Fragen zur OBT (Optimum Barrel Time)

  • sollte also ein Ganzes oder in seltenen Fällen halbes Vielfaches der Wellenlänge sein.

    also sollte man die half nodes berücksichtigen oder nicht?

    Wonach richtet sich das ob man/der Lauf mit den half nodes "arbeiten" kann oder nicht?


    Bei mir empfiehlt grt nämlich ne half node als nächstgelegene optimal Laborierung/Barrel time.

    Langwaffen:

    Smith & Wesson Performance Center Thompson/Center Long Range Rifle, .308 20", Delta Optical Stryker HD 5-50×56
    Benelli M2 SP, 12/76, Rettinger Tuning (Triggerstop, Mechanik optimiert & poliert, Ladeport ausgefräst, Picatinny, C-More Railway)
    Proarms PAR MK3 (AR15), .223 18", Timney Trigger 1800gr, Nikon Prostaff 3-9x40
    Carl Gustaf M/96, 6,5x55

    Bockflinte Scirocco 12/76


    Kurzwaffen:
    Smith & Wesson 686-4 Target Champion, .357mag
    Springfield 1911, 9mm & 22lfb, Kompletttuning

  • Ich habe meinen Lauf im Rahmen einer Projekts an einer Hochschule mit einem Laservibrometer auf Schwingungen untersucht. Zum Abgleich habe ich die Eigenschwingungsformen einmal händisch nachgerechnet (excel) und ein CAD Modell meines Laufes in einer FEM Software. Die Eigenschwingungsformen Longitudinal, Torsion und Doppeltorsion treten bei sehr hohen Frequenzen auf und haben deutlich geringere Amplituden als die Eigenformen k1-5 (nach Balkentheorie). Ich kann die Animationen der Simulation morgen gern hochladen. Ich bin der Meinung, dass die ersten drei Eigenformen den größten Einfluss haben, da diese auch die größten Amplituden aufweisen. Besonders die dritte, die die Frequenz mit etwa 1kHz zur Durchlaufzeit des Geschosses passt.


    Allerdings werden beim Schuss alle Frequenzen gleichzeitig angeregt, was die Longitudinal und Torsionsschwingungen mit einhergehender Mündungsdurchmesseränderung nicht ausschließt.

  • also sollte man die half nodes berücksichtigen oder nicht?

    Wonach richtet sich das ob man/der Lauf mit den half nodes "arbeiten" kann oder nicht?


    Bei mir empfiehlt grt nämlich ne half node als nächstgelegene optimal Laborierung/Barrel time.

    kommt wohl auf die Waffe an. Bei meiner Remmi gehen half nodes, beim Merkelzwilling nicht, dort sind die Halfnodes sogar die richtig schlechte Stelle mit großer Geschwindigkeitsvarianz.

    "Stehle einem Mann die Brieftasche und er ist eine Woche lang Arm, lehre ihn das Wiederladen und er wird sein ganzes Leben lang Arm sein."

    Konfuzius

  • So, hier einmal die Messdaten, Bilder und Animationen. Im Frequenzspektrum sind nur die Eigenformen der fest - freien Einspannung. Longitudinal und Torsion waren in diesem Messaufbau nicht Messbar.


    Die GIF der real gemessenen Frequenzen und der Simulierten sind für das Forum leider zu groß, daher ein Link zu meiner Dropbox.


    https://www.dropbox.com/sh/ku8…BlYWmEqG4WBygVGi7lsa?dl=0


    Spektrum_vo_bearbeitet.PNG

  • Henken701 : Wie hast du den die Schwingung angeregt? Aufbau auf Schießstand mit Messtechnik oder im Labor und Anregung über z.B Schlagbolzen?

    Mit einem Modalhammer in negativer Messrichtung. Das Kraftsignal ist im Spektrum normiert. Da ein Schuss von der Anregung einer Explosion gleicht, werden alle Frequenzen angeregt. Mit dem Hammer werden zwar auch alle Frequenzen angeregt, jedoch misst das Laservibrometer die Schwingungen in Z einer zweidimensionale Fläche.

    Eine Anregung durch Schlagbolzen wäre möglich, jedoch hab ich das noch nicht durchgeführt - da ist keine Normierung möglich (vielleicht auch garnicht notwendig).

    Für den Feldversuch muss die Kanone fest eingespannt sein, um den Messpunkt auch beim Schuss zu messen.

  • Hallo Henken701,

    tolle Arbeit. Für die Longitudinale müsstest du wahrscheinlich von vorn auf die Laufmündung messen? Die Transversale, so wie in der OBT-Theorie angenommen, kannst du meiner Meinung nach mit dem Modalhammer eh nicht anregen. Da müsste man zur Anregung das Patornenlager labortauglich schlagartig etwas "aufblasen".

    Das gif96 entspricht so wie ich das verstehe der Mode bei 105 Hz aus der Messung. Kannst du auch noch was zu den Dimensionen von deinem System sagen z.b Lauflänge, Durchmesser u. Kaliber. Die händischen Berechnungen würden mich auch interessieren, da ich ähnliches auch mal überschlägig für mein System ausgerechnet hatte und auf ca 20Hz für Mode 1 gekommen bin. Mein Messansatz am System war/ist 3-Achs Beschleunigungssensor zwischen Lauf und Mündungsbremse eingeschraubt und Anregung laborverträglich zunächst nur über Schlagbolzen. Messlimit ist aber wegen low-end Sensor bei ca. 1kHz. Wäre aber auch schießstandtauglich.

    Hoffe du führst deine Untersuchungen noch weiter fort.