​Meine LnL und ich - OAL und überschwappende Hülsen

  • Moin zusammen,
    meine Presse hat diese Probleme natürlich auch. Weniger Schwankungen der OAL wenn alle Stationen
    besetzt sind aber trotzdem nervig.
    Mit dem Dremel die Löcher in der Grundplatte bearbeiten oder die Rastkugeln in der Shell Plate höher
    setzen funktioniert zwar laut einiger Foren, gefiel mir aber beides nicht. Die schwankende OAL bleibt ja.
    Die Ursache ist schnell gefunden, je nach Presse und Shell Plate haben die Plates eine Flughöhe von
    mehreren 1/10 Millimetern über der Sub Plate.



    Der Grund dafür ist auch klar, die Auflagefläche der Shell Plates auf dem Drive Hub, also ihrer Antriebswelle,
    ist spürbar (Fingernagel) höher als die Sub Plate.



    Die Shell Plates jetzt festzuknallen wie ein Irrer bringt auch nichts oder nicht viel da der Drive Hub
    nicht spielfrei in der Sub Plate läuft und aus Sympathie sowieso mitkippelt.

    Eine Lösung dafür habe ich im ar15-Forum gefunden und den Umbau von TZ250 nur auf unsere Verhältnisse
    umgesetzt, die nächsten beiden Fotos stammen auch von ihm.
    Man legt einfach die Sub Plate höher bis sie die selbe Höhe hat wie der Drive Hub.
    Wenn man die Sub Plate abgebaut hat sieht die Presse so aus:



    Der Drive Hub hat unten so einen schönen Bund, da legen wir eine oder mehrere Passscheiben drauf.
    Ich habe meine hier besorgt, die gibt es aber auch bei den üblichen Versandhändlern.
    Am besten passen 26x37x0,1. Meine Presse hat 2 Stück davon bekommen, die Anzahl muß aber jeder für seine LnL
    individuell festlegen.
    Hier der Drive Hub mit den leicht gefetteten Passscheiben.



    Die Laufflächen der Shell Plates habe ich bei der Gelegenheit poliert, sie schleifen ja nun auf der
    Sub Plate. Besonders die Ecken schön bearbeiten. Die Laufflächen vor der Montage leicht fetten.



    Vor der Montage der Sub Plate die Bohrung in der Mitte leicht fetten. Hier dreht sich der Drive Hub und
    den dort sinnvollen Schmiernippel hat HORNADY sicherlich nur "vergessen" ...

    Die Shell Plates sind von nun an gefühlvoll (!) zu montieren. Schraubt man sie zu fest dreht sich die Shell Plate
    nur noch sehr schwer oder gar nicht.
    Ich drehe die Inbusschraube in der Mitte zuerst nur mit der Hand fest und anschließend mit dem Inbusschlüssel
    Stück für Stück weiter bis die Shell Platte bei der Hebelbewegung nicht mehr spürbar einrastet.
    Den Unterschied merkt man deutlich wenn man eine Hand auf die Shell Plate legt während man mit der anderen
    den Hebel bewegt.
    Die OAL Schwankungen liegen jetzt bei vielleicht 5/100 mm und selbst die .357 SIG behält ihr Pulver bei sich.
    BG
    Konny

  • Die Zentralschraube auf der Hülsenhalteplatte lockert sich aber recht schnell, wenn sie nur leicht festgeschraubt wird. Du solltest sie dann regelmäßig nachziehen.

    Bremsespätestens wenn du Gott siehst!:boe:

  • Schraubensicherung mit Loctite bringt auch Abhilfe gegen Lockerung.


    Gruß Sven

  • Meine LNL AP hat dieses Problem übrigens nicht.
    Bei meiner ist die Grundplatte gefühlt 0,3mm höher als die Antriebswelle.


    Schraubensicherung mit Loctite bringt auch Abhilfe gegen Lockerung.


    Gruß Sven

    Diese Schraube muss man aber desöfteren lösen, zum Beispiel beim Kaliberwechsel, oder dem saubermachen und da ist Loctite nicht wirklich sinnvoll.
    Es gab bereits Holzfäller, die zogen die Schraube so stark an, das die Gewindebuchse der Antriebswelle brach.

    "Everything else is just what you shoot before you shoot your first revolver from Freedom Arms!"

    "You can't have enough guns!"

  • Norfok : Wenn man sie natürlich des öfteren öffnen muß, hast du natürlich Recht das ein Federring hier sinnvoller ist. ;)


    Gruß Sven

  • Hi,

    da habe ich offenbar Sinn und Zweck des Umbaus gut in dem langen Text versteckt, sorry.

    Es ging NICHT darum das Problem mit den überschwappenden Hülsen zu lösen, dafür gibt es bereits,

    wie oben erwähnt, Ideen.

    Es ging um die schwankende OAL bei der HORNADY. Die Differenzen werden durch diesen Umbau

    deutlich verrringert weil die Shell Plate flächig auf der Sub Plate aufliegt und nicht mehr kippeln kann.


    Die Zentralschraube löst sich nicht selbstständig. Wie man von "gefühlvoll zu montieren" gleich auf

    "nur leicht festgeschraubt" schließen kann ist für mich nicht nachvollziehbar, aber egal ...

    Man sollte die Schraube eben nur nicht voll festknallen weil man dann die Shell Plate auf der Sub Plate

    tatsächlich festschraubt. Auch wenn die Presse nach der "gefühlvollen Montage" spürbar schwerer läuft

    war es zuviel.


    Das die Hülsen nicht mehr zucken und ihr Pulver von sich geben ist lediglich an angenehmer Nebeneffekt.


    Der Text ist so lang weil ich auch Wiederladern ohne technischen Hintergrund ermöglichen möchte den

    Umbau, wenn denn gewünscht, bei ihren Pressen vorzunehmen.

    Wem das zuviel Text ist oder wessen Presse von dem Problem nicht betroffen ist kann sich die Lektüre

    natürlich sparen.

    Einen schönen 2. Advent euch allen

    Konny

  • Hi,

    vorhin ganz vergessen, eine wirklich ernstgemeinte Frage:

    hat jemand eine tragfähige Erklärung dafür WARUM der Umbau mit den Scheiben etwas verbessert?

    Rein theoretisch dürfte sich genau gar nichts ändern.

    Die Hülsen sitzen ja nicht auf der Shell Plate sondern auf der Sub Plate, die Hülsenabdrücke sind deutlich

    auf den Fotos zu sehen. Die Shell Plate übernimmt nur die Führung und hält die Hülsen unten.

    Wir sind hier über Vermutungen nicht hinaus gekommen.

    Die Hülsen werden präziser geführt, ja, aber reicht das schon aus?

    BG

    Konny

  • Ebenso wie es angeblich einen Unterschied macht ob nur eine Hülse im Karussel ist oder alle fünf.
    Die Sub Plate fährt genauso weit hoch wie sonst auch, völlig egal wieviele Hülsen sich da im Drehteller befinden.
    Vermutlich je nachdem wieviel Spiel die Presse hat, könnte es zu Verkanntungen kommen.

    "Everything else is just what you shoot before you shoot your first revolver from Freedom Arms!"

    "You can't have enough guns!"

  • Ebenso wie es angeblich einen Unterschied macht ob nur eine Hülse im Karussel ist oder alle fünf.

    Da hast du, leider, nicht recht! Es macht bis fast 0,3mm einem Unterschied.

    Meine Erklärung: die Hülsenhalteplatte liegt ja nur in der Mitte auf und verzieht sich anders, wenn nur 1 Hülse gegen sie drückt, oder alle 5. Die LnL ist ja nun keine Präzipress mit engen Passungen!

    Bremsespätestens wenn du Gott siehst!:boe:

    Einmal editiert, zuletzt von whoami ()

  • Denke nicht das es an der Shellplate liegt, der Tisch auf dem die Hülsen stehen fährt gleichmässig hoch, zumindest bei meiner, da wackelt auch nichts wenn der ganz oben positioniert steht.
    Ich vermute mehr das es daran liegt wie man an dem Hebel zieht, hinzu kommt das unterschiedliche Hülsenmessing und wie gerade ein Geschoss gesetzt wird.

    Ist nur eine Station auf dem Teller besetzt, dann besteht weniger Wiederstand, der Hebel lässt sich leichter bedienen, als wenn alle fünf Stationen besetzt sind.

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    Einmal editiert, zuletzt von Norfok () aus folgendem Grund: edit

  • Eben nicht. Wenn auf Station 4 (oder 5) gesetzt wird und sonst keine Hülse vorhanden, wird die Patrone "normal" gesetzt.

    Ist auf der gegenüberliegenden Seite beim Kalibrieren eine Hülse vorhanden, drückt diese auch auf die Hülsenhalteplatte, somit steigt diese auf Station 4 nicht mehr so hoch. Ergo: Patrone ist 0,25-0,3mm länger.

    Reine Physik und Logik.

    Bremsespätestens wenn du Gott siehst!:boe:

  • Also, ich habe nachdem die Hülsen auf der lee app entzündert und kalibriert wurden Station 1 leer gelassen, auf 2 Pulverfüller, 3 der powdercheck, 4 die Setzmatrize und auf 5 die FC von Lee.

    Habe eine Schwankungen von 2 bis 3 Hundertstel mm bei sehr vielen gemessenen Patronen. Auch das Arbeiten war sehr angenehm ohne das kalibrieren.

  • Moin,


    ich hab die Erfahrung auch gemacht das wenn ich gleichzeitig Kalibriere die Schwankungen deutlich größer sind!

    Da ich mich von meinem Ablauf her jetzt eh auf was anderes eingeschossen habe ist das aber kein Problem.
    Ich trenne die 'Metallbearbeitung' vom 'laden', bei Kurz, wie bei Langwaffen Munition und bin sehre zufrieden damit.


    Viele Grüsse


    Andre


    PS: Das Überschwappen hab ich mit der 'Bremse' aus dem 3D Drucker gelöst. Mann muss dann unten diese PINs die den Teller drehen evtl. etwas genauer einstellen, weil es nicht mehr von selbst in die richtige Position 'schnappt', aber eben gerade das schnappen war ja das Problem mit dem Springpulver.

  • Hier ein Bild von meiner LNL.



    Das einzige was ich out of the box verbessert habe, war die Unterlagscheibe (roter Pfeil) weil mir das Spiel im Gestänge zuviel war.
    Hinzu kam dann noch das polieren des ZH Schiebers, sowie die Kehlförmigen aussparungen um das Rütteln der Shellplate und somit das verpläppern des Pulvers zu verhindern.
    Wie man sieht ist der Teller über 1mm höher als die Mitte mit der Verschraubung. Die Schellplate liegt also komplett auf dem Teller auf.


    Ich hatte neulich 44er geladen, mit überwiegend alten Hülsen, danach wechselte ich zu neuen Hülsen und die OAL war bei den Patronen mit den neuen Hülsen um 0,3mm länger!

    Es waren dabei alle Stationen belegt und die neuen Hülsen wurden ebenfalls kalibriert. Soviel zu Physik und Logik...

    Diese LNL Presse hat kein Spiel, zumindest nicht sichtbar und auch nicht fühlbar, da wackelt nichts!
    Auf dem Bild ist extra die SN mit drauf um zu vergleichen.

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