Schweizer Ordonnanzwaffen

  • Du hast eindeutig zu viele 31er, das geht ja gar nicht, da muss man doch was tun ;)


    Du schreibst, es sei schwierig, Waffen aus der Schweiz nach Deutschland zu importieren.
    Was wäre denn nötig?
    Ich denke man braucht eine Einfuhr- und eine Ausfuhrgenehmigung sowie dann einen deutschen Beschuss, was dann die eigentlich preiswerten Gewehre doch wieder etwas verteuert, oder?

  • Ich denke man braucht eine Einfuhr- und eine Ausfuhrgenehmigung sowie dann einen deutschen Beschuss, was dann die eigentlich preiswerten Gewehre doch wieder etwas verteuert, oder?

    Servus,


    Beschuß kommt auf Deine WBK an - kommen die K31 auf eine rote WBK (Waffensammler), brauchst du keinen Beschuß - alles andere geht natürlich nur mit gültigem deutschen Beschuß, da die Schweiz kein CIP Mitglied ist und daher ein schweizer Beschuß in D nicht anerkannt wird.

    Gruß Sven


    PS: Beitrag enthält u.U. Spuren von Ironie - zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Sachbearbeiter oder die zuständige Behörde

  • Auch wenn das auf egun und dergleichen oft so geschrieben wird (und offensichtlich toleriert), ist es falsch. Das Beschußgesetz verpflichtet den Überlasser, eine Waffe vor der Überlassung beschießen zu lassen.


    Es ist nicht verboten unbeschossene Waffen zu besitzen.

    Es ist nicht verboten unbeschossene Waffen zu erwerben.

    Aber es ist verboten unbeschossene Waffen zu überlassen.


    Es gibt nur wenige Ausnahmen (§4 BeschG):

    Es kann auch eine Beschußersatzbescheinigung ausgestellt werden, falls eine Waffe nicht beschossen werden kann. Das ist beispielsweise bei total vergammelten Rostklumpen der Fall.


    Siehe hierzu §12:

    Zitat

    (1) Feuerwaffen, Böller und höchstbeanspruchte Teile, die nach § 3 der Beschusspflicht unterliegen, dürfen anderen nur überlassen oder zum Schießen nur verwendet werden, wenn sie das amtliche Beschusszeichen tragen. Dies gilt nicht für das Überlassen dieser Gegenstände, wenn die zuständige Behörde bescheinigt, dass die amtliche Prüfung nicht durchgeführt werden kann.


    Daß der neue Besitzer den Beschuß nicht wünscht, ist jedoch kein Ausnahmegrund.

    Du bist anderer Meinung als ich und ich werde Dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.

    - Beatrice Hall (fälschlich Voltaire zugesprochen)

  • Ganz genau, Du zitierst es selbst.

    Die meisten Beschußämter und auch die Rechtsprechung sehen es so, das ein Beschuß von Sammlerwaffen als "Zerstörung von kulturhistorischem Gut" angesehen wird.

    Im Gesetzt selbst gibt es jedoch keine explizite Ausnahme.

    Es ist im Einzelfall mit dem Beschußamt zu klären - auch bei einem nicht erfolgtem Beschuß (Ausnahme §4) gibt es trotzdem eine Bescheinigung vom prüfenden Beschußamt.

    Beschießt das Beschußamt, so werden die Beschustempelungen auch an "unsichtbaren stellen" (z.B. unter den Griffschalen) angebracht, kann man alles im Vorfeld klären.

    Du hast also insofern recht wenn Du schreibst, als Sammler habe ich kein uneingeschränktes Recht auf den Besitz von Waffen ohne gültigen deutschen Beschuß, es wird aber im Zweifelsfall noch immer geduldet.

    Es ist u.a. auch ein Unterschied, ob die fragliche Waffe von Privat oder von einem Händler erworben wurde.

    (Bitte jetzt keine Grundsatzdiskussion wegen ggf. rechtlich nicht korrekter Formulierung anfangen)

    Gruß Sven


    PS: Beitrag enthält u.U. Spuren von Ironie - zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Sachbearbeiter oder die zuständige Behörde