Matrizentuning

  • Habe die Idee die Kalibriermatrizen für Langwaffen und evtl. der .50AE mit einer DLC Beschichtung veredeln zu lassen. Die Beschichtung ist sehr hart und soll den Trockenreibwert stark verringern, ähnlich einer Hartmetallmatrize, damit das Fetten der Hülsen entfällt.

    Hat das schon mal einer gemacht und kann evtl. Erfahrungen berichten?

    ... laborierst du noch oder schiesst du schon? :peit:

  • Neee habe ich nicht, aber wenn das funzt, bekommst Du neben sämtlichen meiner Langwaffenmatritzen noch meine .50er zun beschichten ;) !

    Gruß

    Michel


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  • LW-Matrizen könnte man auch aus Hartmetall machen, die Schmierung entfiele dadurch trotzdem nicht. Die kegelige Kontur der Patronen hat eine Wirkung ähnlich dem Morse-Kegel. Das ist eine kegelförmige, kreisrunde Kupplung, mit der beispielsweise in großen Bohrwerken die Bohrer eingesetzt werden. Die werden einfach nur mit etwas Schwung in das Loch geworfen, und halten dann so fest, daß man sie ohne Ausdrückwerkzeug von der Rückseite nicht wieder raus bekommt.


    Das selbe gilt für kegelige Hülsen. Mit Kraft in die Matrize gepreßt, halten sie allein durch die Reibung so fest, daß man den Boden abreißen kann. Das Fett ist daher auch weiterhin nötig, um die Oberflächen zu trennen.

    Du bist anderer Meinung als ich und ich werde Dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.

    - Beatrice Hall (fälschlich Voltaire zugesprochen)

  • LW-Matrizen könnte man auch aus Hartmetall machen, die Schmierung entfiele dadurch trotzdem nicht.

    Das kann ich bestätigen. Ich habe mir die Dillon Hartmetallmatrizen für 223 und 308 gekauft um mir das fetten zu sparen und nicht schlecht gestaunt, das da ein leuchtender Aufkleber davor warnt nicht zu fetten. :cursing:

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  • Und die DLC-Beschichtung verringert geringfügig den Matrizendurchmesser. Du müsstest praktisch vorher die Matrize aufreiben. Ich denke, dass ist den Aufwand nicht Wert.


    Für den Aufwand würde ich eher zu einer Triebel-Matrize tendieren. Die sind teuer, aber auch sehr gut.


    Wenn ich mir mal was leiste, stelle ich mir immer 2 Fragen. Entweder frage ich mich, wie hoch wäre der Aufwand von der Zeit und die nehme ich dann fiktiv mal Mindestlohn. Wenn der Kaufpreis dann darunter ist, kaufe ich das.


    Die zweite Frage ist, wie oft benutze ich ein Teil und da sage ich mir, dass eine Nutzung oder ein Gebrauch fiktiv einen Euro kostet. Wenn eine Matrize zum Beispiel 150 Euro kostet, muss ich die auch mindestens 150 mal nutzen. Nutze ich sie praktisch nur 50 mal, wäre sie mir zu teuer und ich kaufe eine für 50 Euro.

  • Hab heute mit einem Beschichter für Dünnschichten gesprochen. Er sagte, dass die DLC Abscheidemöglichkeit bei dem Durchmesser zu Längeverhältniss zu ungünstig ist. Somit würde in der Tiefe der Bohrung die Beschichtung zu dünn.

    Eine PVD -TiNC würde evtl. applizierbar sein, die Beschichtung hat aber den Nachteil des schlechteren Reibungskoeffizienten und außerdem trägt sie ca. 80ym auf, somit müsste auch die Matrizenlänge gekürzt werden.

    Das Langwaffenhülsen auch bei Hartmetallmatrizen gefettet werden müssen, wusste ich noch nicht.

    Sicherlich verringert das Fett die Reibung, ob es auch andere Aufgaben hat, ist mir noch nicht klar.

    Die konische 9mm Luger kann jedoch bei Einsatz von Hartmetallmatrize ungefettet bleiben.

    Evtl. hat es etwas mit der kleinen Mantelfläche der 9mm zu tun, weshalb sie sich nicht festsetzt.

    Für die .50ae scheint es zu funktionieren, da es eine Hartmetallmatrize gibt, allerdings mit dem größeren Pressengewinde.

    Nur so konnte man einen starkwandigen Hartmetallring einsetzten.

    Hartmetallringe kann man sich machen lassen, muss dann wohl noch etwas telefonieren....

    ... laborierst du noch oder schiesst du schon? :peit:

  • O M G :krat:! Experimentiert Ihr noch oder schießt Ihr schon?!

    Wenn ich hier so lese, was einige User mit deren Matrizen und Waffen anstellen frag´ ich mich, was ich all die Jahre "falsch" gemacht habe?! KW-Hülsen braucht man nicht fetten; mache ich trotzdem, weil der Kalibriervorgang dann mit weniger Kraftaufwand betrieben werden kann. Da die Schicht aber soo dünn aufgetragen wird bei meiner Methode wische ich die auch nicht ab, sondern stecke die so wie sie sind in die KW´n. und auch Winchester. Wenn man 1.000 Stück drückt merkt man irgendwann die Knochen. BTW, ich bin 63 und lade seit 33 Jahren. Habe bestimmt mehrere 100.000e geladen, sowohl Lang- als auch Kurz in etlichen Kalibern.

    Langwaffenhülsen werden generell gefettet. Sonst kann man sich gleich einen Matrizenretter bauen oder kaufen.

    Matrize sitzt beim Kalibriervorgang BÜNDIG auf dem Hülsenhalter. Alles andere, was beim Wiederladelehrgang erzählt wird, ist QUATSCH, von wegen halbe Umdrehung wieder zurück.

    Hat den Sinn, daß man die Schulter somit auch etwas zurück drückt. gerade bei Waffen mit engen Patronenlagern und erst recht bei SLB´n ist das wichtig.

    Randpatronen, wie 6,5x57 R, 7x57 R, 8x57 IRS usw. sollte man generell 3x, jeweils um 120° versetzt, kalibrieren, damit sich eine KLB ohne Probleme schließen läßt.

    Für weitere Fragen und Anregungen einfach schreiben, auch gern per PN.

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  • KW-Hülsen braucht man nicht fetten;

    Wenn man eine ältere Vollkalibriermatrize benutzt, die keinen Hartmetalleinsatz hat, dann trifft das nicht zu. Allerdings werden ja mittlerweile praktisch von allen Herstellern in den gängigen Kalibern entsprechende Matrizen mit HM-Einsatz zu moderaten Preisen gefertigt, da braucht man also nicht basteln.


    Wenn es für die .50 AE nichts fertiges zu kaufen gibt - ok. Allerdings frage ich mich, wieviel Mun-Durchsatz man in diesem Monsterkaliber haben muss, dass man keine Zeit zum Fetten der Hülsen hat.


    Zum Thema Flaschenhalshülsen hat Fyodor übrigens schon alles geschrieben. Die Dillon HM-Matrizen für Gewehrkaliber wie .223 oder .308 werden ja dahingehend beworben, dass sie eine längere Standzeit als konventionelle VK-Matrizen im gleichen Kaliber hätten. Mehr aber auch nicht.

  • Wenn es für die .50 AE nichts fertiges zu kaufen gibt - ok. Allerdings frage ich mich, wieviel Mun-Durchsatz man in diesem Monsterkaliber haben muss, dass man keine Zeit zum Fetten der Hülsen hat.

    Gibt es durchaus schemelschelm, aber 469,90 € von RCBS z.B. bei Triebel sind mir dann doch ein ganz klein wenig zu happig, gerade weil ich davon keine IPSC üblichen Mengen lade.



    So fand ich die Idee, die vorhandene von Hornady beschichten zu lassen, smart. Wenn das nicht wirtschaftlich möglich ist, dreht sich die Welt für mich dennoch weiter ;) .


    (das Foto zeigt meine Freundin Tracy aus Sydney damit. Sie wollte es gern versuchen, war überrascht und hat es gut gemacht)

    Gruß

    Michel


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  • Innenbeschichtung mit Plasmaverfahren funktioniert bei den Aspektverhältnissen nicht. Die metallische Matrize schirm das Feld ab. Außerdem ist die Härte der Schicht nur die halbe Wahrheit. Das Hauptproblem sehe ich noch eher bei der Haftung der DLC Schicht auf dem Substrat bzw. Matrize. Die würdest du beim Gebrauch einfach abscheren oder runterschuppern.


    Gruß

    Flosch

  • Innenbeschichtung mit Plasmaverfahren funktioniert bei den Aspektverhältnissen nicht.

    Ja ich habe mich mental bereits von der (schönen) Idee getrennt und suche nach 1 oder 2l Tectyl 506-EH (um mir Sprühfett zum Geschoßbeschichten zu mixen) ...

    Gruß

    Michel


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  • Randpatronen, wie 6,5x57 R, 7x57 R, 8x57 IRS usw. sollte man generell 3x, jeweils um 120° versetzt, kalibrieren, damit sich eine KLB ohne Probleme schließen läßt.

    Kann man machen.
    Wichtig ist nur, zuerst den Innenkalibrierkern in der Hülse zu belassen und die Hülse um den Kern zu drehen.
    Damit schont man etwas den Hülsenhals. Die handelsüblichen Matritzen würgen den Hülsenhals in der Regel viel zu eng ein.

    Gruß

    Frank