Hülsenhalskalibrieren der 7,62x54r

  • Hallo alle Miteinander,


    Habe gestern angefangen meine ersten Patronen zu laden bzw. wollte mich um die Hülsenbearbeitung kümmern.


    Hab PPU Hülsen (Fabrikmunition) zur Hülsengewinnung einmal abgefeuert (Nagant 91/30 FEG 1952 aus Ungarn) und wollte diese jetzt nur Halskalibrieren.


    In diversen Foren steht, dass man das ohne Probleme auch mit der Vollkalibriermatrize machen kann, in dem man diese mit einem Abstandshalter (Ladestreifen eines 98ers oder entsprechend dicke Beilagscheibe) in die presse eindreht.

    Das habe ich gestern mal versucht und die Hülse zur Ermittlung der richtigen Einschraubtiefe mit Edding bemalt. Anschließend in die Presse gegeben, Pressenstempel nach oben und die Kalibriermatrize bis zum erstem leichten Widerstand eingeschraubt.


    Ziel sollte es sein das so lange zu tun, bis (sichtbar durch die Abnutzung des Edding) der Hülsenhals bis kurz vor die Schulter kalibriert wurde.


    Was mir jedoch aufgefallen ist, dass der Korpus bereits ab dem erstem Millimeter mitkalibriert wird was bei einer HH Kalibrierung doch ausgelassen werden sollte.


    Ich benutze einen LEE Pacesetter Matrizensatz...deshalb meine Frage ob ihr auch eine solche Beobachtung gemacht habt und ob das nur für den Lee Satz oder auch andere Matrizen gilt? :nw:

    mfg


    Thomas


    Alle Ladedaten ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich

  • In "diversen Foren " steht viel - auch Unsinn. Mir ist bisher kein Kaliber bekannt wo eine Hülsenhalskalibrierung mit einer Vollkalibriermatrize möglich ist. Denn sobald der HH kalibriert wird, wird zugleich der Hülsenkörper- da konisch - kalibriert.

  • Jep das dacht ich mir fast dass das ned so ganz möglich ist...na dann besorg ich mir mal ne HH Kalibriermatrize...

    mfg


    Thomas


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  • Habe im Anhang zu einer originalen Unterhebelbüchse in 32W.C.F. nebst einigen Hülsen auch den zugehörigen Matrizensatz vom Verkäufer gleich mit erworben. Hersteller bis dato unbekannt, - so ist das wenn man zu blauäugig ist. War von LEE.

    Nachdem es mir damit unmöglich war, die alten Zünder auszustoßen o h n e gleich die Hülse brutalst bis unten hin zu kalibrieren, hab ich mir zur Ansicht einen Satz von RCBS kommen lassen. Und sehe da: völlig neues Ausstoßer- und Kalibriergefühl. Nun bestimmt meiner einer wie weit kalibriert wird. Das der Alu-Einsatz der Geschoßsetzmatritze ab Werk so nicht so zu gebrauchen war und erstmal entgratet werden musste war zwar kein großes Problem, sei der Vollständigkeit halber aber noch angemerkt.


    Kurzum: hab den LEE Satz verschenkt.

  • In "diversen Foren " steht viel - auch Unsinn. Mir ist bisher kein Kaliber bekannt wo eine Hülsenhalskalibrierung mit einer Vollkalibriermatrize möglich ist. Denn sobald der HH kalibriert wird, wird zugleich der Hülsenkörper- da konisch - kalibriert.

    Das stimmt so nicht. Gerade weil der Hülsenkörper, bei einer Flaschenhülse, konisch ist kann es funktionieren. Ich betone extra, "kann". Denn das liegt natürlich an der Konizität, sprich wie steil der Winkel der Hülse ist. Man muß natürlich schon entsprechend Abstand zum Hülsenhalter lassen. Zwei bis drei Zehntel langen da nicht.

    Und es hängt auch von den Maßen des Patronenlagers und der Matrize ab. Die sich aus den dann großen Hülsendurchmessern ergebenden Abmessungen führen da natürlich zu Problemen. Gerade wenn man zudem noch "enge" Matrizen verwendet.

    Ich hatte das mal mit meinem Perser in 8x57IS.

    Bei dem konnte ich nicht den Hals mit der Vollkalibriermatrize kalibrieren. Bei meinem K98k ging das aber Problemlos. Denn der hat einen Heym-Nachkriegslauf mit ziemlich engem Patronenlager.

    Letztendlich hab ich mir dann aber doch eine Halskalibriermatrize zugelegt, da ich damit den Hals bis runter zur Schulter kalibrieren kann. Was auch Sinn macht, da man dadurch einen sichereren Geschoßhalt hat. Speziell für schwerere Geschosse.

  • Der Hülsenhals sollte, für einen sicheren Geschoßsitz, kaliberstark - also bei einer 8x57 circa 8 mm kalibriert werden. Und Hier hat man bereits Kontakt mit den Hülsenkörper. Schwärzt eine Hülse mit den Edding ein dann seht ihr es.

  • Nun ja ich denke jetzt nicht, dass die LEE Matrizen die schlechtesten sind. Ich glaube für das Geld passen die schon und sie erfüllen auch ihren Zweck, vor allem in Kurzwaffenbereich.

    Ist auch mein erster LEE Satz und ich glaube auch dass mir das mit den Matrizen anderer Hersteller passiert wäre, da ja die CIP Maße der Kalibriermatrize immer gleich sein sollten.

    Habe mir mittlerweile eine Halskalibriermatrize von RCBS gekauft mit der habe ich in 8x57IS keine Probleme bisher.


    Vielen Dank für eure Antworten.:clap:

    mfg


    Thomas


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  • Das mit dem sicheren Geschoßsitz ist so eine Sache. Man soll zwar kaliberstark kalibrieren, aber da kommen noch andere Faktoren hinzu. Hülsenwandstärke, Hülsenmaterial (eher spröde oder weich z.B. durch glühen), gecrimpt oder nicht, Crimprille im Geschoß, Crimpart usw.

    Ich hab meine Hülsenhälse jedenfalls schon nur 7mm tief kalibriert und hatte keine Probleme damit. Waren aber auch recht spröde Hülsen von S&B.