hexagonales Bornitrid auf Büchsengeschossen?

  • Moin Leute!

    Ich habe mir folgendes überlegt:


    Wenn es möglich wäre, unbeschichtete tombakummantelte Geschosse im Tumbler mit "weißem Graphit" zu beschichten, hätte man doch ein Geschoß mit super Eigenschaften und geringeren Reinigungsaufwand.

    Ich würde es so versuchen: entfettete Geschosse + Stahlkugeln + hexagonales Bornitrid Pulver für einige Stunden im Tumbler vibrieren lassen. Da das weiße Pulver laut Aufdruck der Tüte hygroskopische Eigenschaften hat, könnte ich die frisch beschichteten Geschosse im Backes meinetwegen auf 100°C erhitzen, herausnehmen, etwas Carnaubawachs dazugeben, schütteln um einen gleichmäßigen Wachsfilm über den Pillen zu erzeugen und fertig. Was meint ihr, könnte das funzen? Ich glaube ohne das Wachs würde das Bornitrid nicht am Buntmetall haften.

    Gruß

    Michel


    Ladedaten ohne Gewähr! Du bist für Dein Tun selbst verantwortlich!

  • Ich habe die Hoffnung, so verringert sich die Reibung zwischen Tombak und Lauf. Wenn es klappt, könnten die chem. Reinigungsintervalle weiter auseinander liegen, man hätte einen Präzisionsgewinn.

    Gruß

    Michel


    Ladedaten ohne Gewähr! Du bist für Dein Tun selbst verantwortlich!

  • Haftet auch gut ohne dein Wachs.

    Geschosse gut entfetten

    HBN mit möglichst kleiner Teilchengröße verwenden , ich habe 0,7 µm.


    Mit Keramikkugeln 1h im Tumbler


    Über ein Handtuch rollen um loses Hbn Pulver runter zu polieren , fertig.


    Kugeln sollten vor dem ersten mal beschichten auch gereinigt und entfettet werden. Mit dem entfetten steht und fällt die Haftung an den Geschossen.


    Steht auch alles beschrieben in dem Buch von Robert Albrecht Präzisionsschiessen.


    Lauf des Gewehres sollte natürlich auch konditioniert werden mit Hbn.


    Grüße Mirko

  • Ich mache das schon seit Jahren, es klappt einwandfrei. Die Gleiteigenschaften verbessern sich dadurch wesentlich. Das Caraubawachs kannst Du Dir sparen, es schmilzt im Lauf und verdreckt ihn zusätzlich. Die Konditionierung wird im allgemeinen erreicht wenn du ca 20 bis 30 Schuß durch den Lauf gejagt hast. Die Reinigungsintervallen des Laufes verlängern sich dadurch auch. Ich reinige meine Läufe in denen ich so beschichtete Geschoße nutze ca alle 500 Schuß chemisch. Ziehe die nur nach jedem Schießen mit leicht eingeöltem Patch durch um die Konditionierung nicht rauszuputzen. Ein befreundeter Chemiker sagt mir das das ausreichen würde da Bornitrid nicht mit Sauerstoff reagiert wie es z.B. Molybdänsulfit macht. Bisher konnte ich noch keinerlei Beschädigungen am Lauf erkennen.


  • Klingt ja echt spannend !
    Ich hab da spontan ein paar Fragen, aber bestimmt interessieren die Antworten auch noch mehr Leser des Forums:


    Sieht man den Belag auf den Geschossen?

    Und wo bekomme ich Bornitrid in dieser Feinheit?


    Als Schmiermittel muss das doch auch einen Einfluss auf den Ausziehwiderstand des Geschosses aus der Hülse haben. Und auf die Laufreibung ja sowieso. Muss ich dann für die beschichteten Geschosse die Pulvermenge anpassen, also neue Ladeleitern schießen?

  • Danke Euch!

    Das für mich neue Buch übers Wiederladen von Robert Albrecht liegt erst seit vorgestern bei mir - muß ich mal reinschauen.

    ...

    O.k., er vergleicht das mit glatten Spielkarten, auf denen man ausrutscht - verstanden das das Wachs da kontraproduktiv wäre und wieder was dazugelernt :) !

    Ich wollte mir nur die schmutzigen Finger ersparen...


    zorgi : neue Ladeleiter mit Gewißheit. Das Thema Auszugswiederstand wurde vor Jahren bei Waffen-Online diskutiert. Ich erinnere mich, das sich durch den Gasdruck von ca. 3500bar die Messinghülse erst wie ein Ballon aufbläst (bis das ihn das Patronenlager begrenzt) und erst danach das Geschoß in Bewegung versetzt wird. Das geht selbstredend recht flott. Damals wurden sogar Versuche mit im Hülsenhals angeschlitzten Hülsen unternommen, nach Aussage des Testers ohne Unterschied auf der Scheibe. Ich selbst habe es nur gelesen und drehte (gerade habe ich keine Büchse, bei der sich mir der Sinn dieses Aufwands erschließt) brav Hülsenhälse ab usw. Damit hatte ich mental alle Voraussetzungen für Matchammo getroffen, ob sinnig oder nicht - keine Ahnung? Einigermaßen präzise waren sie damals jedenfalls :) !


    Gruß

    Michel


    Ladedaten ohne Gewähr! Du bist für Dein Tun selbst verantwortlich!

    Einmal editiert, zuletzt von Michel ()

  • Ja sieht man ganz leicht.... man fühlt in aber deutlich.


    Ja Ladeleiter muss angepasst werden

  • zorgi : neue Ladeleiter mit Gewißheit. Das Thema Auszugswiederstand wurde vor Jahren bei Waffen-Online diskutiert. Ich erinnere mich, das sich durch den Gasdruck von ca. 3500bar die Messinghülse erst wie ein Ballon aufbläst (bis das ihn das Patronenlager begrenzt) und erst danach das Geschoß in Bewegung versetzt wird. Das geht selbstredend recht flott. Damals wurden sogar Versuche mit im Hülsenhals angeschlitzten Hülsen unternommen, nach Aussage des Testers ohne Unterschied auf der Scheibe. Ich selbst habe es nur gelesen und drehte (gerade habe ich keine Büchse, bei der sich mir der Sinn dieses Aufwands erschließt) brav Hülsenhälse ab usw. Damit hatte ich mental alle Voraussetzungen für Matchammo getroffen, ob sinnig oder nicht - keine Ahnung? Einigermaßen präzise waren sie damals jedenfalls :) !


    Ich finde das interessant und möchte kurz darauf eingehen:


    Ist daraus Deiner Ansicht nach zu schliessen, dass bspw. der Auszugswiederstand bei Hülsen, wo bspw. eine einen mm länger ist als die Andere vollkommen irrelevant ist...? Ich sage jetzt mal bei ansonsten gleichen Hülsen, aber mit nicht komplett gleicher Trimmlänge...?


    Ich kann mir das gut vorstellen, weil bei Bumm dehnt sich die Hülse bis ans Patronenlager aus, das Geschoss hängt quasi kurz frei in der Luft, und setzt sich dann in Bewegung.

    Es kann also in einem LW-Patronenlager durchaus sein, dass es vollkommen egal ist, ob die Hülsen alle gleich lang sind, bzw. einen gleich langen Hülsen-Hals haben.

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • Hier bei EBAY z.B. das reicht für 100000 Geschoße.


    https://www.ebay.de/itm/Bornit…2d94ad:g:6BIAAOSw14xWOhYi


    Die Geschoße werden leicht matt,

    Anwendung: Stahlkugeln Bsp. luftgewehrrundkugeln in den Tumbler, ein oder zwei Messerspitzen Bornitrid reingeben, Geschoße rein und dann 2 Std. laufen lassen.

    Nach dem Beschichten mit einem trockenen Tuch geschosse abwischen, fertig. Die Geschosse fühlen sich dann an wie ein Babypopo. Schmutzige Finger gibts da nicht.


  • Fleck  

    Vielen Dank, das probiere ich aus!
    Hast du schon mal dieses Pulver (von diesem Händler) ausprobiert?


    Oder jemand anders im Forum?

    Der bietet ein weißes Pulver an. So viel kann ich sehen.
    Aber ob das Zeug für das Beschichten wirklich geeignet ist, und ob das wirklich die hexagonale Form ist?

    Die Welt ist voll von schlechten Menschen. Und das Internet erst recht...

  • Du kannst dem schon glauben, er schickt ja das Datenblatt mit. Würde der Dir was vorflunkern würde der sich ja strafbar machen. Im übrigen hat dieser Händler 100% gute Bewertungen.

  • Ist daraus Deiner Ansicht nach zu schliessen, dass bspw. der Auszugswiederstand bei Hülsen, wo bspw. eine einen mm länger ist als die Andere vollkommen irrelevant ist...?

    Ich kann es nicht beantworten, da ich bisher keinerlei dahingehende Versuche gestartet habe. Ich bin derzeit so ein bisschen auf der Suche nach etwas Präzisen mit nicht zu kurzem Lauf in 6,5CM. Wenn das alles mittelfristig in Butter ist, mache ich mir den Spaß und teste ein wenig herum. Meine vermutete Grundbedingung dabei ist, die Geschosse müssen exakt zentrisch in der Hülse sitzen. Versuch macht klug!

    Gruß

    Michel


    Ladedaten ohne Gewähr! Du bist für Dein Tun selbst verantwortlich!

  • Michel


    Danke für die Info.


    Was war denn das Ergebnis von dem der da getestet hat was Du da erwähnt hast...?


    Mich würde das interessieren... Ich hatte auch mal ähnliche Überlegungen, dass die Trimmlänge nicht so bis gar nicht ausschlaggebend ist auf die Präzision.

    Lediglich auf das Patronenlager, wenn die Hülse zu lange ist.

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • Nach den damaligen Tests soll es keinen Einfluß auf die Präzision gehabt haben, reload10. Aber ich will sagen, daß ich (noch) keine eigene Meinung dazu habe. Die Geschichte läßt sich doch einfach überprüfen...

    Gruß

    Michel


    Ladedaten ohne Gewähr! Du bist für Dein Tun selbst verantwortlich!

  • Die Trimmlänge hat da auch kaum Einfluß, entscheidend ist das der Hülsenhals eine gleichmäßige Wandstärke hat. Solange die Hülse nicht zu lang ist und der Hülsenhals gleichmäßig ist ist auch der Auziehwiederstand gleichmäßig. Bei ungleichmäßiger Hülsenhalswandstärke kann es sein daß das Geschoß, übertrieben gesagt, schief aus der Hülse in den Lauf kommt und sich dort erst ausrichten muß bevor es den Lauf verläßt.