHILFEN
    Metallische Putzketten sind generell nicht zu empfehlen. Sollte es als handliches Reiseputzbesteck für unterwegs gedacht sein, stellt eine Reinigungsschnur die beste Lösung dar und erlaubt das Durchziehen ohne Ausbau des Rohres. Es ist darauf zu achten, dass das Seil/Schnur keinen Kontakt zur Mündung hat. Ebenso wichtig ist, dass die Reinigungsschnur regelmäßig gewaschen wird.

    WAFFENWERG, FILZREINIGER UND PATCHES
    Für eine effektive Laufreinigung sollten zudem verschiedene Hilfsmittel bereitliegen wie beispielsweise Patches (fusselfreie Baumwoll- bzw. Mikrofaser Läppchen) mit einem zum Kaliber passenden Patchhalter (Jag), Waffenwerg (Sucol-Seidenwerg für Kugelläufe und Sucolin-Hanfwerg für Schrotläufe) sowie kalibergenaue Filzreiniger. Die Filzereiniger sind die bequemste Art, eine Waffe zu reinigen, aber auch relativ teuer. Wer sich mit Patches anfreunden kann, sollte einfach nach Baumwoll- oder Mikrofaser Tücher für den Allgemeinbedarf suchen, die es sehr günstig in 200er und 500er Packen zu bekommen gibt und durch Falten bzw. Übereinanderlegen viele Kaliber abdecken(3, 4).

    REINIGUNGSHILFEN
    Da auch kleinteilige und teilweise schwer zugängliche Stellen der Waffe gereinigt und gepflegt werden müssen, sollten zusätzlich weitere Reinigungshilfen bereit liegen: Wattepads, Reinigungsschnüre, Wollwischer und fusselfreie Tücher. Dabei sind Baumwolltücher jenen aus anderen Materialien wie Mikrofasern stets vorzuziehen, da Baumwolle im Gegensatz zu Mikrofasertüchern den Schmutz in der Faser aufsaugt. Ebenfalls unproblematisch und vielseitig verwendbar ist normales, fusselfreies Küchenpapier sowie Seidenpapier (matte Seite zum Lauf). Auch sind eine Zahnbürste, Pfeifenreiniger, Dentalwerkzeuge aus Kunststoff, Zahnstocher sowie Schaschlik-Stäbchen bei der Waffenreinigung oftmals sehr hilfreich und leisten bei kleinen, schwer zugänglichen Stellen gute Dienste.

    CHEMISCHE REINIGUNGSMITTEL
    Bei der bloßen Reinigung mit mechanischen Werkzeugen lässt sich nur eine bedingte Reinigungsleistung erzielen. Signifkant verbessert wird diese durch den Einsatz der richtigen chemischen Reinigungsmittel, sofern nicht unmittelbar nach der Waffennutzung gereinigt wird. Hier stehen vor allem Waffenöle, Laufreiniger, Kaltentfetter und Waffenteilereiniger auf der Bedarfsliste. Doch dabei gilt es natürlich für jeden Anwendungsfall das jeweils richtige Mittel auszuwählen – ein Waffenöl ersetzt selten hochwertige Laufreiniger. Manche Lösungs- bzw. Reinigungsmittel wie z. B. Aceton oder ein billiger Bremsenreiniger können die Materialien der Waffen angreifen und beschädigen. Bewährt haben sich bekannte ammoniakhaltige Mittel oder Ammoniak selbst (15-25%) sowie neure Mittel (z.B. MPro-7), die weniger schädlich für den Menschen und umliegendes Material sind. Die Reinigung mit chemischen Mitteln sollte allerdings selten erfolgen. Je nach Schussbelastung sind ca. alle 6 Monate sinnvoll oder wenn die Präzision merklich nachgelassen hat. Ein Blick ins Rohr kann hier Aufschluss geben, insbesondere wenn das „Schützengold“ in Form von Kupferablagerungen auf den Feldern zu erkennen ist. Dies hängt aber von den Reinigungszyklen und vor allem von der verwendeten Munition ab.

    WAFFENÖL
    Es gibt große Unterschiede zwischen speziellem Waffenöl und handels-üblichen Multifunktionsölen. Ein gutes Waffenöl beinhaltet ausgewählte Basisöle, spezielle Additive und Inhibitoren. Dank dieser besonderen Zusammensetzung verfügt ein Waffenöl über einzigartige Grundfunktionen – die sogenannten CLP Eigenschaften:

    C = Cleaning: Das Öl muss in der Lage sein, Schmutz, altes Öl bzw. Fett zu lösen und zu entfernen. Wichtig sind hier natürlich vor allem ausgesprochen gute Rußlöseeigenschaften.
    L = Lubricating: Das Öl muss über eine ausgezeichnete Schmiereigenschaft verfügen. Unter allen klimatischen Bedingungen, sowie auch bei hohem Druck, muss ein langanhaltender Schmierflm auf gewährleistet sein. Es darf sich also nicht verflüchtigen.
    P = Protecting: Es muss vor allem Metall vor Beschädigung, Verschleiß und Rost schützen. Dafür muss es sich eigenständig verteilen – also kriechfähig sein – und darf nicht kleben.

    Diese für die Waffenpflege unbedingt erforderlichen Punkte kann kein Multifunktionsöl aus dem Baumarkt bzw. dem Discounter in Summe erfüllen. Derartige Produkte haben zumeist Stärken in einem dieser Bereiche.

    KOFFER UND WAFFENHALTER
    Für eine einfache Waffenreinigung sollte die (Lang-) Waffe fxiert werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Mündung leicht nach unten geneigt ist, um ein Rücklaufen von Ölen und Reinigern in das System oder den Magazinschacht zu verhindern. Bei Kurzwaffen ist dies leicht dadurch zu verhindern, dass das Rohr zum Reinigen ausgebaut wird. Die Fixierung durch die Range Boxen hat den Vorteil, dass das Reinigungsmittel gleich in diesen gelagert werden kann, und bereits alles für die Reinigung organisiert ist. Alternativ wäre es auch möglich die Waffe in Schraubzwingen einzuspannen. Hier ist auf einen guten Materialschutz zu achten und ausreichend Filz- und Gummierung vorzusehen und bietet sich eher für Langwaffen an. Die Lagerung der Reinigungsmittel ist am einfachsten in den bekannten Sortierboxen aus dem Baumarkt. Hier kann nach Geschmack und Vielfalt der Mittel frei ausgesucht werden. Sortierboxen mit flexiblen Fächern erlauben unterschiedlich lange Fächer und damit ein hohes Maß an Flexibilität. Zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten gibt es bei Bedarf Pumpsprüher und Tropfflaschen in vielerlei Formen.




    (2) Putzstöcke und Adapter mit Gewindeangaben - Waffenpflegewelt
    (3) Vließtücher Groß 10x15cm- Vileßstoffmarkt
    (4) Baumwolltücher 40x40mm - Waffenpflegewelt

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  • Einschätzung und Vorbereitung des Reinigungsvorgangs


    Eine Waffe sollte nach Möglichkeit direkt nach der Benutzung gereinigt, zumindest aber leicht eingeölt werden, damit Sie lagerfähig ist. Hierzu reicht in der Regel das Einölen des Laufen (von beiden Seiten Öl einfließen lassen) und der äußeren Waffenteile wie Griff, Gehäuse etc.

    Die Lagerung erfolgt mit der Mündung nach unten, damit das ggf. gut aufgetragene Öl nicht in das Waffensystem zurückläuft. Eine kleine Auffangschale sorgt für einen sauberen Lagerplatz. Viel Öl ist allerdings unnötig, wenn die Waffe direkt gereinigt wird. Ist die Waffe sehr verdreckt und/oder wurde lange nicht gereinigt, bietet sich der satte Ölauftrag an, um den Schmutz für die später folgende Reinigung anzulösen.


    Vorbereiten
    Bevor mit der Reinigung begonnen wird, sollten alle notwendigen Reinigungsutensilien bereitliegen. Hierzu sind die bereits genannten Kleinteilekoffer oder eine Waffenreinigungsbox bestens geeignet, um den Überblick zu behalten und alles gut sortiert griffbereit zu haben. Die Oberfläche des Reinigungsplatzes schützt man durch eine Reinigungsmatte oder durch einfache Papierauslagen (Zewa).


    Reinigung nach Waffenbeurteilung
    Um unnötig aufwendige Reinigungsvorgänge zu vermeiden, erfolgt der Blick über die Waffe. Besonders wichtig ist der Lauf, der mit einem Blick durch Unterstützung eines Leuchtmittels (Taschenlampe), gut erkennen lässt, welche Reinigungsarbeiten und – Mittel notwendig sind. Jetzt kann der erfahrene Waffenbesitzer bereits bei dem Blick in den Lauf erkennen, welche Form der Ablagerungen dort vorliegen. Normalerweise schimmern die Innenwände des Laufes silbrig, sind jedoch farbige Schattierungen zu erkennen, ist eine intensivere Reinigung vonnöten. Gelblich-rötliche Ablagerungen beispielsweise sind auf Tombak, Kupfer oder Messing, im schlimmsten Fall sogar auf Rost, zurückzuführen. Der sorgsame Blick über andere Bauteile wie Schaft (Holzgriff), Verschraubungen und Metallteile wie Abzug, Innenleben und aufeinander reibende Werkstücke sind hier besonders wichtig. Gerade schwierige Stellen (Skelettierte Bereich) sollte man genauer prüfen, da sich dort oft in den Öffnungen Rost sammeln kann (Abzug etc.). Eine gute Beleuchtung beim Reinigen hilft nicht nur beim Blick in den Lauf, sondern allgemein zur Begutachtung und Endkontrolle. Leichte Bleirückstände sind mit bloßem Auge meist nur schwer zu erkennen, insbesondere bei Kurzwaffen und Vorderladern. Hier hilft oft nur der Griff zur Bürste oder zu chemischen Hilfsmitteln. Wird mit einer Bürste gereinigt, hilft ein weißes Blatt Papier, das untergelegt wird, um Bleirück-stände zu erkennen: so sind die Bleiflitter, die aus dem Lauf fallen, gut sichtbar. Ein untrüglicher Hinweis auf schwere Bleiablagerungen ist auch das Verflachen der Felder und Züge im Bereich des Patronenlagers – in diesem Falle ist eine umfassende Reinigung unausweichlich.


    Reinigung abhängig vom Munitionstyp
    Wichtig für eine effektive und dennoch schonende Reinigung des Waffen-laufes ist die Frage, ob Bleimunition oder bleifreie Munition verwendet wird, da Bleirückstände im Lauf nach einer speziellen Reinigung verlangen. Doch schon hier gibt es Missverständnisse, da häufig unbemerkt über unterschiedliche Sachverhalte gesprochen wird. Als Bleimunition werden nur jene Projektile bezeichnet, die komplett aus Blei bestehen. Bleihaltige Teilmantel- oder Vollmantelgeschosse zählen demnach eigentlich nicht zur Bleimunition, da diese zwar über einen Bleikern verfügen, jedoch ummantelt ist. Bei dem Thema Bleientfernung im Lauf ist es in erster Linie wichtig, ob Blei mit dem Lauf überhaupt in Berührung kommt und bei welchen Temperaturen dies geschieht – denn davon ist abhängig, ob es Bleiablagerungen im Lauf geben kann und wie stark diese sind. Die bloße Unterteilung in Bleimunition und bleifreie Munition ist nicht ausreichend bzw. für das Thema Laufreinigung unzureichend. Hier gilt es zwischen Vollmantel- und Ganzmantel-Geschossen zu unterscheiden, denn auch bei Vollmantelmunition kommt unter Umständen Blei mit dem Lauf in Berührung. Grund ist, dass der sichtbare Teil zwar ummantelt ist, der Geschossboden jedoch offen ist. Da am Geschossboden beim Abfeuern die höchsten Temperaturen wirken, kann auch bei dieser Art Vollmantelmunition das Blei angeschmolzen werden und sich als Verschmutzung im Bereich des Patronenlagers und vor allem im ersten Drittel des Laufes niederschlagen. Im Gegensatz zu Vollmantel-Geschossen verfügen Ganzmantel- Geschosse über einen komplett geschlossenen Geschosskörper, bei dem der Boden durch ein Tombak Blättchen abgedichtet wird – so kann es nicht zu einem Anschmelzen des Bleis kommen. Selbiges gilt für verkupferte Geschosse – Bleigeschosse die auf galvanischem Wege komplett mit einer Kupferschicht überzogen werden. Ein weiterer Sonderfall sind Bleigeschosse, die mit einem Gasheck versehen sind, das lediglich den Geschossboden abdeckt. Hier verursacht die Zündung zwar kein Anschmelzen des Bleis, aber dennoch hinterlässt das Projektil eine gewisse Bleiabschmierung.


    Bleigeschosse
    Beim Einsatz von Bleimunition können grundsätzlich zwei unterschiedliche Arten von Ablagerungen entstehen: der sogenannte „kalte Bleiabrieb“ und die wesentlich hartnäckigeren echten Bleiablagerungen. Als „kalten Bleiabrieb“ bezeichnet man die Verunreinigung durch Blei ablagerungen, die bei schwacher Munition mit geringen Geschossgeschwindigkeiten entsteht, wie z. B. bei Luftdruckwaffen. Für die Entfernung dieser relativ losen Form des Bleiabriebs sind keine „harten“ chemischen Reiniger notwendig. Stattdessen lassen sie sich relativ schnell und einfach mit Öl und einer Reinigungsbürste entfernen. Zudem ist ein minimaler Bleifilm mitunter durchaus erwünscht, sorgt er doch für eine Art Schmierung im Lauf. Anders verhält es sich mit den echten Bleiablagerungen, die entstehen, wenn das Bleiprojektil im Lauf stark beschleunigt wird und dabei durch den Drall der Züge und Felder noch zusätzliche Reibungsenergie aufbaut. Dabei erhitzen sich Bleigeschosse teilweise auf Temperaturen über 325° C, dem Schmelzpunkt von Blei, sodass das Blei schon im Lauf zu schmelzen beginnt und mit dem Waffenstahl in Verbindung kommt. Die dabei entstehenden Ablagerungen sind so hartnäckig, dass ein besonders wirksames Solvent notwendig ist, um die Bleiablagerungen zunächst anzulösen, damit sie sich im nächsten Schritt bei der manuellen Reinigung mit einer Bürste rückstandsfrei entfernen lassen. Zu beachten ist jedoch, dass diese hartnäckigen Bleiablagerungen zumeist nur bei Waffen mit hohen Geschossgeschwindigkeiten von mindestens 300 m/s, weichen Bleihärten und Läufen mit engem Kalibermaß entstehen.

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  • Bleifreie Munition
    Wird von bleifreier Munition gesprochen, bezieht sich dieser Begriff zu-meist auf das Herzstück des Projektils, also den Geschosskern. Meist sind die Hauptbestandteile bleifreier Munition Kupfer und Zink – wobei der Kupferanteil stets überwiegt. Liegt der Anteil des Kupfers bei 67 % oder darüber, spricht man von Tombak. Liegt der Kupferanteil des bleifreien Geschoss bei weniger als 67 %, wird die Legierung Messing genannt. Wichtiger Aspekt bei bleifreier Munition ist der erhöhte Einpresswiderstand, der wiederum zu einer erhöhten Abschmierung im Lauf führt. Grund dafür ist, dass bleifreie Munition einen härteren Geschosskern hat und sich dadurch nicht so leicht verformen lässt. Dies führt bei der Geschossverformung zu einem größeren Reibungswiderstand. Da bleifreie Geschosse zudem etwas empfindlicher gegenüber vorhandenen Abschmierungen im Lauf sind, hat die Laufreinigung bei bleifreier Munition einen wichtigeren Stellenwert als bei bleihaltigen Geschossen. Wird bleifreie Munition verwendet, ist ein häufigeres Reinigen zu empfehlen, um die Präzision der Waffe dauerhaft sicherzustellen. Bei ca. 90 % der jagdlich genutzten Munition besteht die Geschossaußenfläche aus einer Kupferlegierung. Bei Messinggeschossen ist die Geschossabschmierung im Waffenlauf in jedem Falle so hartnäckig, dass ein spezieller und hochwirksamer Reiniger erforderlich ist. So werden die Rückstände angelöst und im Nachgang mit einer Reinigungsbürste und Putzstock sicher entfernt. Eine Sonderstellung bei bleifreier Munition nehmen nickelplatinierte Geschosse ein, da sich Nickelabrieb chemisch nicht lösen lässt und daher mechanisch aus dem Lauf entfernt werden muss. Hier ist eine hochwertige und passende Bronze-Bürste mit entsprechend dichten Borsten unabdingbar.


    Molybdändisulfid beschichtete Geschosse
    Bei der Verwendung von molybdändisulfid-beschichteter Munition verbleiben Geschossabschmierungen in Form einer feinen Molybdän-Puderung im Lauf, die sich nicht chemisch lösen lassen. Molybdän ist ein hochfestes und hartes Metall, das selbst von reduzierenden Säuren wie Flusssäure nicht angelöst wird. Daher müssen Molybdän-Ablagerungen mechanisch entfernt werden, am besten mit einer Bronze-Bürste sowie Patches oder Filzen.


    Geschosse mit Wismut
    Mit der Abkehr von Bleischrot wird vermehrt Schrotmunition aus einer legierten Mischung von Wismut und Zinn eingesetzt. Die dabei im Lauf entstehenden Verschmutzungen lassen sich nicht mit einer klassischen Reinigung wie bei Bleischrot entfernen: erst mit einem wirksamen Solvent anlösen, dann manuell mit einer Bürste die gelockerten Geschossabschmierungen entfernen.


    Sinter- und Weicheisen Munition
    Bei dem Thema Sinter- und Weicheisen-Munition muss grundsätzlich zwischen Flinten und Büchsen getrennt werden. Flinten werden vor allem bei sportlichem Schießen eingesetzt und erfordern Stahlschrot. Hier ist natürlich darauf zu achten, dass die verbauten Teile – Laufbündel bzw. Choke – auch für diesen Einsatz ausgelegt sind. Wenn dem so ist, liegt der Fokus bei der Flintenreinigung auf den Verbrennungsrückständen im Lauf sowie altem Fett an den beweglichen Teilen. Hier empfiehlt es sich, nach dem Schießen einen dünnen Ölfilm im Lauf aufzubringen, sodass die Korossionsbildung durch Rückstände von Schrot und Pulver verhindert wird. Wer mit einer Büchse Weicheisenkern-Geschosse einsetzt, sollte bedenken, dass bei der Geschossverformung höhere Drücke entstehen und diese einen größeren Verschleiß herbeiführen, als es bei Blei oder Kupferlegierungen der Fall wäre. Hier ist die Wahl der richtigen Reinigungsmittel abhängig von dem Material, das als Mantel über dem Weich-eisenkern liegt – zumeist Tombak, Zinn oder Nickel. Weiterhin ist zu bedenken, dass derartige Geschosse kein besonders gutes Trefferbild liefern. Bevor Sinter- oder Weicheisen-Munition verschossen wird, ist unbedingt zu prüfen, ob der Lauf auch dafür ausgelegt ist. Gerade viele ältere Läufe sind nicht für die Verwendung von Sinter- und Weicheisen- Munition geeignet. Durch den Eisenabrieb – gerade bei nicht verchromten Läufen – besteht die Gefahr, dass sogenannte Kontaktkorrosion entsteht. Deshalb gilt Sinter- und Weicheisen-Munition als korrosionsauslösend. Bei der Verwendung von Sinter- und Weicheisen-Munition ist daher eine sofortige und intensive Reinigung sowie eine anschließende Pflege vonnöten. Zudem ist eine erneute Kontrolle des Laufs nach ca. 3 – 5 Tagen zu empfehlen.


    Geschosse mit Zinnmantel
    Da Zinn einen sehr niedrigen Schmelzpunkt hat, hinterlässt Munition mit einem Zinnmantel ausgesprochen starke Geschossabschmierungen im Lauf, die nach einer dementsprechend häufigen und gründlichen Reinigung verlangen. Chemisch lassen sich diese Ablagerungen von verzinnten Geschossen bis jetzt nicht lösen. Da Zinn ein relativ sprödes Material ist und daher leicht „bröckelt“, lässt es sich mit einer passenden, hoch-wertigen Bronzebürste leicht aus dem Lauf entfernen. Ein Sonderfall bei Zinnmantelgeschossen ist die sogenannte CineShot Munition, deren Geschosskern aus Blei durchgängig mit Flusseisen ummantelt und zudem mit einer deckenden Zinnschicht überzogen ist. Geschosse für das Militär bzw. für Maschinenwaffen von RUAG sind identisch. Auch wenn Flusseisen mit Sicherheit nicht zu den optimalen Geschossmaterialien zählt, gibt es immer noch Hersteller, die diese Munitionsart anbieten. Bei der Verwendung von CineShot Munition ist zu beachten, dass Rückstände des Zinnmantels mit der Bürste entfernt werden müssen. Bei ähnlicher Munition anderer Hersteller ist das Flusseisen teilweise mit einem Tombakmantel überzogen, Rückstände dieser Munition können dementsprechend chemisch gelöst werden.


    Schwarzpulvermuition
    Wird Schwarzpulvermunition verschossen, z. B. bei Vorderlader-, Schreckschuss- oder Signalwaffen, verlangt dies nach einer speziellen Form der Reinigung. Im Gegensatz zu den raucharmen Treibladungen moderner Munition setzen sich beim Einsatz von Schwarzpulverladungen sehr hartnäckige Rückstände im Lauf ab, da beim Schwarzpulverabbrand anorganische Salze, Ruß und andere Verbrennungsprodukte entstehen. Diese Rückstände fördern die Korrosion im Lauf ungleich stärker als dies bei modernen Treibladungen der Fall ist und lassen sich aufgrund ihrer Zusammensetzung mit den „üblichen“ organischen Waffen ölen nicht effektiv entfernen. Oftmals wird daher auf warme Seifenlauge zurückgegriffen, bei der jedoch stets die Gefahr der Korrosion droht. Eine deutlich bessere Alternative stellt dagegen eine warme Universalöl Emulsion dar – eine Mischung aus Wasser und Öl im Verhältnis 2 zu 1. Mit einer solchen Emulsion lässt sich der Lauf nicht nur reinigen, sondern sie bietet zudem einen effektiven Rostschutz. Zu beachten ist jedoch, dass diese Emulsion nicht auf Dauer lagerfähig ist, sondern nach dem Reinigen entsorgt werden muss, da der vorhandene Schmutz zu einer Keimbildung führen kann. Der wesentlich wirksamere, schonendere und vor allem einfachere Weg ist ein spezielles Schwarzpulver Solvent.



    Hinweise und Warnung
    • Surplusmunition
      Als Surplusmunition wird Munition aus Militär-beständen bezeichnet. Meist handelt es sich dabei um überschüssige Munition, die aufgrund von nicht mehr benötigten Kalibern oder einer Überschreitung der Lagerdauer ausgemustert wurde. Hier ist darauf zu achten, dass die Geschosse gewechselt wurden und keine militärische Hartkernmunition verschossen wird – diese fällt unter das KWKG (Kriegs-waffen-Kontrollgesetz) und ist daher in Deutschland waffengesetzlich verboten. Indiz für militärische Hartkernmunition sind oftmals die farbigen Geschossspitzen.

    • Quecksilberzündung
      In so manchem Munitionsschrank finden sich auch heute noch Patronen mit einem Quecksilber-Zündsatz und Munition aus Osteuropa und Fernost, bei der ein Quecksilberfulminat im Zündsatz verwendet wird – oftmals 9 Para oder Surplusmunition. Solche Quecksilber-Zündsätze hinterlassen einen aggressiven, sauren, metallischen und chemischen Nachschlag (Quecksilber, Chlorate), der den Lauf massiv angreift. Diese Art der Munition wird meist auch als korrosive Munition bezeichnet und ist zum Teil auch heute noch erhältlich. Wird derartige Munition benutzt, sollte die Waffe bereits am Schießstand mit einem neutralisierenden Öl durchgezogen werden, um die groben Verschmutzungen umgehend zu entfernen. Weiterhin sollte im Anschluss schnellstmöglich eine umfassende Reinigung durchgeführt werden. Die dafür oftmals empfohlene Reinigung mit heißem Wasser und Seifenlauge ist zwar generell nicht falsch, doch es besteht auch hier – wie bei der unter „Schwarzpulvermunition“ erwähnten Reinigung – die Gefahr, dass das Wasser in Laufzwischenräume (z. B. Lauf/Laufschiene) gerät und somit Korrosion auslöst. Sollte dennoch Wasser zum Einsatz kommen, ist dringend zu empfehlen, den Lauf heizungswarm zu trocknen. Eine chemische Reinigung und ein anschließendes Einölen ist dringend angeraten. Nach spätestens 3 Tagen sollten bei einer weiteren Reinigung alle Nachschlagreste der Quecksilber-Zündung beseitigt werden, um Lochfrass vorzubeugen. Eine dritte Kontrolle und gegebenenfalls eine weitere Reinigung ist nach ca. 8 – 12 Tagen zu empfehlen. Im Anschluss ist die Waffe gut unter Öl zu halten und vor dem nächsten Einsatz sollte der Lauf wie immer trocken durchgezogen werden



    Fortsetzung folgt...
    Gerne weiterhin Hinweise, Verbesserungen oder Alternativen per PM an mich.

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  • Der Reinigungsvorgang

    Grundsatz: Vor dem Reinigen ist immer zu prüfen, ob die Waffe entladen ist!

    Ein Hinweis zur Gesundheit: gerade die Pumpsprüher sorgen für einen feinen Nebel, der stärker in die Atemwege eintritt. Aus eigener Erfahrung kann ich bei kurzen Reinigungszyklen sagen, dass dieser zu Kopfschmerzen und Atemwegreizungen führen kann. Bei Brunox Turbo ist das entsprechende Symbol z.B. abgebildet. Besser sind bei häufigen Reinigen die Punktöler bzw. Nadelfläschen.

    Für die Reinigung gilt grundsätzlich von Innen- nach Außen und vom Groben zum Feinen reinigen, damit sich Schmutz nicht wieder verteilen kann, insb. in den wichtigen innenliegenden Teilen. Wurde die Waffe bei der Benutzung nass, reiben Sie diese trocken.

    Die einfache Reinigung
    Die einfache Reinigung ist je nach Bedarf und Häufigkeit der Nutzung zu erledigen. Dabei bezieht sich die Reinigung vor allem auf Verbrennungsrückstände, Feuchtigkeit, Schmutz und altes Schmiermittel. Ein fester Turnus kann nicht vorgegeben werden, und ist abhängig von der Nutzung. In jedem Falle sichert eine regelmäßige und einfache Reinigung eine zuverlässige und dauerhaft präzise Waffe. Außerdem können mögliche Beschädigungen frühzeitig festgestellt werden. Vor jeder Reinigung ist die Waffe zu zerlegen. Hier taucht oftmals die Frage auf, wie weit die Waffe zerlegt werden muss. Grundsätzlich gilt hier: so weit bis Werkzeug benötigt wird – zur Waffe mitgeliefertes Werkzeug ausgenommen. Wenn sich der Schütze zutraut, die Waffe weiter zu zerlegen, ist dies auch gut. Dabei ist zu bedenken, dass hinter jeder Schraube eine Feder lauern kann. Diese lässt sich dann oftmals nicht einfach wieder einbauen, sodass ein Besuch beim Büchsenmacher erforderlich ist. Wurde die Waffe zerlegt, sind häufig an verdeckten Stellen alte Rückstände aus Öl, Fett und Schmutz zu finden. Hier sollte ein geeigneter Reiniger zur Hand genommen werden. Finger weg von ungeeigneten Lösungs- bzw. Reinigungsmitteln wie z.B. Nitro-Verdünnung oder billigen Bremsen-reinigern, die das Material der Waffe angreifen könnten. Besonders hartnäckige Verschmutzungen an Oberflächen und Führungen lassen sich am besten mit einem Aufsteckpinsel beseitigen. Die stabilen Nylonborsten erleichtern die mechanische Reinigung ohne empfindliche Oberflächen wie eine Brünierung zu beschädigen.


    Optiken sind vor der Reinigung vor Öl und Reiniger grundsätzlich zu schützen – wahlweise indem diese abgedeckt oder abgenommen werden. Ebenfalls zu entfernen sind Trageriemen. Ist die Waffe zerlegt, wird der Grad der Verschmutzung festgestellt. Danach richtet sich die Wahl der entsprechenden Reinigungsmittel und -werkzeuge. Wenn der grobe äußerliche Schmutz entfernt ist, wendet man sich der Laufreinigung zu. Sprühen Sie dafür vom Patronenlager aus in den Lauf, drehen und schwenken Sie die Waffe mehrere Male hin und her, so-dass die Innenwände des Laufes möglichst gleichmäßig benetzt sind. Ergänzend kann dafür auch eine Öl- bzw. Nylonbürste zur Hand genommen werden. Bei Schaumreiniger stellen Sie die Mündung nach unten und warten darauf, dass der entstandene Schaum zusammenfällt und unten aus dem Lauf tropft – ein Zeichen, dass der Lauf von innen gleichmäßig von oben nach unten benetzt ist. Wichtig ist, dass der Lauf beim Einsprühen grundsätzlich nach unten zeigt. So wird verhindert, dass mit dem Öl unverbranntes Pulver und anderer Schmutz in das Verschlusssystem kommen und Schaden anrichten kann. Andernfalls wird das System schwergängig, in Extremfällen kann sich sogar der Schlagbolzen festsetzen. Nachdem das Öl die Felder und Züge bzw. die gesamte Polygonfläche erreicht hat, lassen Sie es einige Minuten einwirken, damit sich die Verschmierungen und Verbrennungsrückstände lösen. Anschließen wird mit einem trockenen Werg, Patch oder einem Komfortreinger aus Filz durchgezogen. Dieser Vorgang muss wiederholt werden um sicherzustellen, dass alles Öl entfernt wurde. Grundsätzlich wird vom Patronenlager in Richtung zur Mündung geschoben bzw. gezogen, bei fest stehenden Läufen bzw. geschlossenen Systemen von der Mündung zum Patronenlager und wieder zurück. Dies betrifft in der Regel halbautomatische Jagdwaffen bzw. Vorderladerwaffen und Revolver. Eine sehr gute Alternative zur umständlichen Reinigung von geschlossenen Systemen mit dem Putzstock bieten flexible Reinigungsseile (ummantelt). Hier können die Reiniger aus Filz aufgeschraubt und vom Patronenlager zur Mündung gezogen werden. Durch das ummantelte Stahlseil wird eine evtl. Beschä-digung der Mündung vermieden.

    • Ein Hinweis: Geschlossene Systeme und feststehende Läufe lassen sich nur schwer vom Patronenlager zur Mündung hin reinigen. Hier muss zwar „in die falsche Richtung“ gereinigt werden, es ist unbedingt zu beachten, dass die Bürste nicht im Lauf zurückgezogen wird, sondern stets komplett in das Patronenlager bzw. in den Verschlussgang durchgeschoben wird. Dabei ist darauf zu achten, dass das Reinigungsmedium nicht an den Schlagbolzen bzw. Verschlussboden anstößt.
    Sollte an den Filzen nach dem Durchziehen noch eine leichte Graufärbung zu sehen sein, sind Sie eigentlich schon am Ziel. Die meisten Waffen müssen nicht spiegelblank sein, eine leichte Graufärbung des Filzes ist durchaus zu tolerieren. Gerne kann der Vorgang aber auch wiederholt werden bis die Filze sauber bleiben. So können Sie sicher sein, dass alle Verschmutzungen beseitigt sind. Wichtig ist, dass jeweils ein frischer Werg bzw. Filz-pfropfen verwendet wird, andernfalls würde der Schmutz nicht aus dem Lauf entfernt, sondern nur gleichmäßig darin verteilt werden. Hier haben Filzpfropfen den Vorteil, dass sie auf ein Gewinde gedreht werden und zusätzlich mit einer kleinen Mutter gesichert sind, sodass sie auf dem Putzstab fixiert sind und nicht versehentlich bei der Reinigung abfallen können. Sind im Anschluss noch gröbere Rückstände vorhanden als angenommen, lassen sich diese mit einer passenden Bürste lockern, um dann mit saugfähigem Material entfernt zu werden. Im Anschluss werden Patronenlager, Verschluss und Magazin von verbrauchtem Öl gereinigt und wieder leicht mit frischem Öl geschmiert. Wenn Sie einen Repetierer reinigen, sollten Sie unbedingt ein falsches Schloss zur Hilfe nehmen oder eine einfache Einsteckhülse wie z. B. ein Plastikrohr, um zu verhindern, dass der Übergang zum Patronenlager beschädigt wird. Zudem wird damit das Patronenlager abgedichtet, sodass keine Reinigungsmittel in den Magazinkasten oder die Bettung fließen können
    • Tipp: Wärme hilftWird das Öl in den noch warmen Lauf gegeben, begünstigt dies das Löseverhalten des Öles. Das Lösevermögen erhöht sich mit steigender Temperatur, die in diesem Fall aus der Restwärme des Laufs kommt.
    • Tipp für Revolver:Bei der Reinigung eines Revolverlaufs sollte die Trommel stets eingeschwenkt sein. Eine optimale Führung der Bürste bzw. der Filze wird so sichergestellt. Wichtig ist dabei, dass die Bürste nicht zu lang ist. Sie sollte in jedem Falle ganz in der Trommel verschwinden. Andernfalls kann sie nicht komplett durch den Lauf geschoben werden, was zu einer Beschädigung von Bürste oder gar Lauf führen kann. Zudem sorgt dies für eine ungleichmäßige Reinigung, bei der oft noch Schmutz im Lauf verbleibt.
    Bei der Reinigung eines Revolverlaufs sollte die Trommel stets eingeschwenkt sein. Eine optimale Führung der Bürste bzw. der Filze wird so sichergestellt. Wichtig ist dabei, dass die Bürste nicht zu lang ist. Sie sollte in jedem Falle ganz in der Trommel verschwinden. Andernfalls kann sie nicht komplett durch den Lauf geschoben werden, was zu einer Beschädigung von Bürste oder gar Lauf führen kann. Zudem sorgt dies für eine ungleichmäßige Reinigung, bei der oft noch Schmutz im Lauf verbleibt.

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  • Welches Reinigungsmittel verwenden?
    Für die einfache Reinigung sind einfache Öle ausreichend (zu beachten sind die eingangs erwähnten Hinweise insb. zu PTFE usw. im LAufinneren). Die sauren Verbrennungsrückstände sind am einfachsten durch alkalische Reinigungsmittel möglich, da diese neutralisierend wirken, zwingend ist dies jedoch nicht, insb. wenn sofort nach der Nutzung gereinigt wird.

    Was die Konservierung für die Lagerung betrifft, wurde von Herrn Merten ein schöner Test durchgeführt. Allerdings muss man hier sagen, dass die sehr feuchten Umstände kaum den Normalfall entsprechen dürften. Der Versuch gibt aber sehr schön Aufschluss darüber, wie lang ein Schutz wirkt und unter normalen, trockenen Lagerbedingungen das regelmäßige Ölen nicht nötig ist, wenn es nur um das Thema Lagerung geht.
    Getestete Mittel(1)
    ÖleFetteWachse
    11 Ballistol
    12 Gunex 2000
    13 Usta
    14 Ustanol
    15 WD40
    16 Petroleum
    17 Motoröl 15W40
    21 Mike Sanders
    22 normales Schmierfett NLGI2
    23 Molykote MOS2
    24 Kettenfett Liqui Moly (Spray)
    25 Vaseline
    26 Kupferpaste
    31 Teroson Korrosionsschutzwachs
    32 normale Autopolitur "RS1000"
    33 Teroson Spray Terotex Hohlraumwachs
    34 Nigrin Hohlraum
    35 Teroson Polymerwachs / Unterboden
    36 HT Fertan Hohlraumwachs
    37 Holts Hohlraumwachs



    Durchführung
    1. DAF-66-Dachhaut entlackt, 5x5 cm große Stücke rausgeflext
    2. mit Schlagziffern Nummern eingeschlagen
    3. mit Aceton entfettet, Produkte möglichst gleichmäßig aufgetragen, um Vergleichbarkeit zu erzielen
    4. Bleche in eine Kunststoffkiste gelegt, mit Salzwasser aus Blumensprüher möglichst gleichmäßig eingenebelt
    5. in die Kiste Wasserbecher gestellt und einen Deckel auf die Kiste gemacht, um dauerhaft extrem hohe Luftfeuchtigkeit zu erzielen
    6. alle paar Wochen mit Blumensprüher alles erneut eingenebelt (nur Wasser, kein Salz mehr)
    Rostentwicklung:

    Übersicht (Nummerierung), 1 Woche

    1 Monat

    5 Monate

    7 Monate

    1 Jahr



    Was den Rostschutz angeht, sind also Öle die bessere Wahl.
    Sieger sind hier deutlich:
    • 12 Gunex 2000
    • 14 Ustanol
    • 11 Ballistol
    • 15 WD40
    • 36 HT-Fertan
    Ich selbst bin daher aus Preisgründen bei Ballistol geblieben als Schutzmittel und kombiniere es mit Waffenvaseline (ebenfalls Ballistol) für
    die beweglichen Teile. Damit hatte ich selbst bei niedrigsten Temperaturen bisher keine Störungen. Öle bzw. Fette, die Teflon (PTFE) behinhalten lehne ich indes inwzischen strikt ab. Tests belegen, dass bei den hohen Temperaturen und Drückem im Rohr Flusssäure gebildet wird. Dies greift den Stahl an und gerade die oft positiv genannte Eigenschaft, sich mit diesem zu verbinden ist für die Rostbildung eher förderlich. Davon abgesehen sind die daraus entstehenden Gase giftig. Keramik ist wiederrum für diese Temperaturen ausgelegt, aber entsprechend teuer. Da ich meine Waffe nach jedem Schießen pflege, kommt das daher für mich nicht in Frage, da auch in meinen Augen übertrieben.
    An dieser Stelle vielen Dank an Herrn Merten, der diesen Test so schön durchgeführt und dokumentiert hat.

    Quellen: (1) - Test Rostentwicklung bei Ölen, Fetten und Wachsen - Christian Merte

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  • Die Intensive Reinigung
    Während manche Läufe bei hohen Geschossgeschwindig-keiten schon nach wenigen Schüssen ungenau schießen, sind andere auch nach einer Belastung von 50 Schüssen und mehr noch treffgenau. In welcher Frequenz der Lauf intensiv zu reinigen ist, damit die Waffe ihre maximale Präzision behält, hängt zum einen von der verwendeten Munition, zum anderen natürlich auch von der Waffe selbst ab. Vor der intensiven Reinigung sollte meist zuvor eine einfache Reinigung erfolgen (s. oben). Sobald Ruß und sonstige Partikel aus der Waffe entfernt wurden, können auch die darunter-liegenden Schichten aus Geschossabschmierungen angegangen werden. Dazu wird restliches Öl aus dem Lauf entfernt. Dies passiert am leichtesten mit einem Kaltentfetter oder Teilereiniger und einem sauberen Filz. Danach kann der Laufreinger durch dosiertes Tropfen mit der Flasche direkt in den Lauf (vom Patronenlager aus) oder mit einem getränkten Patch oder Filz eingebracht werden. Nach ca. 5 – 10 Minuten Einwirkzeit wird die Flüssigkeit mit dem gelösten Geschossrückstand aus dem Lauf entfernt. Hierzu eignen sich Filzreinger wieder sehr gut. Diese werden erst trocken und nach dem dritten Filz noch einmal mit einem leicht mit einem chemischen Reiniger benetzten Filz durch den Lauf geführt. Jetzt wird der Reinigungszyklus mit einem Laufreiniger getränkten und einem trockenen Filz so lange wiederholt, bis kein Filz mehr eine bläuliche bzw. grünliche Färbung aufweist (z.B. ammoniakhaltige Reiniger). Zum Abschluss wird der Lauf wieder mit einem leicht eingeölten Filz vor Rost geschützt.

    Oftmals liest man leider, dass der Lauf mit dem chemischen Reiniger „geflutet“, verschlossen und über Nacht einwirken soll. Gerade Ammoniak ist jedoch sehr aggressiv und benötigt zur Reaktion Sauerstoff, weshalb diese Empfehlungen falsch sind.

    Zum Schutz von Brünierungen und anderen empfindlichen Bauteilen, sollte diese vorab mit einem Öl geschützt werden, damit die aggressiven Reiniger diese nicht beschädigen.

    Bei hart verchromten Läufen ist mit chemischen Reinigern Vorsicht geboten. Diese Hartverchromungen können auf elektrolytisch abgeschiedenem Kupfer aufgebracht werden, da dieses Verfahren gegenüber einer Direktverchromung des Laufstahls einige Vorteile bietet. Sollte die Hartverchromung jedoch auch nur mikroskopisch kleine Risse aufweisen, würde der Laufreiniger an diesen Stellen das unter der Chromschicht liegende Kupfer angreifen. In diesem Fall würde sich die Kupferschicht auflösen und die Hartverchromung abblättern.

    Reinigung von Gasdruckladern
    Das Vorgehen bei der Reinigung eines Gasdruckladers unterscheidet sich nur geringfügig von der bei anderen Waffen. Nach einer Grundreinigung wie zuvor beschrieben müssen sowohl der Gaszylinder als auch das Gestänge penibel gesäubert und mit einem Öl behandelt werden. Wichtig ist anschließend, das überschüssige Öl zu entfernen, um ein Verbrennen des Öls zu vermeiden und damit der Bildung von Ölkohle vorzubeugen. Entstandene Ölkohle ist meist nur sehr schwer zu beseitigen. Waffenöl mit speziellen Additiven (Keramik) haben eine verbesserte Rußlöseeigenschaft. Ein kurzes Einwirken reicht aus, um Rückstände einfach und gänzlich verschwinden zu lassen.

    Bei Waffen mit einem Gaskanal, AR15 System, muss besonders sorgfältig mit dem Laufreiniger umgegangen werden, um zu vermeiden, dass parallel zum Lauf auch der Gaskanal mit Laufreiniger aufgefüllt wird. Beim Ablassen des Reinigers könnte sonst der Gaskanal nicht komplett vom Laufreiniger befreit werden. Dann würden die Rückstände in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit und Sauerstoff das Material angreifen und zu Korrosion führen. Im schlimmsten Falle entsteht dadurch eine Undichtigkeit des Systems. Füllen Sie solche Läufe daher niemals auf

    Des Weiteren ist auch bei der Reinigung von Waffen mit einem gasdruckverzögertem Masseverschluss Vorsicht geboten. Es sollten nur Reinigungsmittel mit integriertem Korrosionsschutz verwendet werden. Grund dafür ist das Verschluss-System, welches über kleine Bohrungen (Gasentnahmebohrungen) im Lauf verfügt. Ein Teil des Drucks wirkt direkt oder über einen Kolben – dem Rücklauf des Verschlusses entgegen. Dieser Mechanismus ist zwar praktisch, bringt in punkto Reinigung jedoch ein Problem mit sich: Rückstände des Laufreinigers können durch die Bohrungen im Lauf in das Verschlusssystem eindringen (z.B. H&K P7).

    Bei dynamischen Disziplinen und bei Verwendung von Kaliber .22 Wechselsystemen ist ein spezielles Waffenöl manchmal ratsam bzw. notwendig, damit Ladestörungen nicht auftreten. Hier sind wieder Öle mit speziellen Additiven (Kermaik) möglich. Das hängt aber stark von der Waffe ab und ist nur notwendig, wenn einfache Öle nicht ausreichen.

    Magazinreinigung
    Die Reinigung des Magazins gestaltet sich sehr einfach. Es sollte nach Möglichkeit komplett zerlegt und mit einem Öl vom Schmauch gereinigt werden. Das Öl sollte bei der Zuführung vollständig entfernt werden, damit das Öl nicht an den Patronen haftet und das Patronenlager mit Öl benetzt, damit eine Liderung nicht eingeschränkt wird.

    Reinigen mechanischer Teile
    Hier wird im Wesentlichen wie bei allen anderen Teilen der Waffe gereinigt und sollte immer gemäßigt erfolgen, um bewegliche Teile durch übermäßige Antragungen von Öl oder Fetten nicht zu behindern. Altes Fett oder Öl sollte immer vor dem erneuten einölen oder fetten entfernt werden, damit die Wirkung sich voll entfalten kann. Dies gilt besonders für verdreckte Schmiermittel mit offensichtlichen Fremdkörpern. Das Club 30 Fett hat hier sogar einen Indikator, der durch Veränderung der Farbe anzeigt, wann dies zu wechseln ist.

    Reinigen im Ultraschallbad
    Nicht alle Waffenteile sind für die Reinigung in einem Ultraschallbad geeignet. Dies liegt nicht am Werkstoff sondern viel mehr daran, dass gelöste Partikel sich wieder im System sammeln können und vor allem Feuchtigkeit an schwer zugänglichen Stellen zurückbleiben und letztlich zu Rost führen kann. Mit einem Reinigungszusatz im Wasser lässt sich das Ergebnis einer Ultra schallbad-Reinigung deutlich verbessern. Eine Emulsion aus Wasser und ca. 10 % Waffenöl reicht hierfür aus. Ein Anwärmen dieser Emulsion verstärkt die Reinigungsfähigkeit. Dazu braucht es keine eigene Heizung. Es langt, wenn das Wasser auf ca. 50°C erwärmt und dann eingefüllt wird. Ausreichend sind in der Regel 20-30 Minuten im Bad. Im Anschluss an das reinigende Vollbad müssen alle Teile getrocknet und wieder mit einem schützenden bzw. gängig haltenden Ölfilm benetzt werden. Grundsätzlich ist bei dem Einsatz eines Ultraschallbades zu beachten, dass keine beschichteten oder lackierten Bauteile in das Bad gelegt werden. Auch sollten nur geeignete Reinigungsmittel zur Verwendung kommen (keinesfalls brennbare Lösungsmittel) und die Bauteile getrennt voneinander behandelt werden, so dass sie durch die Ultraschallschwingungen nicht aneinander reiben und sich gegenseitig beschädigen. Zudem sollte eine Intensivreinigung im Ultraschallbad nicht allzu oft durchgeführt werden.

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  • Die Frage ist nun, welche Stellen soll man nun Reinigen bzw. Fetten nun Ölen, damit die Waffe später Störungsfrei und möglichst verschleißfrei funktioniert. Dazu zeige ich hier am Beispiel der Pistole auf, welche Stellen wichtig sind.
    Hat man später einige Schuss mit der Waffe gehabt, wird man die Stellen irgendwann sehr genau erkennen. Diese sollte man bevorzugt pflegen und schützen. Dazu hier mal zwei Beispiele anhand einer Sig Sauer X-Six mit etwa 4000 Schuss und einer CZ Shadow 2 mit etwa 400 Schuss. Beide Waffen sind hier nach dem Schießen ungereinigt gezeigt, um auch die Ablagerungen aufzuzeigen. Die Waffen wurden an Außenteilen (Außenteile wie Schlitten und Rohraußenseite) und mit Öl bei den mechanischen Teilen über 3 (Sig) bzw. 1 Jahr (Shadow 2) gepflegt.

    Sig Sauer, ungereinigt, 4000 Schuss, 3 Jahre alt:


    Übergangskonus mit Kupferablagerung

    Felder und Züge

    Schleifspur durch Rohrbewegung

    Schlittenführung

    Rohr Oberseite, außen

    Stark vergrößertes Rohr

    Sehr schön erkennt man bei der Sig nach 4000 Schuss die mechanischen Beschädigungen am Rohr. Dies zeigt deutlich dass
    hier bei dem Repetieren das Rohr am inneren des Gehäuses "entlangfährt" und trotz guter Schmierung über die Schussbelastung beschädigt wird. Dies ist allerdings mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen und erst in der Mikroaufnahme sichtbar. Mit dem bloßen Auge erkennt man aber hier die oberflächliche Veränderung, die einem sagt, dass hier eine besondere Belastung vorliegt. Ebenso gut ist dies im Bereich der inneren Rohrführung (Bild 3) erkennbar. Hierbei handelt es sich aber um Veränderungen (sowohl Außenrohr wie Rohrführung), die eine Genauigkeit oder Funktion nicht verschlechtern.

    Shadow 2, brüniert, ungereinigt, 400 Schuss, 1 Jahr alt:


    Übergangskonus

    Felder und Züge

    Außenrohr

    Schlittenführung

    Man erkennt hier den deutlich geringeren Verschleiß, insbesondere am Rohr. Bemerkenswert ist die Härte der Brünierung, die nach 400 Schuss zwar einen oberen Ringansazt erkennen lässt, ansonsten aber keine Beschädigungen aufzeigt. Durch die Brünierung wirkt die Oberfläche optisch wie haptisch gröber und gleichzeitig griffiger.

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  • Anhand der folgenden Grafik möchte ich die Stellen aufzeigen, die nach dem Schießen gepflegt werden sollten.
    Hierbei handelt es sich um die Schmierung. Die Waffe sollte zuvor an allen Stellen und vollständig gereinigt werden, damit Restmaterialien vom Schießen die Waffenteile nicht angreifen.

    Von Zeit zu Zeit ist auch eine vollständige Reinigung und Pflege sinnvoll. 1 mal im Jahr reicht bei einer Schussbelastung von 1000-2000 Schuss aus. Hierzu zählt dann allerdings das vollständige zerlegen der Waffen, damit auch Schlagbolzen, Abzug und Innenteile wieder gut geschützt sind. Dazu kann man sich waffenspezifische Videos auf Youtube suchen oder z.B. die Explosionszeichnung anschauen, die meist in den Bedienungsanleitungen des Herstellers zu finden sind. Jede Waffe ist anders aufgebaut und die wesentlichen Vorgänge spielen sich mit der Zeit individuell ein. Nicht jeder reinigt seine Waffe aus den genannten Gründen sofort (siehe Schmierung durch Ablagerung) oder benutzt nur ein Mittel. Jeder muss selbst entscheiden, was er ausgeben mag, um das Gewissen zu beruhigen. Wichtig ist aber immer, sparsam mit den Schmiermitteln zu sein. Man sieht an meiner Waffe, dass diese mit bloßem Auge keine Schmiermittel erkennen lässt. Erst unter der Nahaufnahme erkennt man den glänzenden (in diesem Fall verdreckten) Film, der auch nach 50 Schuss noch mehr als ausreichend ist. Es muss auch nicht immer alles vollständig geschmiert sein. Beim Rohr würde z.B. der Weg, den der Schlitten zurücklegt reichen (ca. 50% in meinem Fall) und auch nur Oben und an den Seiten, da durch das Repetieren sich der Lauf leicht nach oben zieht, und damit auch die dort besonders starken Belastungen erklärt. Aber in der Regel tut ein wenig Öl an diesen anderen Bereichen auch nicht weh, und schützt das Material vor Korrosion. Auch dürfen Fette wie PTFE (Teflon) auch durchaus am Gehäuseäußeren wie der Schlittenführung angebracht werden, da es hier zu keinen hohen Temperaturen kommt, und die besonderen Eigenschaften von Teflon zum Tragen kommen.




    Ich hoffe nun auf waffenspezifische Erklärungen und Hilfestellungen für den Neueinsteiger durch unsere Forenmitglieder und den nun regen Austausch zu dem Thema.

    Zum Schluss noch der Unterschied bei der gereinigten und nicht geschmierten Schlittenführung bei der Schadow 2. Die weißen Ablagerungen durch die von mir verwendete Vaseline sind nicht mehr sichtbar und das Metall wirkt trocken und spiegelt. Danach die Trennung zwischen gefettet und nicht gefetteter Schlittenführung. Man erkennt diese nur am stärkeren Glanzgrad. Dazu wurde Waffenvaseline mit einem Wattestäbchen aufgetragen und mit einem trockenem Wattestäbchen 2x trocken abgewischt. Man sieht deutlich den Restfilm der für das Schießen mit 50-200 Schuss ausreicht (Rot gekennzeichneter Übergang).

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  • BrainBug schrieb:

    Oftmals liest man leider, dass der Lauf mit dem chemischen Reiniger „geflutet“, verschlossen und über Nacht einwirken soll. Gerade Ammoniak ist jedoch sehr aggressiv und benötigt zur Reaktion Sauerstoff, weshalb diese Empfehlungen falsch sind.
    Nun , wenn man schon den ganzen Katalog hier kopiert , dann auch bitte diesen Abschnitt hier :

    Haben sich bereits viele Geschossabschmierungenim Lauf festgesetzt, raten wir, den Lauf auf einer Seitemit einem Korken oder einem Gummistopfen fest zu verschließen undden Lauf komplett mit Robla Solo MIL zu füllen.

    Erwin
    Alle Daten und Tipps ohne Garantie.
    Jeder Wiederlader handelt auf eigenes Risiko und Verantwortung .
  • Ich hab irgendwann mal vor, das Ganze auf zwei Seiten reduziert deutlich einfacher und kürzer als PDF hier darzustellen. Ich denke das kann man ggf. als Blog Inhalt hinzufügen. So ist das alles sehr ausführlich und etwas viel auf einmal. Soll aber bewusst möglichst detailiert alles Wissenswerte darstellen. Dazu empfehle ich auch nach waffenspezifische Youtube Videos zu suchen, die dann teils ja auch sehr ausführlich den Reinigungs- bzw. Zerlegeprozess darstellen.

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  • Also das hab ich bewusst weggelassen, da die Chemiker der einheitlichen Meinung sind, das ammoniakhaltige Reiniger Sauerstoff zum Reagieren benötigen. Steht auch hier an anderer Stelle drin. Alles blind kopieren tue ich nicht. Das viel zitiert wurde hab ich anfangs angekündigt, da meiner Meinung nach ein sehr guter Guide von Ballistol. Diesen will ich aber mit Praxisbeispielen oder anderen Erfahrungen ergänzen bzw. ändern. Das Verschließen von Rohren und Befüllen mit diesen chemischen Reinigern halte ich aus genannten Gründen für einen Fehler, zumal in der Regel 10-15 Minuten Wirkzeit reichen. Ich halte dich natürlich nicht davon ab, es trotzdem über mehrere Stunden verschlossen zu lagern. Steht aber alles schon hier drin. Andere Meinungen und Erfahrungen sind natürlich bei diesem Thema selbstverständlich möglich. Gerade die Stelle die du zitierst, sagt ja, das es keinen Sinn macht, so vorzugehen und ich würde mir damit selbst widersprechen.

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  • Moin,

    sollte das dann nicht auch in den "Waffen reinigen / Patches / Ed's Red" etc Bereich?

    @cleaner ?

    gruß
    Natürlich:

    Keine Gewääähr für irgendwas, dumme Sprüche inklusive.