Geschoßfangblei legieren

  • Moin Leute,


    beim durchsehen meiner seit Jahren in Vergessenheit geratenen Gießutensilien sind mir einige recht interessante Kokillen aufgefallen (z.B. die 320gr SWC-GC von Lyman für wirkliche FullHouse .44RemMag Ladungen) - kurzum, ich will mal wieder Geschosse gießen. Das habe ich zuletzt getan, als es noch Auswuchtgewichte aus Blei gab. Diese schöne Beschaffungsform ruht ja seit einiger Zeit auf dem Friedhof der (GRÜNEN) Geschichte. Nun lese ich von Euerer Bleigewinnung aus dem Kugelfang, klingt praktikabel. Da es sich dabei vermutlich hauptsächlich um TM-Geschosse handeln dürfte, die ja weitestgehend mit reinem Blei verpresst werden, muß da für Vo von + 330m/s noch Antimon und Zinn rein. Bekommt man heutzutage noch Letternblei oder wie macht Ihr das? Ich möchte die Geschosse in .45ACP (gut, da sollte es keine Rolle spielen), .357Mag (aus meinem 2,75" M19 kann ich auch keine Geschwindigkeitsrekorde erwarten ;) ) und .44RemMag (da wird's flott) laden.


  • Hallo Michel, ich verwende keine Gascheck Geschosse mehr, kann also meine Aussage nicht durch praktische Erfahrung damit untermauern. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass das Kugelfangblei mit Gascheck ohne weitere Zusätze deine Fullhouseladungen mitmacht. Für die Desert Eagle packe ich die Hülsen auch ordentlich voll und verwende Kugelfangblei, welches mit MCC beschichtet würde. Das funktioniert einwandfrei. Druckerblei habe ich bei eBay Kleinanzeigen einen Eimer voll gekauft, jedoch noch nicht verwendet. Zinn gibt es auf Flohmärkten.

  • Hi 45er,


    danke für Deine Antwort. Außer meinen eigenen werde ich wohl bei uns auf dem Stand keine Geschosse mit GC finden. Aus der DE habe ich bisher nur TM verschossen. Ich habe Angst, mir mit Bleigeschossen die Gasentnahmebohrung zu verschmieren. MCC klingt interessant, gibt es dazu einen Link?

  • https://www.hauptseite.wiederl…v/colorcoatedbullets203f/

    Hier ist ein 18 Minuten YouTube Video eingebettet. Auf unserem Stand finde ich gar keine GC Geschosse. Es wird überwiegend GK geschossen, wenig KK und VL. MCC verwende ich nur in der DE. Alle anderen Geschosse werden HI Tek beschichtet. Das ist einfacher in der Handhabung. Wie gesagt, ich würde ohne weitere Zusatzlegierung das Kugelfangblei mit einem Gascheck verwenden und bin mir ziemlich sicher, dass das funktioniert. Probiere doch einfach mal 100 Stück und schau mal ob das funktioniert. GC plus Beschichtung halte ich im KW Bereich für nicht erforderlich.

  • Hallo,


    da mich das Thema gerade auch gerade beschäftigt hat, hier meine vor kurzem gemachten Erfahrungen.


    Geschossblei vom Stand, also alles gemischt, geht schon, ohne Gascheck, mit normalem Polyesterpulver beschichtet. Vorher habe ich allerdings soviel Antimon zugemischt, dass ich auf das auf der Kokille angegebene Gewicht komme, weil das Mischblei vom Stand vergossen, wegen des hohen Bleianteils doch deutlich schwerer ist und nicht sonderlich hart. Für eine 9mm Luger beispielsweise zu weich, auch wenn ich mit der Geschwindigkeit gerade um den MIP herum liege.

    Um die 6% Antimon in der Legierung bringt neben dem gewünschten Gewicht auch die gewünschte Härte und bei mir somit auch die Präzision. Da ich mit dem Gewicht der Geschosse arbeite, hab ich mir den um die 90 Euro teuren Bleihärtetester von Lee geschenkt und dafür Antimon gekauft. Für mich ein durchaus anwendbares Verfahren, was wunderbar funktioniert.


    Mit dem Zinn ist das in der Tat so eine Sache - es ist in der Reinform teuer. Die Idee das vom Trödel zu beschaffen ist nicht verkehrt, mich stört aber das in dieser Ware meist auch verwendete Zink, weshalb ich die Trödelware nicht verwende.

  • Mit Polyesterpulver habe ich keine Erfahrung. Beim Flohmarktzinn muss man auf die Stempelung achten, sonst zieht man Fremdmaterial in die Legierung. Das ist mir auch schon passiert, dann schimmert die Oberfläche im Ofen ganz bunt. Kokillengewichte werden meist nach der Formel 90/5/5 Prozent Blei/Zinn/ Antimon berechnet. Das gibt dann etwa 15 Brinell. Wenn die Geschosse bei mir schwerer ausfallen, macht mir das gar nichts aus, das ist gut bei der MIP-Messung. Die 9 Para ist bei Bleigeschossen meine zickigste Patrone , das ist vermutlich dem Drall geschuldet.

  • Mit Polyesterpulver habe ich keine Erfahrung.

    Na das Pülverchen was in dem Beschichtungsthread des öfteren genannt wird z.B. Polymerbeschichtung. Die etwas selterne/teurere Variante ist das Epoxypulver.

    Wenn die Geschosse bei mir schwerer ausfallen, macht mir das gar nichts aus, das ist gut bei der MIP-Messung. Die 9 Para ist bei Bleigeschossen meine zickigste Patrone , das ist vermutlich dem Drall geschuldet.

    Da bin ich mir noch nicht so ganz sicher, wie die schwereren Geschosse bei der 9mm Para bei mir in der Präzision liegen und ob es da Unterschiede gibt. Muss ich aktuell noch testen. Bei einem Kollegen sieht es so aus, als wenn die leichteren (härteren) Geschosse präziser sind. In beiden Fällen (bei ihm und mir) handelt es sich um die P210 (alte schweizer Fertigung) mit 150mm Polygonlauf, einmal den von Berty in dem anderen Fall den von Peters.

  • Eine 210-6 Sport war meine letzte 9mm. Die bevorzugte H&N 127 grains HP im Diameter 357. Aktuell warte ich auf meine HPS Target in 6 Zoll, die liegt beim Beschuss. Dann geht die Testerei wieder von vorne los.:kreis: