Suche Fett-Rezept für Schwarzpulverpatronen

  • Hallo zusammen,


    da mich mein Schwager mit seinem 1873 UHR in 44-40 infiziert hat, kommt auch bei mir ein solch schönes Stück von Uberti in den Schrank.


    Inzwischen habe ich das Wiederlade-Equipment beisammen, Geschosse sind 240gr von Ares in .427


    Zunächst wollte ich mein sehr bewährtes Vorderlader-Fett (ich fette damit meine Maxiballs) verwenden, es handelt sich dabei um Lube 103 mit Palmin soft im Verhältnis 1:1 gemischt (war ein Tip vom Schützenbruder).

    Damit kann ich aus dem VL problemlos sehr lange Serien schießen, die Verschmutzung bleibt wirklich äusserst gering.


    Ich weiss jetzt jedoch nicht, ob das auch für die 44-40 mit CH2 geeignet ist, die Fettrille auf den Geschossen ist schon relativ schmal und auch nicht besonders tief. Ausserdem ist das schon ein sehr weiches Fett, ich denke das sollte für Geschosse schon deutlich fester sein.


    Bei der Suche im Netz finde ich leider sehr wenige Rezepte für Patronen, dagegen jede Menge für Vorderlader.

    Das "Preußen-Fett" mit Hammeltalg/Bienenwachs möchte ich mir eigentlich gerne ersparen....


    Hat jemand einen Tip oder ein konkretes Rezept für mich parat? Was benutzt ihr? Darf auch eine konkrete Empfehlung für käufliches Fett sein, Hauptsache es läuft vernünftig.


    Herzlichen Dank und beste Grüße!!!


    Dominik

  • Ich habe dieses Rezept in meiner .44-40 verwendet und leicht abgeändert:

    50% Bienenwachs

    40% Frittierfett (das billige, gehärtete vom ALDI)

    5% Lanolin (Wollfett, wasserfrei)

    5% Olivenöl


    Die beschichteten ARES werden dich wohl nicht weiter bringen. Ich habe diese Geschosse zum selbstfetten bestellt. Nach 40 Schuss haben sie die Fallplatten immer noch sicher getroffen. Da ich CAS schießen will, reicht mir das. Auf der Scheibe habe ich sie nicht probiert.


    Die zuvor wo anders gekauften, die sehr nach der Lee Form aussehen, haben viel zu kleinen Fettrillen. Da hat sich mit dem gleichen Fett der Lauf zugesetzt


    Du musst unbedingt deinen Laufdurchmesser prüfen. Meine Uberti hat .429, also brauche ich eigentlich .430. Ein Experiment mit anderem SP hat mit einer millimeter-dicken Bleikruste im Lauf geendet. Wahrscheinlich eine Kombination aus zu kleinem Geschoss und zu kleinen Fettrillen.


    Falls du eine Kokille aus den USA bestellen willst, z. B. bei Mav Dutchman, sag bescheid, vielleicht bestelle ich mit. :winke:

    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!

  • Vielen Dank für den Tip!

    Das koche ich direkt nach und versuche damit mein Glück.


    Einen Laufdurchtrieb werde ich machen, habe jetzt erst einmal die 427er Geschosse vom Schwager zum testen bekommen da dieser damit aus seiner Uberti sehr gute Ergebnisse erzielt hat.

    Er nutzt Blue Lube, meinte aber dass das noch nicht so das gelbe vom Ei ist....und letztlich ist das ja auch wieder ein Vorderladerfett.


    Bin gespannt!


    Selber gießen ist für mich keine Option, darauf habe ich so gar keine Lust....kann man eigentlich irgendwo Geschosse im Auftrag gießen lassen, wenn man die Matrize bereitstellt?

    In dem Falle würde ich mir eine für "BigLube"-Geschosse besorgen, die haben eine sehr große Fettrille.

  • ein Schöpper Lammtalg, ein Schöpper Bienenwachs. Zusammen aufschmelzen. Schön fest, riecht nach fast nichts (auch nach dem Schuss) und wird nicht ranzig. Geht auch für den Revolver und den Vorderlader. Bienenwachs von Amazon und Lammtalg aus dem Barfshop

    Aus eigener Erfahrung weiß ich das mehr wie 200 Grain Geschosse nicht gut laufen. Fettrille sollte ordentlich groß sein sonst gehen die Streukreise nach 10 Schuss auf. Ich benutze selber eine dreier Big Lube Kokille von Accurate Molds, aber die Geschosse von Taxol sehen auch nicht schlecht aus. Würde erstmal die probieren, wenn man nicht selber gießen möchte. Bestellung bei Accurate Molds ist simpel, man sollte aber vorher einen Durchtrieb machen damit man die richtige Größe bestellt.

    "Stehle einem Mann die Brieftasche und er ist eine Woche lang Arm, lehre ihn das Wiederladen und er wird sein ganzes Leben lang Arm sein."

    Konfuzius

  • Auf die 240gr Geschoss kam mein Schwager nach einem sehr beeindruckenden Youtube-Video ("Capandball").

    Damit hat der Bursche auf 300m ganz erstaunliche Präzision aus einer Uberti erzielt.


    Nun, ich beginne ja erst zu testen und werde die Geschosse die Taxol verlinkt hat als nächstes ausprobieren, sofern die 240er nicht gut laufen.


    Setzt Ihr bei der 40-40 ein Zwischenmittel oder das Geschoss direkt auf das Pulver?

  • Oh je da wirst du vermutlich Vorschläge ohne ende bekommen ^^


    Ich nutze Klauenöl/Bienenwachs 60:40, die Mischung verwende ich für Maxiballs, reibe Schusspflaster damit ein und habe auch schon 45/70 Geschosse damit gefettet (allerdings "pan lube"). Die Mischung ist eher fest lässt sich aber über das verhältniss super einstellen.

  • bei der 44-40 setze ich das Geschoss direkt ausf Pulver. Hab schon Milchkarton, Filz, Pappe und Pet aus Flaschen probiert aber keine Verbesserung beim Schießen festgestellt. Also lasse ichs weg.

    "Stehle einem Mann die Brieftasche und er ist eine Woche lang Arm, lehre ihn das Wiederladen und er wird sein ganzes Leben lang Arm sein."

    Konfuzius

  • So, möchte Euch berichten wie es weiter ging.

    Am letzten Sonntag war ich mit der Uberti auf dem Stand.

    Der Streukreis war nicht so übel, v.a. weil ich noch keinen Diopter montiert hatte (er liegt jedoch bereits im Keller).

    Mit etwas Fantasie konnte man jedoch erahnen, dass es nach ca. 20-30 Schuss dann schon sehr gestreut hat.

    Die Reinigung habe ich dann folgendermaßen probiert: 3x eine nasse Boresnake durchgezogen, danach 3x eine trockene (zuletzt das Ende mit Brunox eingesprüht).

    Da kam nicht so wahnsinnig viel Dreck raus, jedenfalls deutlich weniger als bei meinem 45er Vorderlader nach 20 Schuss.

    Mein Endoskop hat mir dann verraten, dass der Lauf wirklich astrein blitzeblank geworden ist.

    Im System war übrigens kein bisschen Schmauch, die Hülsen lidern wirklich perfekt.


    Somit scheint also mein Fett (habe jetzt doch mit reinem Lube 103 geschmiert) gar nicht schlecht zu funktionieren, es muss halt weich sein damit ich mit der Einwegspritze fetten kann.


    Die Ladung waren jetzt 30gr CH2, dabei musste ich schon ca. 2mm komprimieren (knirscht schon ein wenig).

    Auch mit Vorderlader-Laderohr konnte ich keinen echten Unterschied in der Füllhöhe ausmachen.

    Ansonsten Magnum-Zünder und Zündkanal jeweils auf 2,5 mm aufgebohrt.


    Heute dann einen Bleidurchtrieb gemacht, mein Lauf hat .428, womit ich eigentlich .429er Geschosse benötigen würde.

    Die .427er waren demnach wohl nicht so optimal....


    Die Geschosse die Taxol genannt hat, haben jedoch nur .428, meint Ihr dass diese trotzdem einen Versuch wert sind?

    Es scheint schwierig zu werden .429er Geschosse mit vernünftiger Fettrille zu finden.


    Ansonsten würde ich erst einmal bei der Lading bleiben und eher auf 200gr Geschosse gehen.

    Der Diopter macht das hoffentlich auch noch etwas besser.


    Habt Ihr noch Vorschläge für Geschosse?


    Besten Dank und viele Grüße,


    Dominik

  • wenn Murmel noch unter uns wäre, hätte er schon mit den Augen gerollt beim Thema Fett. :kreis:


    Mach dir mal die Mühe und suche (auch Tante Google) mal nach seinen Posts. Ja, er hatte es echt drauf.

    Ich benutze seine Rezeptur und eine von Sharps in den 1860er benutzte Mischung

    Die ist 1:2 Walrat und Bienenwachs

    Da es mit echtem Walrat wird schwer, aber Jojobaöl hat dieselben Eigenschaften.

    Damit fette ich meine 45-120 Sharps und meine geliebte 44-40 Winchester 92

    Deine .427 werden zu klein sein, gehe lieber gleich auf .429

    Auf meine CH2 Ladung kommt ein Papplättchen und dann das Geschoss,

    RCBS bzw. das Lyman 427098. Letzteres ist eigendlich auch zu klein, aber meine Kokille fällt größer aus.

    ich hatte da mal einen Link hier im Forum in ein Amiforum gepostet, da gabs einen Geschossvergleich von Original bis RCBS.

    Ansonsten: Willkommen bei den 44-40ern in schwarz, du wirst sie lieben oder hassen :laden:

  • Ich werde sie lieben, das weiss ich jetzt schon. :thumbsu:


    Tja, Murmelgießers Know-How hätten glaube ich viele gerne in niedergeschriebener Form., aber leider kam es dazu ja nicht mehr.

    Was hatte er denn für ein Rezept für Schwsrzpulver?


    Wie fest ist das Jojoba/Bienenwachsgemisch?


    Nachdem ich nun die Geschosse von bleigeschosse.de bestellt habe (die auf Nachfrage auf .429,5 kalibriert sind), ist aber auch Panlubing nochmal einen Versuch wert.

    ging bei den Artax-Geschossen nicht gut, da war wohl die Fettrille zu klein.

  • Das Fett ist in der LubeaMatic verwendbar, wird aber bereits bei Handeärme flüssig.

    Ich habe kaum Rückstände im Lauf.

    Auch nicht bei 45-120, wo ich bei rund 500 m/s bin.

    Das Fett ist kritisch in der Herstellung, wiege die Zutaten genau aus un schmelze das Wachs sehr langsam.

    Dann rühren rühren.....:)

  • reden wir jetzt von der Walrat(Jojoba)/Wachs-Rezeptur oder von Murmelgießers Fett?


    Letzteres habe ich nämlich nicht vorliegen....

  • Bienenwachs Jojoba.

    Schön langsam gilt aber eh für alle Mischungen

  • Neues Update: habe die 200gr Geschosse von bleigeschosse.de erhalten. Panlubed mit Emmert's Lube, ausgestochen und nochmal durch eine 429er Lee Kalibriermatritze geschickt.

    31gr Ch2, ca 1mm verdichtet, dann das Geschoss gesetzt.

    Schöner Fettstern an der Mündung.

    Nach 50 Schuss kam bei der Laufreinigung praktisch kein Dreck raus, das Waschwasser blieb fast klar.

    Das Endoskop bestätigt aber, dass der Lauf blitzblank ist.

    Scheint ein echtes Wunderfett zu sein.....


    Die Präzision ist nicht so übel, jedoch ist noch Luft nach oben.

    Werde als nächstes die Geschwindigkeiten und Stdndardabweichung ermitteln.

    Glaube Murmel empfahl 370m/s.

  • Ich habe die gleiche Uberti .44-40. Schieße aber aktuell nur Nitro mit Mantelgeschossen...


    Ehrlich gesagt habe ich etwas respekt vor dem reinigen. Ich kenne die Sauerei von meinen Vorderladerbüchsen und wüsste nicht wie ich das gut aus dem UHR bekommen kann. Hat da jemand Tips?

  • Naja, Ergebnis siehe oben.

    Ich ziehe 3x mit der gut feuchten Boresnake durch (dazwischen spüle ich diese im Eimer jeweils aus) und anschließend 3x trocken.

    Beim letzten Durchziehen sprühe ich das Ende der Boresnake mit Brunox ein.

    Ist nur warmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel, billige Boresnakes von Amazon.


    Wie du oben siehst, kommt da praktisch nichts mehr an Dreck raus.

    Warum das so ist, kann ich ehrlicherweise nicht sagen.

    Wenn ich daran denke wie bei mir das Wasser im Eimer beim Spülen meines Vorderladers aussieht, dann frag ich mich schon wohin der ganze Dreck ging.


    Ich glaube dass das Fett hier den Unterschied macht.

    Habe bei meinen ersten Versuchen mit dem UHR noch mit Lube 103 (Vorderladerfett) geschmiert und hatte da auch noch Geschosse mit sehr kleiner Fettrille.

    Da war das Wasser im Eimer schon auch sehr dreckig.


    Mit den neuen Geschossen und dem Emmert's Lube scheint das ganze System wesentlich besser zu laufen.

    Jetzt muss ich nur noch schöne Streukreise hinkriegen ;-)

  • Schließe mich an. Bei der 1892 in 44-40 mir Starline Hülsen ist kein Dreck im System da die dünnen Hülsen gut lidern. Ich schieße auch Biglube Geschosse, 43-215C von Accurate Molds gefettet mit Lammtalg-Bienenwachs und Schwarzpulver bzw Pyrodex. Es reichen zwei Putzpflaster mit Ballistol-Wasser und der Lauf ist sauber. Im Gegensatz dazu muss ich den Vorderlader (mit demselben Fett gefettet!) mit heißem Wasser und Bürste sauberschruppen.

    "Stehle einem Mann die Brieftasche und er ist eine Woche lang Arm, lehre ihn das Wiederladen und er wird sein ganzes Leben lang Arm sein."

    Konfuzius

  • Die beschichteten ARES werden dich wohl nicht weiter bringen.

    Warum nicht?

    Hast Du das schon selbst probiert?

    Gruß,
    Metty :jawo:


    Jesse Hughes, EODM:
    "Solange irgendjemand Waffen hat, sollten alle Menschen Waffen haben."


    „Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann — tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.“ (Margret Mead).

  • Warum nicht?

    Hast Du das schon selbst probiert?

    Die ARES sind beschichtete Lee 429-200-rf. Die Lee habe ich ausprobiert, die Fettrille ist deutlich zu klein. Durch die Beschichtung werden die Fettrillen noch kleiner, zumal die ARES erst einmal beschichtet müssten.

    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!

  • Wie du oben siehst, kommt da praktisch nichts mehr an Dreck raus.

    Warum das so ist, kann ich ehrlicherweise nicht sagen.

    Ist das dieses Fett hier :


    Folgendes wurde von einer anderen Seite geklaut:

    Emmert's Home Mix (50% reines natürliches Bienenwachs, 40% Original Crisco und 10% Rapsöl) ist ein sehr erfolgreiches Gleitmittel für Black Powder. Seitdem habe ich die ursprüngliche Formel modifiziert, indem ich das Rapsöl auf 5% reduziert und 5% wasserfreies Lanolin hinzugefügt habe. Das Lanolin lässt das Gleitmittel mit der Zeit besser an der Kugel haften und leistet insgesamt eine etwas bessere Arbeit. Seien Sie sicher und verwenden Sie ein Wasserbad, um es zu schmelzen, um eine Überhitzung des Schmiermittels zu vermeiden. Überhitzung tötet es für Kugelschmiermittel. Ihr Rezept ist fast das gleiche wie meins, und ich benutze meins seit Jahren.

    Das Rapsöl kann durch Olivenöl ersetzt werden, das Olivenöl hat einen höheren Flammpunkt und funktioniert auch sehr gut.

    Der Trick besteht darin, alles natürlich zu halten, keine Produkte auf Ölbasis (Vaseline). Der Crisco ist ebenso wie das Olivenöl pflanzlich. Das Bienenwachs wird durch den Kontakt mit dem Honig auf natürliche Weise Bakterien abstoßen und so verhindern, dass das Gleitgel ranzig wird und austrocknet.


    Erwin

    Alle Daten und Tipps ohne Garantie.
    Jeder Wiederlader handelt auf eigenes Risiko und Verantwortung .