Ist eine Presse "mit Spiel" schlechter oder sogar ggf. besser?

  • Das Thema passt ja gerade gut meinen gestern gemachten Erkenntnissen ...

    Ich hab gestern für meine 8x57is neue Murmeln gebastelt, um mich weiter an die ideale Ladung für meine Abschussrampe ranzutasten.

    Bisher habe ich die Hülsen (Lapua) mit meinen RCBS Matritzen Kalibriert (nur Hülsenhals) und das Geschoss (160grs Fox) mit meiner CoAX gesetzt.

    Gemessene Rundlaufabweichung lag bei 0,02 Inch (Hornady Rundlaufmessgerät). Lapua und RWS Fabrikmunition teilweise schlechter (RWS).

    Gestern hab ich meine neue Triebel BR-Setzmatritze eingeweiht und war voller Vorfreude. Höhe eingestellt, Setztiefe eingestellt (anhand Musterpatrone) und ab die Post.

    Erst im Laufe des Setzens, nach gut 30 Patronen, habe ich festgestellt, das ich den "falschen" Ring an der Matritze hatte. Anstatt der zu verwendenden Forsterringe habe ich den von Triebel gelieferten Ring verwendet. Dadurch hatte die Matritze in alle Richtungen Spiel und auch in der Höhe wurde die Matritze nicht spielfrei geführt.

    Völlig angepisst und stocksauer über meine eigene Blödheit (die Vorfreude war wohl zu stark...) hab ich die fertigen Patronen gemessen.

    Längenabweichung über alle Patronen (50 Stück, da Ladeleiter) genau 0,00 mm und Rundlaufabweichung 0,002 Inch maximal bei zwei Patronen. Sonst 0,001 Inch.


    Ich bleib bei der "schwabbeligen" Montage der Matritze


    Viele Grüße Thilo

  • Auf meiner Einstationenpresse ziehe ich die Matrizen und auch den Setzstempel explizit nicht mit der Kontermutter fest, um so einen "schwimmenden" Ausgleich der Toleranzen zu erreichen. So zentriert sich das Ganze dann selbst beim setzen.

    Moin David,

    wie erreichste Du ohne kontern das sich die Matritze nicht verdreht? Ich habe eine Dillon Crimpmatritze (.357Mag), bei der könnte es so gelöst sein.

    Gruß

    Michel


    Ladedaten ohne Gewähr! Du bist für Dein Tun selbst verantwortlich!

  • :grueb:


    Ich denk mir das schon lange.

    Und arbeite auch schon lange so.


    Immer "richtig fest" und immer "ohne Spiel" wie bei den Ultra-Edel-Pressen.... Muss nicht immer gut sein... :grueb:


    Es KANN immer gut sein, wenn wirklich alle beteiligten Komponenten zu 100% exakt sind.


    Wenn nicht, kann etwas Spiel die nötige Präzision bringen - so komisch sich das auch anhört.


    Etwas Spiel in der Presse (Stempel-Lager) oder Matrize lässt nämlich zu, dass sich die Kräfte zentrieren und ausrichten können.


    Wenn alles starr und fest ist, dann kann sich da auch nichts ausrichten oder zentrieren.

    Wenn z.B. ein Hüha nur um wenige 1000stel ungenau ist, dann wirkt sich das sofort aus.

    Wenn die Matrize oder die Presse etwas Spiel hat, kann sich das ausgleichen...


    Der Effekt den Quaks da hatte beschreibt es ganz gut...

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • Quaks

    Ich hatte ähnliche Ergebnisse, als ich meine normale RCBS Setzmatrize, mal so eingestellt habe wie der Möllers Lutz, das empfiehlt.

    Seit ichs wieder mit etwas Luft mache. Schaffe bei ca. 20% der Patronen sogar 1-2/100mm Rundlauf. Der Rest is deutlich unter 10/100mm. Ausreisser gibts natürlich auch a paar.

  • Moin David,

    wie erreichste Du ohne kontern das sich die Matritze nicht verdreht? Ich habe eine Dillon Crimpmatritze (.357Mag), bei der könnte es so gelöst sein.

    Ich kontere die Matrize gar nicht. Die Matrize ist einfach nur eingeschraubt und hat sich bei mir noch nie verdreht, obwohl diese "locker" ist.

  • LEE, das Maß der Dinge:krat:

    RCBS, Redding, Forster oder Hornady, na ja, alles Amateure.


    Da bin ich ja anscheinend einer der wenigen, dessen Presse(n) mit festgekonterten Ringen präzise arbeitet.

    Du hast grad manchmal ne sehr seltsame Art Dinge zu interpretieren....

    Keiner redet von "Mass der Dinge" oder sonstigem...



    Ums deutlicher zu erklären:


    Der O-Ring lässt bei Druck immer ein klein wenig Spiel zu, ohne dass sich die Matrize im Gewinde dreht.

    Auch wenn die Mutter mit dem O-Ring angezogen ist.

    Das hat schon Sinn.

    Und die von LEE haben sich da was dabei gedacht.



    Die Erfahrung zeigt, dass ein wenig Spiel zur Ausrichtung vorteilhaft sein KANN.


    KANN bedeutet = nicht immer MUSS.


    Und keiner redet davon, dass es mit fester Matrize nicht präzise geht.

    Wenn alles - Pressenstempel, Matrize, Hüha usw. alles 100% starr und 100% fest ist - ohne jegliches Spiel, dann funktioniert das nur wenn alle Komponenten 100% und aufs 1000stel zu einander passen und fluchten. Ganz einfach weil sich da nichts ausrichten oder mit ein wenig Spiel unter Druck zentrieren kann.


    Das sollte wirklich jeder kapieren, der ein klein wenig Ahnung von Mechanik hat.



    Und wenn einer seine Matrize anknüppelt, aber ein klein wenig Spiel im Pressenstempel oder Hüha hat, dann hat er eben genau den gleichen Effekt, das irgendwo im Gesamt-Setup ein wenig Spiel ist, was dann wieder die Möglichkeit zu Zentrierung oder Anpassung schafft.

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • Gattler8.8


    ganz genau, endlich sagts mal jemand.


    Und wie reload es bereits angefangen hatt zu beschreiben. Eure Hülsen sind garantiert nie aufs 100tel symetrisch. Selbst wenn ihr den Hülsenhals innen und außen abdreht, wisst ihr immer noch nicht ob das zur Längsachse der Patrone fluchtet bzw. im exakten 90 Grad Winkel zum Patronenboden is.

    Ich steh auch auf geiles Werkzeug, aber hier bringt es halt wenn man ehrlich ist, keinen Präzisionsvorteil.

  • Bringt die spielarmste Presse nichts .(Obwohl ichs schon geil finde)

    Solange die Hülse im Hülsenhalter auch spiel hat .

    Genau.


    Und spätestens / mindestens im HüHa braucht die Hülse und alles was an ihr dran hängt auch etwas Spiel.

    Wenn nämlich die Achse der Matrize und deren Zentrum dann bei kein Spiel im Pressenlager und kein Spiel im Hüha nicht zu 100% passt: Problem !

    Dann wird die Hülse ausser Mitte gepresst und ausser Mitte kalibriert.


    Es braucht immer irgendwo ein wenig Spiel, dass sich die Hülse bei Druck in die Mitte der Matrize zentriert ausrichten kann.


    Ein klein wenig Spiel von der Matrize kann sicher nicht schaden - für eben genau die Ausrichtung der Matrize auf die Hülse.

    Keiner kann zu 100% sagen, das bei jeder Presse die 2 Gewinde Matrize / Presse immer zu 100% genau passen und zu 100% genau - im Zusammenspiel - auf die Stempelachse ausgerichtet sind.

    Da gibt es immer Toleranzen !


    Bei ner Turban und und Triebel vielleicht die kleinsten Toleranzen - aber auch da gibt es Toleranzen.

    Wenn die Matrize etwas Spiel hat kann sie sich unter Druck auf die Hülse und die Achse ausrichten.

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • Da bin ich ja anscheinend einer der wenigen, dessen Presse(n) mit festgekonterten Ringen präzise arbeitet.

    Nope, da bist Du nicht alleine mit dieser Technik. :thumbsu:

    "Everything else is just what you shoot before you shoot your first revolver from Freedom Arms!"

    "You can't have enough guns!"

  • Nope, da bist Du nicht alleine mit dieser Technik. :thumbsu:

    Nope, ich habe meine Matritzen bisher ebenfalls fest eingeschraubt und mit der so gemachten Munition "etwas" getroffen ;) . Aber wenn mir im Baumarkt oder sonstwo Gummiringe ins Auge fallen, will ich es mit dem losen Matritzensitz versuchen.

    Gruß

    Michel


    Ladedaten ohne Gewähr! Du bist für Dein Tun selbst verantwortlich!