Bleiverbot bei Munition

  • Mal zur Info. Da hätte ich noch viel mehr:


    Eine der größten Herausforderungen an die Munitionshersteller ist der hohe Präzisionsanspruch der Sportschützen an die Munition. Zünder, die kein Blei enthalten können im Vergleich zu Munition mit bleihaltigen Anzündsatz nur kürzer gelagert werden und sind weniger zuverlässig. Projektile mit neuen Legierungen müssen die gleiche

    Flugeigenschaft haben, als die zurzeit verwendeten Geschosse (Patterson 2005). Darüber hinaus muss neu entwickelte Munition für den Breitensport bezahlbar bleiben.


    Käme es in Deutschland zu einem gesetzlichen Verbot von bleihaltiger Munition, wäre dies seitens der Medizin zu begrüßen. Im Gegenzug würde ein solches Verbot allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Ende des internationalen Schießsports in Deutschland bedeuten.


    Es gibt zurzeit keine alternative Munition, die in derselben Preislage liegt und dieselbe Präzision aufweist wie bleihaltige Munition.

    Da Schützen aus anderen Ländern nicht auf die hohe Präzision und die damit verbundene hohe Leistung verzichten wollen, bestünde seitens der Schützen für internationale Wettkämpfe in Deutschland wenig Interesse.


    Ein Verbot hätte auch für die deutschen Schützen weitreichende Konsequenzen. Da sie nicht mit der international herkömmlichen Munition trainieren könnten, würde dies ein Verzicht auf Spitzenplätze bedeuten. Folglich würde das Verbot umgangen werden, indem das gesamte Schießtraining in das benachbarte Ausland verlegt werden würde, um damit weiter im internationalen Schießsport erfolgreich sein zu können.


    Quelle:


    Schießsport und innere Bleibelastung


    Dissertation

    zum Erwerb des Doktorgrades der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München


    vorgelegt von Matthias Demmeler 2009

  • In seiner Arbeit beschreibt Demmeler genau welche Disziplinen welche Bleibelastungen mit sich bringen und warum. Ebenso, wo das Blei zu finden ist. Am Revolver z.b in dem Areal, wo der Schlagbolzen auftrifft. Also direkter Zusammenhang mit dem Zündhütchen, weniger durch das Geschoss.


    Die Arbeit ist hochinteressant, weil auch Lösungen beschrieben sind.

  • nein.
    Nur die Quittungen von dem Entsorgungsunternehmen aufbewahren. Das kann ein ganz normaler legaler Schrotti sein.
    Der Standbetreiber muss ja nur nachweisen, dass er es ordnungsgemaäß weitergeleitet hat, sonst wird unterstellt, das Zeug ist auf einer wilden Halde gelandet.

    jeder muß selbst wissen, was er tut

  • Darüber hinaus muss neu entwickelte Munition für den Breitensport bezahlbar bleiben.

    Tja, da sprichst Du mir aus der Seele, aber interessiert das die Politiker, die solchen Unsinn durchsetzen wollen...?

    Ich befürchte nicht!:autsch:

    Somit würde ich das "muss" durch "sollte" ersetzen!

  • Der Standbetreiber muss ja nur nachweisen, dass er es ordnungsgemaäß weitergeleitet hat, sonst wird unterstellt, das Zeug ist auf einer wilden Halde gelandet.

    Ja klar, aber wenn der Schrotti höhere Auflagen bekommt zur Entsorgung von Blei und diese Entsorgung auch für den Schrotti teurer wird, werden diese Kosten automatisch auf den Standbetreiber umgelegt!

    Das ist meine Befürchtung!

  • glaub ich nicht, weil der Schrotti verkauft das an die Metalhütte und bekommt dafür Kohle. Der Erlös am Stand kann dann sinken.
    Unser niederländischer Schrotti leckt sich die Finger danach.
    Schau mal nach Metallverwerter in Duisburg z. B., da kann man das Zeugs sogar selbst abgeben. Problem nur, du musst die Herkunft beweisen (wegen Metalldiebstahl)

    jeder muß selbst wissen, was er tut

  • Ja klar, aber wenn der Schrotti höhere Auflagen bekommt zur Entsorgung von Blei und diese Entsorgung auch für den Schrotti teurer wird, werden diese Kosten automatisch auf den Standbetreiber umgelegt!

    Das ist meine Befürchtung!

    Jetzt mal unabhängig von irgendwelchen "Auflagen".


    Blei ist ein Rohstoff. Und das wird er auch bleiben. Vollkommen unabhängig von Munition.


    Was kostet denn die Entsorgung von Blei pro Tonne für einen Standbetreiber...?


    Da bekommt man doch sogar um einen Euro pro Kilo Material wenn ich mich recht erinnere.

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • Was kostet denn die Entsorgung von Blei pro Tonne für einen Standbetreiber...?


    Da bekommt man doch sogar um einen Euro pro Kilo Material wenn ich mich recht erinnere...

    nicht nur das. Geschickt verhandelt ist das sogar für manchen Schießstand die Grundlage für Umbau und Sanierung. Ein Verein mit 20 Ständen, der 25-30 Jahre „angesammelt“ hat, da kommen sehr viele Tonnen zusammen. Damit ist einerseits die Entsorgung und andererseits zum Großteil die Sanierung gesichert.


    Bei kleinen Vereinen rechnet sich das meist nicht.

  • Die Diss. von Matthias Demmeler "Schießsport und innere Bleibelastung" muss man sich schon mal genau ansehen


    Zitat

    ...Vermehrte Aufnahme von Phosphaten, alkoholischen Getränken und Magnesium verringert die Bleiresorption,...

    Also ordentlich saufen vorm Training und alles ist gut:bier:

  • Also ordentlich saufen vorm Training und alles ist gut

    Aber bitte erst nachdem die Waffenen sicher wieder im Tresor liegen.:boesew:

    Gruß
    Karl-Heinz

    Ich tue Recht und scheue keinen Feind.


    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwotlich, alle Ladedaten ohne Gewähr


    Am Crimp hat es nicht gelegen....war keiner drauf.


    Egal was ich tue, für irgendjemand auf diesem Planeten ist es das Falsche.


    Neue Frage -------> Neues Thema.

  • Wobei zu den Alternativstoffen kaum umfassende Rückschlüsse bezüglich Umwelt,- Wildbretbelastung und Langzeitwirkung möglich sind. ??? Kupfer und Messing sind wohl ausreichend erforscht :ja:

    Kupferschrot, Messingschrot interessant.

  • Hm 4 Bundesländer und das Thema wird nun schon mindestens 8 Jahre durchgenudelt. Gibt interessantere Themen auch und ganz besonders in diesen Bundesländern. Zur Info bin keineswegs ein bleifrei Gegner. Halte aber nichts vom Missionieren und Diktieren. Untersuchungen zb unter Mitwirkung der Akademie für Wild und Natur in Wunsiedel zeigen keinerlei dringenden Handlungsbedarf auf.

  • Hm 4 Bundesländer und das Thema wird nun schon mindestens 8 Jahre durchgenudelt. Gibt interessantere Themen auch und ganz besonders in diesen Bundesländern. Zur Info bin keineswegs ein bleifrei Gegner. Halte aber nichts vom Missionieren und Diktieren. Untersuchungen zb unter Mitwirkung der Akademie für Wild und Natur in Wunsiedel zeigen keinerlei dringenden Handlungsbedarf auf.

    Hab ich persönlich jetzt auch nie gesagt... (Wenn Du mich da zitierst....)


    Das einzige was ich dazu sage ist dass Bleifrei funktioniert.

    Und das ich die ganzen Gelaber-Geschichten von den Bleifreigegner für vorurteilbehaftete Märchen halte.


    Was ich aber (oben geschrieben) für absolut sinnvoll halte und alles andere für eine Sauerei, ist das an Gewässern mit Stahlschrot geschossen wird.

    Blei wird da von Tieren direkt aufgenommen / gegessen, die dann elendig daran verrecken. Und das muss defintiv nicht sein.


    Ansonsten kann gerne jeder jagen mit was er zurecht kommt.


    Ich hab auch noch nie einen Bleifrei-Jäger über Blei faseln hören...

    Immer nur die Bleifrei-Gegner die die wildesten Sachen erzählen, die so gar nicht sein können.

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • Für den Hinweis mit der Diss von Demmeler bin ich wirklich dankbar. Hab´s noch nicht ganz gelesen, doch find ich´s interessant wie an das Thema herangegangen und beleuchtet wurde.


    Auszug daraus von S.47:

    "...Darüber hinaus sollte man die Wiederladertätigkeit mancher Großkaliberschützen nicht außer Acht lassen. ... Bei den „Wiederladern“ sollte diese Tätigkeit als weitere potentielle Expositionsquelle in Betracht gezogen werden..."

  • ... Bei den „Wiederladern“ sollte diese Tätigkeit als weitere potentielle Expositionsquelle in Betracht gezogen werden..."

    was wir nicht ganz außer acht lassen können, die Diskussionen über bleifrei gehen allesamt um die Geschosse. Die konkrete Bleibelastung(Exposition) jedoch, geht vom Zündhütchen aus.


    Lest die Arbeit mal genau durch. Wo an den untersuchten Waffen wurde wohl die größte Belastung festgestellt? Nicht am- oder im Lauf, sondern rund um den Schlagbolzen und um den Stossboden.


    Außer Sintox- und Nontox-Zündhütchen enthalten alle anderen Blei, was bei der Explosion in hohem Maße als Staub freigesetzt wird.

  • Wobei zu den Alternativstoffen kaum umfassende Rückschlüsse bezüglich Umwelt,- Wildbretbelastung und Langzeitwirkung möglich sind. ??? Kupfer und Messing sind wohl ausreichend erforscht :ja:

    Ach noch was Kupfer die Umwelt betreffend eine Katastrophe. Tötet Kleinstlebewesen Mikroflora und Fauna in ganz grossem Stiel. Der Grund warum es oft auch bereits verboten ist. :ja: