Ein- oder Mehrstationenpresse, brauche Hilfe

  • Hallo zusammen,

    ich komme gerade allein nicht mehr so recht weiter und benötige dann doch noch Hilfe. =O

    Wie ich schon bei meiner Vorstellung schrieb, fange ich auch gerade an mich mit dem Wiederladen zu beschäftigen.
    Ich schieße derzeit .22lr und 9mm, Es soll demnächst noch ein .357er Revolver rund Unterhebel hinzukommen. In etwas fernerer Zukunft vielleicht auch noch was in .223 oder .308.

    Ich schieße in der Woche so 50-100 GK. Somit kommt mein Profil eigentlich dem @Shazy recht nahe, der hier schon einen Thread zu Pressen aufgemacht hat: Wiederlade Anfänger, die erste Presse... Fragen


    Aber: Wenn man als Anfänger hier im Forum die Beiträge so liest und sich Video zu den Pressen anschaut, liest man zunächst heraus dass Einsteigern zunächst Einstationenpressen empfohlen werden. So lernt man die Abläufe besser kennen und erzielt wohl auch eine höhere Genauigkeit. Das leuchtet mir ein.

    Wenns auf Masse ankommt, werden hingegen Mehrstationenpressen bevorzugt empfohlen.

    Daher hatte ich mich bis hierhin auf eine Hornady Loch-N-Load Iron Press festgelegt.
    Nun habe ich jedoch auch irgendwo in einem Video gesehen (oder hier im Forum gelesen? Ich informiere mich derzeit so viel dass ich die Quellen nicht mehr immer behalte), dass man bei der Dillon 650 oder auch der Hornady Lock-N-Load AP den Index-Betrieb abstellen und sie somit wie eine 1-Stationenpresse betreiben können soll.

    Da ich in meinem Keller im Mehrpersonenhaus nur eine kleine Ecke zur Verfügung habe, gefällt mir das recht gut. So könnte ich ja am Anfang die Hornady Lock-N-Load AP als Einstationenpresse betreiben um die Abläufe zu lernen, und wenn ich später mal mehr die Masse an Mun benötige, könnte ich die im Mehrstationenbetrieb nutzen. Dachte ich.

    Doch dann habe ich im oben verlinkten Beitrag von Shazy gelesen, dass ihr im die Dillon 650 oder die Hornady Lock-N-Load AP empfehlt und später noch eine 1-Stationenpresse.
    Das wirft bei mir die Frage auf: Wieso? Wenn ich beide Mehrstationenpressen doch auch als Einstationenpressen betreiben kann, was habe ich dann übersehen dass trotzdem noch eine separate Einstationenpresse empfohlen wird? Ich die Qualität oder Genauigkeit dann doch nicht so gut?


    Wäre klasse wenn mir das jemand erklären könnte, hier stehe ich zur Zeit wirklich auf dem Schlauch....


    Viele Grüße

    Mathias ;)

  • also ich hab ne Einstationenpresse von Lee zum Geschossekalibrieren und Hülsenumformen und für Kaliber wo ich nur ab und an mal 100 Stück mache.

    Grund ist erstens die höhere Steifigkeit und Robustheit, zweitens kann ich in eine Einzelpresse besser reingreifen.

    "Stehle einem Mann die Brieftasche und er ist eine Woche lang Arm, lehre ihn das Wiederladen und er wird sein ganzes Leben lang Arm sein."

    Konfuzius

  • Gewehrpatronen aus der Einstationenpresse haben in der Regel eine bessere Rundlaufgenauigkeit als solche aus der MSP. Außerdem ist ein Eingriff in den Progressivlader, also z. B. Das tiefer Setzen des Geschosses während der Session immer mit dem Risiko einer Doppelladung verbunden. Eine sinnvolle Alternative wäre eventuell die 550er Dillon. Die hat von Haus auf keinen Autoindex. Sie schafft zwar nur so 250 bis 300 Schuss die Stunde, dafür sind die Umrüstsätze recht günstig und man kann sie auch als Einstationenpresse recht gut verwenden.

  • Ich sehe das so, Mehrstationenpresse für Kurzwaffenpatronen, Einstationenpresse für Langwaffenpatronen.


    Bei einer Kurzwaffe bekommst freihändig sowieso kein Streukreis von 10 mm hin, also nimmste eine schlabrige Mehrstationenpresse und hast ein schnelleres sowie bequemeres Laden.


    Bei Langwaffe bzw. Präzisionspatronen nimmste eine nicht schlabrige Einstationenpresse.

  • wenn nur der Platz auf der Werkbank knapp ist, könnte man auch mit Wechselmontageadaptern arbeiten. Hier wird eine Aufnahme auf die Werkbank geschraubt, welche das Gegenstück an den Pressen dann aufnimmt.

  • Ich habe eine RCBS Rockchucker und eine Dillon 550.

    Die Kräfte die man stellenweise zum kalibrieren einer Langwaffenhülse benötigt möchte ich meiner Dillon nicht zumuten.

    Außer dem sind die Stückzahlen bei LW-Patronen ja erheblich geringer.Der Wechsel von Kalibern geht in der Rockchucker viel schneller und man benötigt nur einen anderen Hülsenhalter.

    Ich schaffe mit meiner Dillon gut 400 Patronen in der Stunde mit KW -Patronen.


    Gruß Michael

  • Aus Erfahrung, mache es Dir nicht so schwer. Es soll erst mal 9mm & 357 mag. geladen werden. Diese Kaliber schafft jede Mehrstationenpresse.


    Meine Empfehlung: Besorge Dir eine Hornady LnL und lade darauf, als wäre es eine Singlestationpresse. Die LnL hat 5 Bushings in Serie mit dabei. Fang also mit der Kalibriermatrize an, dann Aufweiten usw.. Also immer Step by Step. Damit ziehst du immer für jeden einzelnen Vorgang einmal den Hebel der Presse. Machst so also 100 Patronen, ziehst du 500 mal den Hebel inkl. Pulverfüllung, bei einem 4 teiligen Matrizensatz. Danach sind die 100 Patronen gefertig, mit demselben Aufwand wie auf einer Rock Chucker usw. Der große Vorteil der LnL ist aber, du hast dann bereits alle 4 Matrizen mit den Bushings optimal eingestellt. Wenn du Dir es dann zutraust und nicht die Komponeten wechselst, drehst Du alle 4 Matrizen plus Pulverfüller zusammen in die Presse. Dann ziehst du 105 mal den Hebel und hast 100 Patronen gefertigt in der gleichen Qualität, als die 100 davor.

    Von einer Mehrstationenpresse ohne Index a la 550 würde ich Dir abraten, auch wenn ich jetzt wahrscheinlich verhauen werde. :wdl_rot:lol:

  • wenn nur der Platz auf der Werkbank knapp ist, könnte man auch mit Wechselmontageadaptern arbeiten. Hier wird eine Aufnahme auf die Werkbank geschraubt, welche das Gegenstück an den Pressen dann aufnimmt.

    Gute Idee, die Adapterplatten könntest du aus dicken Siebdruckplatten oder Hartholz schnell selbst machen. Durch die Möglichkeit des Holzzuschnittes im Baumarkt ist das auch ne einfache Sache.

  • An dieser Diskussion werde ich nicht teilnehmen. Aber MathiasRR sollte sich besser bei einem Wiederlader was ansehen. Ich denke im Pott gibt es reichlich Kollegen. :schr::peit:

    Gruß Hermann :)


    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.

  • Gewehrpatronen aus der Einstationenpresse haben in der Regel eine bessere Rundlaufgenauigkeit als solche aus der MSP. Außerdem ist ein Eingriff in den Progressivlader, also z. B. Das tiefer Setzen des Geschosses während der Session immer mit dem Risiko einer Doppelladung verbunden. Eine sinnvolle Alternative wäre eventuell die 550er Dillon. Die hat von Haus auf keinen Autoindex. Sie schafft zwar nur so 250 bis 300 Schuss die Stunde, dafür sind die Umrüstsätze recht günstig und man kann sie auch als Einstationenpresse recht gut verwenden.

    Vielen Dank für deinen Beitrag, aber so recht beantwortet das meine Frage leider auch nicht (oder ich habe was von deiner Antwort nicht verstanden).

    Wenn ich eine Mehrstationenpresse als Einzelstatikonenpresse betreibe, dann habe ich doch wohl kein Risiko der Doppelladung, oder?
    Undwieso sind die Rundlaufeigenschaften dabei besser wenn ich eine reine Einstationenpresse nehme? Ich kann ja noch akzeptieren dass es im Betrieb als MSP einen Unterschied macht, da die Rastung vielleicht nicht 100%tig ist. Aber wenn man sie als Singlepresse betreibt?


    Viele Grüße

    Mathias

  • An dieser Diskussion werde ich nicht teilnehmen. Aber MathiasRR sollte sich besser bei einem Wiederlader was ansehen. Ich denke im Pott gibt es reichlich Kollegen. :schr::peit:

    Hallo Hermann,

    ich denke du hast die Frage nicht verstanden. Es soll hier keine Glaubensfrage diskutiert werden.

    Mich interessieren schon Fakten bei den Unterschieden Einstationenpresse zu Mehrstationepresse wenn man diese als Einstationenpresse betreibt.
    Das Laden ansich habe ich mir auch bei einem Vereinskollegen angeschaut der eine Einstationepresse hat. Den stört es aber auch nicht stundenlang in seiner Butze zu hocken und Patronen in aller Gemütlichkeit zu machen.


    Viele Grüße

    Mathias

  • Mich interessieren schon Fakten bei den Unterschieden Einstationenpresse zu Mehrstationepresse wenn man diese als Einstationenpresse betreibt.

    Es gibt eine ganz klare Antwort zu deiner Frage.


    Eine Mehrstationenpresse ist nicht so steif wie eine O-Rahmen Einstationenpresse, dieses Spiel in der Mehrstationenpresse geht eben auf die Präzision der geladenen Patronen. Bei Kurzwaffe im freihändig schießen ist dies aber vernachlässigbar.

  • Bei einer Einstationenpresse bilden Hubstange - Hülsenhalter - Matrize eine senkrechten Linie. Die Kraft wird gradlinig auf die Hülse übertragen.

    Bei einer Mehrstationenpresse sitzt auf der Hubstange der Drehteller und darüber die Matrize. Wir haben hier eine außermittige Kraftübertragung was wiederum ein Kippmoment erzeugt. Das kann sich negativ auf die Rundlaufgenauigkeit der Langwaffenhülsen auswirken.

  • Hallo Mathias

    die Kaliber die du laden willst gehen alle mit einer Dillon 650, da brauchst du keine Einstationenpresse mehr.

    Es gibt genug die bis 30 06 oder auch darüber alles mit einer Dillon oder LnL laden.

    Mit einer Dillon 550 bist du etwas flexibler wenn du mal etwas rückgängig machen willst aber auch langsamer.


    Mit einer Einstationenpresse kann man auch Fehler machen wenn man pennt.

  • Also, ich habe platzmäßig auch nur eine kleine Eckbank im Keller. Hatte zuerst eine Einstationenpresse von RCBS (Rock Chucker), danach recht schnell die Hornady LnL AP für Kurwaffenkaliber gekauft.

    Für Kurzwaffe ist eine Mehrstationenpresse ein Muss, sonst wird das Laden zum Krampf. Mir tut es mittlerweile Leid, dass ich nicht direkt mit Hornady begonnen habe, denn es ist nun wirklich kein Hexenwerk. Im Februar den Schein gemacht, viel rumprobiert und mittlerweile rund 10.000 Murmeln in 9mm, 45, 44 38 und 357 geladen.

    Gewehrpatronen in 223 und 308 kommen irgendwann dazu, aber erst mal will ich den Munitionsschrank mit Kurzwaffenpatronen füllen, denn bei uns schießen 6 Familienmitglieder, fast ausschließlich Kurzwaffe - DSB und BDMP.

    Habe in der Werkbank Löcher für die Pressen gebohrt und wechsele bei Bedarf hin und her.

    Ich mag Vihtavuori N320 für 9mm, 45ACP und 38 Spezial, N110 für 357 und 44Mag, und 3N37 für die starke 9mm mit 95gr-Geschoß von Magtech.

    Da VV doch recht teuer ist, schwenke ich gerade um auf Lovex D032 (9mm, 45ACP, 38) und D036 (9mm), sowie D037.2 für 44Mag und 357.

    Bremsespätestens wenn du Gott siehst!:boe:

  • Ob das Laden von LW-Munition auf der MSP sinnvoll ist, hängt sehr vom Einsatzzweck ab. Für einen Halbautomaten mit offener Visierung oder einen K98 reicht es allemal. Ein Benchrester oder 10er Lochspezi wird das kaum machen. Die Empfehlung zur zusätzlichen Einstationenpresse hat auch andere Gründe. Wenn z.B. ein Kaliber in den Haushalt kommt, das nicht so viel geschossen wird. Dann kaufst du einen Hülsenhalter und Matritzensatz und für die paar Patronen reicht das. Oder du willst nur schnell eine neue Laborierung testen. Bis die MSP auf das neue Kaliber umgebaut ist, bist du auf der Singlestage schon fertig. Die zusätzliche Einstationenpresse ist kein Muss, es geht meistens auch ohne.

  • Ok, MathiasRR überredet.

    Meine Langwaffenmunition lade ich gerne auf der Hornady LNL-AP. Ganz entspannt sind da 300 Patronen die Stunde drin.

    Den Präzisionsunterschied zu einer Einstationenpresse sehe ich nur bei eingespannter Langwaffe.

    Die Streuung liegt in erster Linie an mir. Und wenn es mal präziser sein soll, nehme ich immer nur eine Hülse auf die Runde und einen Autocharger hinzu.




    Und damit ich auch mal zum Schießen komme, werden die .223 für HA und KW-Munition auf der 650er mit Hülsenzuführung gemacht.



    Und wenn dann die Ergebnisse bei 2% unter maximal möglich liegen, stellt sich die Frage welche Einstationenpresse hinzukommt.

    RCBS, Forster, LEE, Präzipress, oder Dornpresse?

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Entscheidung.

    Ich habe meine Hornady LNL-AP und die RCBS RC4 auf einer kleinen Platte mit zwei Schraubzwingen zum austauschen.....

    Gruß Hermann :)


    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.