Wer viel misst, misst Mist

  • Waagen

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  • Wer viel misst, misst Mist

    Hey Leute,

    ich bin jetzt mal dazu gekommen meine neue G&G JJ100B auszutesten und habe einfach mal 100 meiner 68gr Hornady BTHP Geschosse vermessen und bin fast Wahnsinnig geworden.

    Normalerweise ist ja die Definition von Wahnsinn immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

    Allerdings habe ich immer das Gleiche getan und auch tatsächlich immer das gleiche Ergebnis erwartet.

    Begonnen habe ich damit verschieden Gefäße für die Geschosse in 0,1gr Schritten von 67,8gr bis 68,3gr vorzubereiten für die Sortierung.

    Schon kurz nach Beginn ist mir augefallen das ein uns das selbe Geschoss bei mehreren Wiegungen verschiedene Ergebnisse brachte.

    zB. von 68,03 auf 68,06 und wieder 68,03 zurück auf 68,06 dann 68,05 und danach 68,04. So manch einmal schwankte das ganze auch zwischen 68,4 und 68,06 hin und her, so dass ich kurz am überlegen war die Sortierung in 0,05gr Schritten vorzunehmen.

    Einmal ging das ganze auch von 68,01 über 68,05 und 68,08 auf 68,10 und wieder zurück auf 68,09.

    Jetzt frage ich mich natürlich ob das ganze so normal ist oder ob es einen Fehler bei mir oder den Einstellungen gibt.

    Vielleicht kann mich ja einer von den Wiegeprofis hier erleuchten.


    Zur Vollständigkeit hier mal die vorläufige Sortierung:


    GewichtAnzahl
    67,8gr1
    67,9gr7
    68,0gr40
    68,1gr49
    68,2gr1
    68,3gr2
  • Ich hab sie auchgerichtet mit der eingebauten Dosenlibelle, danach angeschaltet und etwas über 15min warm laufen lassen.

    Als nächstes geeicht mit dem 100g Gewicht und mit dem messen begonnen.

    Zuerst einfach mal von dem Hornady Auto Charge die beinen Gewichte raufgepackt und war erstaunt wie genau diese sind. Zwar da noch in gramm, aber das 50g Gewicht lag bei 50,000g und das 10g Gewicht bei 9,999g.

    Danach dann in gn umgestellt und die Geschosse gewogen.
  • @Chris Is Shooting
    hast alles richtig gemacht.
    Allein wenn Du nur in die Nähe des Waagentellets kommst, wirst Du Veränderungen haben.
    Auch kann die Waage gaaanz leicht weglaufen.
    Welche Abweichung im 0,1 Milligrammbereich würdest Du denn akzeptieren?
    Und denk daran auch Deine getrimmten Hülsen (evtl. auch die Zündhütchen) mal auszuwiegen, damit alle Faktoren berücksichtigt werden.
    Gruß Hermann :)

    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • treppenfahrer schrieb:

    @Chris Is Shooting
    hast alles richtig gemacht.
    Allein wenn Du nur in die Nähe des Waagentellets kommst, wirst Du Veränderungen haben.
    Auch kann die Waage gaaanz leicht weglaufen.
    Welche Abweichung im 0,1 Milligrammbereich würdest Du denn akzeptieren?

    Naja die Einstellungen sind momentan so, das die Empfindlichkeit auf höhster Stufe ist, aber auch die Schwingungsdämpfung. Solange ich den Teller nicht berühre ändert sich da nichts. Mir ist klar das wir hier von einem Bereich von 0,0x gr reden, also x,x mg. Aber irgendwie hatte ich erwartet doch bei ein und dem gleichen Gegenstand bei direkten Messungen hintereinander den gleichen Wert angezeigt zu bekommen.

    Wie macht denn so eine Sortierung nach Geschossgewicht Sinn? Mein Ziel war es eigentlich stark abweichende Geschosse herauszufiltern und zu schauen wie genau überhaupt die Fertiung ist.

    Jetzt habe ich die meisten Geschosse bei 68,0 gr und 68,1 gr. Wobei hier viele dabei sind die um die 68,05 herum schwanken und ich diese anhand von Tendenzen einsortiert habe.


    treppenfahrer schrieb:


    Und denk daran auch Deine getrimmten Hülsen (evtl. auch die Zündhütchen) mal auszuwiegen, damit alle Faktoren berücksichtigt werden.

    Ich gehe einfach mal von Sarkasmus aus.

    Das wiegen von Munitionsteilen die sich bewegen und auf die beim Flug besondere Einflüsse wirken macht im weiteren ja noch Sinn.
    Aber das wiegen von Hülsen (abgesehen von der Volumenfeststellung) und Zündhütchen erachte ich als Blödsinn.
  • Oh nein, das mit den Hülsen meine ich so.
    Bist Du ganz sicher, dass sich Messing beim Hochdruckformen immer 100%ig gleich verhält?
    Je nach Hersteller wirst Du Dein blaues Wunder erleben.
    Nicht einmal die Hülsenlängen neuer LW-Patronen sind gleich.
    Aber wenn Du getrimmte Hülsen auch im Tolleranzbereich von 1-2 Grain als Los aussortierst, hast Du eine gute Basis. Das mit den Zündis ist bei vernünftigem Hersteller zu vernachlässigen.
    Gruß Hermann :)

    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • treppenfahrer schrieb:

    Oh nein, das mit den Hülsen meine ich so.
    Bist Du ganz sicher, dass sich Messing beim Hochdruckformen immer 100%ig gleich verhält?
    Je nach Hersteller wirst Du Dein blaues Wunder erleben.
    Nicht einmal die Hülsenlängen neuer LW-Patronen sind gleich.
    Aber wenn Du getrimmte Hülsen auch im Tolleranzbereich von 1-2 Grain als Los aussortierst, hast Du eine gute Basis. Das mit den Zündis ist bei vernünftigem Hersteller zu vernachlässigen.
    Ok, dann habe ich das falsch aufgefasst.
    Aber wenn man die Hülsen in diesem Gewichtsbereich misst, müsste man dann nicht auch prüfen ob durchgängig die Wandstärke die gleiche ist?
    Das wäre aus meiner Sicht nicht umsetzbar.

    Bei den Zündhütchen müsste man aber auch sicher sein, das die Blechstärke und das Blechgewicht immer das gleiche ist um sicherzugehen dass durch das Wiegen die Zündmasse immer die gleiche ist.
  • Wandstärke spielt auch eine Rolle.
    Bei gleicher Länge und gleichem Gewicht, lassen sich andere Faktoren schon fast vernachlässigen.
    Gruß Hermann :)

    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • erstens hast du bei Digitalanzeigen IMMER +- x Digits
    zweitens wird die Waage wahrscheinlich im Dezimalsystem arbeiten und Grain daraus errechnen, also der zweite Rundungsfehler
    0,001g sind 0,0154gr, also springt die Anzeige schon mal zwischen 0,01 und 0,02gr
    Die Waage selbst kann ja nur 0,001g, plus minus 1 Digit. Das ist am Limit

    Drittens legt man in solch einem Fall das zu messende Objekt auch mindest dreimal auf die Wagge und ermittelt daraus den Mittelwelt.

    Alternativ kann man auch das Objekt auflegen und auspendeln lassen, Wert notieren und Waagschale leicht antitschen und erneut auspendeln lassen. Das mindest drei mal

    Korinthenkakkerei: Die Waage wird auch nicht GEEICHT, sondern kalibriert. Eichen darf nur das Eichamt mit geeichten und zugelassenen Gewichten.
    jeder muß selbst wissen, was er tut
  • 45ACP schrieb:

    Drittens legt man in solch einem Fall das zu messende Objekt auch mindest dreimal auf die Wagge und ermittelt daraus den Mittelwelt.
    Was......bei einer Laborwaage. Das ist nicht dein Ernst.

    Wir haben im Institut Waagen mit 7 Nachkomma Stellen, da wird auch nichts 3 mal aufgelegt.
    Messen geht über Glauben!
    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich
  • Ich habe ne G&G PLC200. Ich lasse meine Waage 1 Tag Warmlaufen.
    Sie ist im Wasser in nem kleinem Raum zum Wiegen, wo auch sonst keinen Briese weht.
    Sie driftet an nem schlechten Tag (Luftdruckwechsel) um 0,05 grain.
    An der Waage kann man aber noch zahlreiche Filter einstellen.

    Aber wie schon von 45ACP weiter oben geschrieben, kommst du mit der Auflösung ans Limit.

    Die Wiederholgenaigkeit ist ein weiterer Punkt, hier kannst du aber auch noch Einfluss nehmen.
    Z.B etwas ausmacht ist wie bzw wo das Wäagegut plaziert wird. Dazu habe ich mir einen Kreis auf die Wäagefläche gezeichnet, damit ich so wiederholgenau wie möglich messe.

    Zuerst solltest du mal deine Waage kennenlernen und mal wissen wie sehr sie driftet wenn sie betriebswarm ist.

    Hast du Kalibriergewichte ? bzw was zum Checken ? Ich habe früher bevor ich zwei (ein Gewicht warbei meiner Waage dabei) hatte mir mit Geldstücken Kalibriergewichte gemacht, einfach zum Checken ob vor der eigentlichen Messung immer das gleiche rauskommt.

    Weiter habe ich die Kabel so verlegt das sie fernab von anderen Kabeln sind und das Handy ist auch weit weg.

    Auf die Frage ob das Ganze sich lohnt, sage ich ja - ich bekomme mit einer nicht teuren Waage sehr gute Ergebnisse.

    Was wiege ich mit der Waage : Pulver, Hülsen Geschosse und Komponeneten für Bettungen.

    Ich wiege/sortiere
    Hülsen zum Beispiel 308 Win auf 1 grn Unterteilung
    Geschosse 0,1 grn
    Pulver 0,05grn

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Fritzchen ()

  • Also meine Küchenwaage detektiert mein Handy beim Telefonieren schon aus mehr als 2m.
    Beim Wiegen mit der Laborwaage ist gar kein Handy im Raum.

    Kannst ja mal auf Flugmodus stellen, wenn das Handy dabei sein muss.
    Kann durchaus solche Probleme machen, aber kann auch was anderes sein.

    Meine Mettler-Toledo muss übrigens 30min warmlaufen, steht aber auch in der Anleitung.
  • Summer69 schrieb:

    45ACP schrieb:

    Drittens legt man in solch einem Fall das zu messende Objekt auch mindest dreimal auf die Wagge und ermittelt daraus den Mittelwelt.
    Was......bei einer Laborwaage. Das ist nicht dein Ernst.
    Wir haben im Institut Waagen mit 7 Nachkomma Stellen, da wird auch nichts 3 mal aufgelegt.
    bei unserer Gaswaage mit 1mg bei 50kg Last machen wir das auch nicht.
    Ich habe in einer Zertifizierungsstelle gearbeitet, das nennt sich dann Wiederholgenauigkeit oder Reproduzierbarkeit.

    Aber wir reden hier nicht von einer Hochpräzisionswaage mit 7 Stellen Auflösung
    Bei einer Digiwaage kommt es auch darauf an, den Probanden immer an der gleichen Stelle zu plazieren.
    Einfacher Test: Das Prüfgewicht an allen vier Ecken und in der Mitte positionieren, und schon sind die Abweichungen da.
    jeder muß selbst wissen, was er tut
  • Chris Is Shooting schrieb:

    Aber das wiegen von Hülsen (abgesehen von der Volumenfeststellung) und Zündhütchen erachte ich als Blödsinn.
    Wenn man Benchrest Wettkämpfe bestreitet ist das sogar zwingend erforderlich, sagte mir ein WM Teilnehmer in unserem Verein, aber sonst ist das, finde ich, übertrieben!

    Chris Is Shooting schrieb:

    Als nächstes geeicht mit dem 100g Gewicht und mit dem messen begonnen.
    Stell mal das 100 Gramm Gewicht auf die Waage und wiege das in Grain!
    Vmtl. wirst auch da schon Abweichungen sehen! :ja:

    Wir sprechen hier von Grain und da sind die gewogenen Abweichungen ein Fliegenschiss, bei einem Hobby Schützen!
    Gruß :winke:
    erndi
    http://www.schiess-ausbildung.de :winke:

    Sämtliche Daten sind ohne Gewähr. :mea:
    Jeder Wiederlader handelt in eigener Verantwortung!