Präzisionsschießen - Robert Albrecht

  • Hat jemand zufällig das Buch (neuesten Versionen):

    - Präzisionsschießen: Ein Leitfaden für Langwaffenschütze

    - Präzisionsmunition für Wiederlader


    von Robert Albrecht und kann sagen, ob diese sich inhaltlich überschneiden?

    Welches Buch macht dann für uns als Wiederlader mehr Sinn. Mich interessiert vor allem das Thema Drall, Drallwinkel, Drallsteigung (auch wenn durch uns nicht beeinflussbar, interessiert mich vor allem

    die theorethische Geschosswahl (Gewicht etc.).)

  • Das letzte ist im Prinzip eine Fortsetzung des ersten Buches und geht noch mehr ins Detail, vor Allem zum Thema Hülsenvorbereitung und -bearbeitung. Sinn machen beide, wenn man sich's antun will.

  • Bei http://www.jmbballistics.com/cgi-bin/jbmstab-5.1.cgi


    findest du was um mit der Millerformel die Stabilität von Geschossen zu berechnen.

    Link hab ich gerade vom Handy abgeschrieben weil der Firmenserver den Link sperrt, also keine Gewähr

    Ist vielleicht in dem Zusammenhang interessant.

    Ich garantier für nix.

    Jeder ist sich selbst der Nächste.

  • Ja, der Herr hat einige gravierende Fehler in seinen Bücher, soweit ich es verfolgen konnte. Auch ist sein Schreibstil wohl "unangemessen".

    Aber vielleicht ist ja doch was interessantes dabei.


    Danke für deinen Hinweis, mich hat hat das ähnliche Publizierungsdatum und nahezu gleiche Seitenanzahl etwas stutzig gemacht.

    Zum neuen Präzisionsschießen gibt es auch noch keine Rezensionen und es gibt wohl in seinen Neuauflagen kaum Neues, so bisher die Meinungen in Amazon.

  • Die BC Rechner hab ich schon gefunden. Insb. zum Drall .223 hab ich viele schöne Infos gefunden, die über die reine Berechnung hinausgehen.

    Vieles greift ja auch erst ab 200-300 Meter. Für mich war insbesondere die Beschichtungswahl und die V0 diesbezüglich interessant (6-12").

    Dazu würde ich gerne einfach mehr erfahren, da gerade die Geschwindigkeit, das Zerreißen der Beschichtung und Geschossgewicht doch ganz interessant ist was das

    Thema betrifft. Da ich ja demnächst selber Geschosse gießen und beschichten will, ist die Waffenwahl doch gar nicht so uninteressant (wie gesagt, immer Entfernungsabhängig). Das selbst Winter/Sommer so viel ausmachen aufgrund des veränderten Luftwiderstandes erklärt so auch das eine oder andere Phänomen, zum Thema Geschosstaumeln/Zerreißen.

  • Auch ist sein Schreibstil wohl "unangemessen".

    Aber vielleicht ist ja doch was interessantes dabei.

    Das schreibt er aber im Vorwort schon rein.

    Wer damit nicht klar kommt, soll es halt lassen.

    Im neuen Buch sind interessante Artikel dabei, wie schon geschrieben über Hülsen, Moly, etc.

    Für den Preis ganz ok.

    Ja, der Herr hat einige gravierende Fehler in seinen Bücher, soweit ich es verfolgen konnte.

    Hast du da zu mal was?

    Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten

    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich

  • Ich hab sie mir mal bestellt, bin mal gespannt als Pendant zu den "Precision long range shooting" Büchern.

  • Ich habe das erste Buch in der ersten Auflage und auch das zweite Buch in der ersten Auflage.


    Für ein deutsches Buch OK, wobei das zweite Buch ist mehr Werbung für sein Präzisionszeug, dass er verkauft.


    Ich fand das erste Buch besser,

    Das zweite Buch hat einen guten InfoTeil für Einsteiger, weiter im zweiten Buch geht es um Kaliberwahl, aber dann nur neues oder exotisches Zeug.


    Lies selbst und bilde dir deine Meinnung, gerne auch hier ein Feedback, wie du es siehst hier

    Ich übernehme keine Haftung für von mir gepostete Ladedaten und ebensowenig für Quickload-Berechnungen.

    Einmal editiert, zuletzt von Fritzchen () aus folgendem Grund: Ergänzung und Typo's raus

  • Ich hab grade im Buch gelesen, dass es nur präzise Munition geben kann, wenn der Diameter des Geschosses kleiner als das Zugmaß ist.

    Bring ich da jetzt was durcheinander?


    Ich war bisher der Meinung, dass nur ein Übermaß gut ist, schon allein um den Gasschlupf in Griff zu kriegen...

  • Ich hab grade im Buch gelesen, dass es nur präzise Munition geben kann, wenn der Diameter des Geschosses kleiner als das Zugmaß ist.

    Bring ich da jetzt was durcheinander?


    Ich war bisher der Meinung, dass nur ein Übermaß gut ist, schon allein um den Gasschlupf in Griff zu kriegen...

    Na ja...die Mischung macht's.

    Perfekt ist es,wenn das Material das von den Feldern verdrängt wird,den Platz bei den Zügen ausfüllt....so mein Verständnis

    Zuletzt noch der Spruch: jeder Wiederlader handelt für sich selbst verantwortlich, keine Gewähr für die Angaben etc. :la:

  • Na bisher heißt es ja immer, ca. 0,002" größer als das Kaliberdurchmesser. Das stimmt nach der Aussage im Buch halt nicht mehr. Damit wären auch viele Werksgeschosse eigentlich schlechter als nötig. Andererseits schreibt er, der Lauf muss Gasdicht sein, weshalb das Geschossmaß ausreichend groß sein muss.


    Ich weiß nicht, ob er sich da vertan hat, wie mit der Turret Presse, die eine progressiv Presse sein soll...

  • Das muss man vielleicht etwas präzisieren.

    Für Bleigeschosse steht oft 0,001" - 0,002" größer als Zugkaliber.

    Bei Mantelgeschossen gleich oder sogar 0,001" kleiner als das Zugkaliber und spricht für das, was Gattler geschrieben hat.


    In der Folge müssen MoS2 und Pulver beschichtete Geschosse sich an den Mantelgeschossen orientieren. Kupferabscheidungen sind ja nur wenige Mikrometer dick (120-150). Bei Lackbeschichtungen sieht es ja mit ca. 60-90 Mikrometer ähnlich aus und bevorzugt vermutlich eher dann -0,001" nach der Kalibrierung und dann lackieren oder gleich auf Maß trimmen nach dem Lackieren.


    Lieg ich da falsch? Oder wie sind die Erfahrungen?

    Einmal editiert, zuletzt von GentleSky1431 ()

  • So hätte ich das auch gesagt zu Rest.


    Bei den Bleigeschossen gibts je nach Kaliber noch unterschiedliche Verkupferungsdicken . Bei 148WC für 38 SPL , ist die Kupferschicht bspw. dünner als für 44 Maggi.



    Ich übernehme keine Haftung für von mir gepostete Ladedaten und ebensowenig für Quickload-Berechnungen.

  • Hab grad das andere Buch von ihm an der Stelle quer gelesen.

    Hier schreibt er ausdrücklich, dass das Geschosskaliber 0,001 bis 0,004" größer sein muss, und das

    es in der vorherigen Ausgabe falsch ist (Präzisionsschießen). Das Buch Präzisionsmunition ist allerdings auch aus 2018 und hat diesen Fehler immer noch (wieder) drin.


    Er schreibt auch nicht, ob Blei oder Kupfer-(Mantel) Geschosse. Da er die ganze Zeit von Benchrest redet, kann es eigentlich nur ein Mantelgeschoss sein.

    Da halte ich 0,004" Übermaß für fragwürdig und vielleicht sogar gefährlich. Ich mein das Buch ist für "fortgeschrittene", aber dafür sind mir jetzt viele Dinge komisch oder falsch vorgekommen. Gerade das Trimmen mit den gängigen Geräten von RCBS/Redding usw. nennt er schlecht, da nur das Trimmen über die Hülsenkörper zu gleichen Ergebnissen führen soll. Ich hab es jetzt noch nicht gegenprüfen können, aber das würde wohl nur gehen, wenn man zig Hülsenaufnahmen hat. Die Hülse ändert sich ja insb. durch das Abschießen, bis es ans Patronenlager passt. Hinzu kommen Fehler in dem Hülsenaufbau an sich. Ob das wirklich so viel besser ist, als die Aufnahme über den Hülsenboden kann ich nicht beurteilen, glaube aber, dass er teilweise Geräte von "Freunden" verkaufen will. Das Gießen ist für Wiederlader nach seiner Meinung tabu, da durch die Bleilegierung zu viele Ungenauigkeiten vorhanden sein sollen und nur stangengepresste Rohlinge gut sind. Das mag ja sein, aber nicht jeder kann "swagen". Auch schreibt er später wieder von der MoS2 Beschichtung, was er dann wohl auch nur für Kupfermäntelgeschosse nimmt (s.o).


    Insgesamt habe ich bisher ein gemischtes Gefühl zum Buch. Teilweise liegen offensichtliche Fehler oder Ungenauigkeiten vor, die zum Teil gefährlich sein können. Auch ist sein Teil, den er für Anfänger geschrieben, hat so mit Fachbegriffen und Textbeschreibungen dargestellt, dass ein solcher vermutlich nicht damit klar kommt. Es sind tatsächlich einige nette Ansätze da, die aber durch das benötige Material (Messgeräte und Fräser) nur noch im absoluten High-End Bereich Sinn machen. An sich ist das Buch lesenswert, man muss aber stets nachdenken, da wie gesagt einige Aussagen falsch oder gefährlich sind.

    Wer vor hat, sich gut 60-120 Minuten mit einer einzigen Hülse zu beschäftigen, und auch die Geräte dazu hat, wird hier mehr nützliches finden, als der Durchschnittswiederlader. Lesen kann man es aber dennoch mal, da es auch viele Fehler in den Grundkomponenten des Wiederladers aufzeigt. Viele Informationen wie z.B. Ballistik usw. sind ausreichend erklärt, aber gibt es auch woanders verständlicher und umfangreicher umsonst zu bekommen.


    Das Buch Präzisionsschießen ist laut seiner Darstellung übrigens Band 1 und Präzisionsmunition Band 2, die aufeinander aufbauen sollen. Man sollte daher beide kaufen, wobei sich viele Informationen im 2. Buch wiederfinden (doppelt). Die angeblich genauer Darstellung (z.B. Glattschießen der Läufe) in Band 1 konnte ich nicht feststellen. Es war quasi der gleiche Inhalt. Ob man Band 1 als Wiederlader brauch weiß ich jetzt nicht. Aber das Wissen um Rohrschwingung usw ist ja hilfreich. Wobei die Darstellung von anderen Autoren teils besser gelungen ist (z.B. Geschosstendenzen je nach Links- oder Rechtsdrall des Laufen).


    Herr Albrecht scheint schon aus beruflichen Gründen viel Wissen zu haben. Aber er hat wohl einige "Flüchtigkeitsfehler" drin, die vielleicht nach und nach in den Folgeauflagen verschwinden. Den Titel Präzisionswiederladen darf man hier genau nehmen, und man muss zum nachvollziehen sehr sehr viel Zeit und Geld investieren, um den vollen Benefit aus dem Buch zu ziehen. Gerade dass man Geschosse nicht Gießen darf usw. dürfte ins Geld gehen (Rohlinge kosten einfach zu viel. Für das Swagen selbst kann man gut und gern 1200-1500 € ohne Rohlinge rechnen).


    Ich bin jetzt noch nicht mit beiden Büchern durch, aber dich denke meine persönliche Meinung zu den Büchern steht soweit fest, und hier als kleine persönliche Rezension für den möglichen Interessierten :)

  • Danke für dein ausführliches Feedback.


    RAL-Bullets ist ja auch seine Firma, daher der Werbekram....

    Ich übernehme keine Haftung für von mir gepostete Ladedaten und ebensowenig für Quickload-Berechnungen.

  • Meiner Ansicht nach, ist das Buch hilfreich für ein besseres Verständnis und um sich Einblicke in die Thematik zu verschaffen. Aber Allwissend und Seligmachend ist es nicht. Es gibt durchaus Angaben die ich nicht teile und wo man gegensätzlicher Meinung sein kann. Habe allerdings nur den ersten Band gelesen.

  • Ok, das erklärt vielleicht auch, warum er die Werkzeuge "RAL Trimmer" als Ultimum darstellt, gleichzeitig Redding und RCBS als unzureichend deklariert.

    Aber wenn das nicht der Fall ist, muss man das Buch inhaltlich an diesen Stellen schon sehr in Frage stellen, und ist aus meiner Sicht ein absolutes No Go für ein Fachbuch.


    Schlecht sind die Bücher auch nicht (wie oben gesagt lesenswert). Aber ich habe teils bessere (kostenlose) Infos im Netz gefunden (z.B. der verlinkte Artikel zur Innenballistik hier im Forum). Was das Thema Ballistik angeht muss ich ganz klar die Bücher von Beat P. Kneubuehl empfehlen. Allerdings sind die recht teuer und sehr wissenschaftlich geschrieben. Das Buch ist aber zum Thema Ballistik für mich das Referenzwerk an das kein anderes Buch rankommt.


    Da es aber wenig deutsche Bücher gibt, die alle Themen so abhandeln, bleibt auf dem deutschen Markt eigentlich nur das DEVA Wiederladebuch, dass aus meiner Sicht als Neuling Pflichtlektüre ist, und für den Fortgeschrittenen und Interessierten dann nur die Bücher von Kneubuehl und Albrecht.


    Auf dem englischen Markt sind sehr viel mehr gute Bücher zu finden, die je nach Schwerpunkt besser sind. Aber das ist nur meine Meinung und wie du schon schreibst, immer wieder auch Meinungsabhängig, ob etwas richtig, schlecht oder gut ist.

    2 Mal editiert, zuletzt von GentleSky1431 ()