Zusammensetzung der verwendeten Pulver Lacke

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  • Deswegen verwende ich eben fast nur Waffenöl. Ich meine, das müsste man sich mal genauer anschauen. Also mit einem Endoskop mal die Läufe anschauen von 2 Waffen, die einmal 2000 Schuss VM und einmal 2000 Schuss mit lackierter Munition haben.

    Es kommt ja mehr hinzu, z. B. Wie verschließt der Lack Mikrorisse? Zieht er Wasser/bildet Säuren darunter und fördert Rost wie PTFE?

    Grundsätzlich glaube ich, dass der Lack als Rückstande im Lauf eine gewisse Schmierwirkung erreichen kann und hängt von den Eigenschaften ab. Gleichermaßen kann falscher Lack aufgrund seiner Härte wie Schmiergelpapier durch den Lauf durch weiteres Schießen getrieben werden.

    Die bisherige Erkenntnis ist ja, daß Schmauch als "Schmiermittel" ausreichend seinen Beitrag dazu leisten kann, abhängig von der Schussbelastung. Ähnliches sehe ich beim Lack.
  • Hier ganz Interessant dazu:

    wiederladen-info.de/anleitungen/geschossbeschichtung/
    all4shooters.com/de/Shooting/M…htung-geschosse-munition/
    boro-shots.de/Boro-Shots.pdf

    Davon Abseits weil das Thema "Trockenschmierung" damals aufkam: ral-bullets.com/schmierstoffe

    Hier zu Molybdändisulfid: ist ein im Maschinenbau weit verbreiteter Trockenschmierstoff. Das sehr weiche Material hat vorallem auf Stahl und diversen Metallen gute Hafteigenschaften, was es zu einem langlebigen Funktionswerkstoff macht. Der aufgetragene Film ist bis etwa 350°C bzw. 450°C thermisch stabil und weißt gegenüber Wasser und den meisten Säuren eine signifikante Resistenz auf.

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  • BrainBug schrieb:

    Hier das Rezept:

    HBN Pulver HeBoFill 400
    Epoxidlack MIPA
    Härter
    Verdünnung für die heißen Tage

    hauptseite.wiederlader.tv/colorcoatedbullets203f/
    Sorry, aber das ist nicht das, was ich mache.

    Völlig anderes verfahren!
    Das Pulver wird durch die statischen Aufladung des Geschosses aufgebracht und nach der Erhitzung eben in Lack verwandelt!

    You Tube von Wiederlader TV:


    Meine Geschosse sehen zum Beispiel so aus:

    Oder mit MoS2
    (Molybdändisulfid) beschichtete:



    Gruß :winke:
    erndi
    http://www.schiess-ausbildung.de :winke:

    Sämtliche Daten sind ohne Gewähr. :mea:
    Jeder Wiederlader handelt in eigener Verantwortung!
  • Ich hab mich gestern mal eingelesen. Die MoS2 Variante hat ja den Nachteil des geringen Schmelzpunktes von 450°C. Hingegen zu hBN mit etwa 1200°C.

    Es kostet halt mehr. Liest man die von mir geposteten Artikel, ergibt sich für mich die Erkenntnis, dass je nach Kaliber durchaus Präzisionsverbesserungen möglich sind. Die Laufzuschmierung aber gerade durch die hohe Chemikalienresistenz wahrscheinlich ist. Interessant ist auch, dass sich gerade bei stärkeren Ladungen die Geschosse langsamer werden als die unbeschichteten. Auch wird gesagt, dass die Bleiabschmierungen von den Geschossen in Feldern bleibt und damit Mischschichten entstehen. Auch wird empfohlen VM Geschosse zu beschichten. Um eine höhere Stabilität zu erreichen und diese Abschmierungen zu minimieren.

    Daher zumindest nach meinem befinden nur bei LW Munition mit großen Distanzen/Geschwindigkeiten wirklich sinnvoll. Wobei laut den Artikeln die Schmierwirkung Lauf schonender sein soll, als die VM/Teilmantel Geschosse.
  • Hallo,

    mir ist der Sinn der Beschichtung nicht ganz klar.
    Ich schieße seit über zwanzig Jahren nur selbst gegossene Bleigeschosse aus Auswuchtblei.
    Von 7,65mm bis .45 ACP und habe weder Probleme mit Verbleien oder Verschleiß.

    Warum sollte ich die Geschosse noch beschichten?

    Bei .357 und .44 Mag kommt ein Gascheck drauf und gut ist.

    Reinigen mit Waffenöl und Bronzebürste. Das werde ich auch so beibehalten.

    Gruß Michael
  • Michael schrieb:

    Hallo,

    mir ist der Sinn der Beschichtung nicht ganz klar.
    Ich schieße seit über zwanzig Jahren nur selbst gegossene Bleigeschosse aus Auswuchtblei.
    Von 7,65mm bis .45 ACP und habe weder Probleme mit Verbleien oder Verschleiß.

    Warum sollte ich die Geschosse noch beschichten?

    Bei .357 und .44 Mag kommt ein Gascheck drauf und gut ist.

    Reinigen mit Waffenöl und Bronzebürste. Das werde ich auch so beibehalten.

    Gruß Michael
    Hallo Michael,
    die Idee ist eben nicht zu fetten und keinen Gascheck zu verwenden. Zumal es keinen Nachschub mehr an Auswuchtblei oder Letternblei mehr gibt. Einige berichten, das das Blei so auch weicher sein kann. Ob das wirklich so stimmt weiß ich persönlich nicht.
    In jedem Fall sinkt der Aufwand dramatisch weil eben zum Fetten nicht mehr jedes Geschoss in die Hand genommen wird. Einige kalibrieren auch nicht mehr. Bei manchen Kokillen geht das wohl.

    Gerade beim Pulverbeschichten werden einige hundert Geschosse mit Softair Kugeln und Farbe im Tumbler oder im Plastik Eimer geschüttelt oder geschwenkt und ca 15 Minuten gebacken.
    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!
  • Kann viele Gründe haben. Mal von den giftigen Gasen bei reinen Bleigeschossen ist es vor allem wegen der Präzision interessant. Aber das gilt vorwiegend für LW Munition. Der Test mit beschichteten VM Geschossen hat den Streukreis von etwa 50-60mm auf etwa 20mm auf 100m reduziert. Ob das jetzt an der besser gleitenden Beschichtung oder den leicht erhöhten Durchmesser liegt, sei mal dahingestellt. Das wären aus meiner Sicht die 2 vorwiegenden Gründe. Ich glaube inzwischen auch weniger, daß man einen Lauf so schnell kaputt bekommt, dass man sich insgesamt über VM oder beschichtete Geschosse einen Kopf machen muss, wenn man die Waffe nicht komplett vernachlässigt. Für KW insgesamt vermutlich auch uninteressant. Ist aber meine persönliche Meinung. Das Verbleien von Läufen ist ja wieder ein anderes Thema und hängt neben der Reinigung ja auch vom Material für das Geschoss ab, soweit ich weiß.

    @erndi
    Das Video habe ich mir angeschaut. Soweit ich das gesehen habe, besteht aber auch die Möglichkeit, das ganze mittels Tumbler und Kugeln aufzutragen. Hier benötigt man lediglich eine Messerspitze (hBN). Das sieht mir nach weniger Sauerei und Ergiebiger aus.
    Vielleicht mal einen Versuch wert.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von BrainBug ()

  • BrainBug schrieb:

    Das Video habe ich mir angeschaut. Soweit ich das gesehen habe, besteht aber auch die Möglichkeit, das ganze mittels Tumbler und Kugeln aufzutragen. Hier benötigt man lediglich eine Messerspitze (hBN). Das sieht mir nach weniger Sauer und Ergiebiger aus.
    Vielleicht mal einen Versuch wert.
    hBN? ?(
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  • Ich kann nur von KW Geschossen berichten.

    MoS2 -Lyman Super Moly- ist sehr einfach mittels Tumbler und Kugeln, schnell zu beschichten und die Geschosse fliegen echt suuuper. Habe ich weder mit H&N, die ich jahrelang verwendet habe, noch mit Hornady VM Geschosse geschafft.

    Ich habe mich lange Zeit gegen das Selbstgießen gesperrt, bis mich ein Kumpel mal zum Gießen eingeladen hat.
    Ich war erstaunt über den schnellen Erfolg.

    Ich verwende die bislang, hauptsächlich in 45 ACP, weil das selbstgießen Spass macht und ich für wenig Geld Geschosse fertigen kann, die auch noch deutlich präziser sind als die o.a. Geschosse! :ja:

    Ich verknalle die 45 ACP mit MoS2 und die Pulverbeschichteten aus meiner CZ97 Sport mit Polygon Lauf(!) und aus meinem Revolver mit ZF Lauf, das putzen hält sich wirklich in Grenzen! :sm03:
    Gruß :winke:
    erndi
    Leider sind meine Schussbilder zu "groß", um die hier einzustellen!
    http://www.schiess-ausbildung.de :winke:

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  • erndi schrieb:

    Leider sind meine Schussbilder zu "groß", um die hier einzustellen!
    Die Bilddateien lassen sich konvertieren, dann sollte das mit dem Einstellen klappen
    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich
    :wdl_rot :wdl_rot
  • Also ich weiß ja nicht, was manche hier so für Ängste wegen den Pulverlacken im Lauf haben. Die einzigen Rückstände in meinen KW-Läufen sind Schmauchablagerungen, die sich recht einfach entfernen lassen. Jedenfalls nicht schwieriger, als bei allen anderen Geschosstypen, die ich so verwende.

    Hab gestern erst wieder einen Schwung vorbereitet...

    [spoiler][spoiler][/spoiler][/spoiler]
  • Vielleicht sind wir da auch nur zu skeptisch.
    Wenn du keine Ablagerungen hast, stellt sich mir aber die Frage, wie hart die Oberfläche ist, dass du keinen Abrieb hast und wie wirkt sich das auf die Felder aus. Dass muss ja dann schon ein bisschen schleifen. Zumindest Bleirückstände hätte ich erwartet.
  • Bleirückstände kann es nicht geben weil die Lackschicht vollkommen intakt ist wenn das Geschoss durch den Lauf ist
    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich
    :wdl_rot :wdl_rot
  • Und genau das macht mir sorgen, denn die Felder einer Waffe haben einen Grund ;)

    Vielleicht kann ich mir auch nur nicht vorstellen, wie ein VM Geschoss die entsprechenden Einkerbungen hat und ein lackbeschichtetes Geschoss
    gleichzeitig so hart und flexibel sein soll, dass es trotz der Felder und der damit verbundenen einleitenden Rotation durch Einschneiden noch intakt bleibt.
    Aber ich bin inzwischen schon sehr daran interessiert, das mal selbst auszuprobieren. :thumbsup:

    So, hab mir mal das OKS100 MoS2 bestellt. Wenn ich schon mecker, will ich es auch mal praktisch versucht haben ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von BrainBug ()

  • BrainBug schrieb:



    Vielleicht kann ich mir auch nur nicht vorstellen, wie ein VM Geschoss die entsprechenden Einkerbungen hat und ein lackbeschichtetes Geschoss
    gleichzeitig so hart und flexibel sein soll, dass es trotz der Felder und der damit verbundenen einleitenden Rotation durch Einschneiden noch intakt bleibt.
    Also gleich vorweg: vielleicht verstehe ich deine Aussage auch nicht ganz richtig... ;)

    Ich beschichte meine selber gegossenen Geschosse mit Pulverlack. Um zu testen, ob die Beschichtung gut ist, gibt es einen einfachen Test, welcher im Internet empfohlen wird. Man nimmt das fertig beschichtete Geschoss und schlägt es mit dem Hammer platt. Platzt der Lack ab, war es nicht gut beschichtet. Bleibt der Lack aber auf dem Geschoss, dann soll es in Ordnung sein.

    Später habe ich einmal ein paar Geschosse aus meiner Pistole in einen Sandsack geschossen und sie anschliessend dort wieder herausgefischt. Die Züge und Felder waren klar erkennbar auf dem Geschoss, dennoch war es an diesen Stellen noch immer blau beschichtet. So gesehen gehe ich davon aus, dass die Beschichtung hält.
  • Nein, hast du richtig verstanden. Ich konnte mir das nur nicht vorstellen, dass der Lack erhalten bleibt bei den Einkerbungen.
    In dem Fall sehe ich es tatsächlich für richtig an, dass der Lacküberzug durch die Trockenschmierwirkung die Züge schont (Verschleißarmer) und die Reibung mindert.

    Kannst du sagen wie es sich bei einem erwärmten Lauf verhält? Da MoS2 ja ab ca. 350°C flüssig wird?
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