Unzureichende Geschosstabilisierung Rossi M92 16 Zoll

  • Hi Zusammen


    Habe seit kurzen einen UH Rossi 92 16 Zoll und war heute geschockt dass meine Laborierung welche beim S&W 629 8Zoll echt präzise ist beim Rossi gar nicht passt... Die Geschosse schlagen quer ein....


    Geschoss: selber gegossene 250gn SWC / HiTek beschichtet ohne GC und auf .430 kalibriert

    Ladung: 9.0gn RS 12

    OAL: 42.60 (OL ja aber Lymann die 49th Ausgabe gibt die für dieses Geschoss auch an...)

    gemessene V2 = 302 m/s

    Vdif = 2m/s


    Hätte auch noch gute (schnellere) Laborierungen mit diesem Geschoss mit RS 20 und RS 24....


    Was meint Ihr sind die Geschosse zu weich oder falsch kalibriert oder einfach zu langsam für eine gute Drallstabilisation ? Wo würdet Ihr ansetzen?

    Würde gerne diese Geschosse mit der selber Ladung in beiden Waffen gebrauchen können...

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  • Ich tippe auf Härte (wie Hart sind sie denn) oder fehlende Geschwindigkeit. 9 grs RS 12 sind ja eher 44 Special.

    Alle Ladeempfehlungen ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!

  • Da es sich um Kugelfang Blei handelt werden die wohl nicht viel härter als 5BHN sein. Gemessen oder gebleistiftet habe ich die nicht, wollt ich aber schon lange mal ausprobieren mit den Bleistiften.... werde das am WE mal versuchen.

    Ja die sind sehr langsam, aber bei den 220gn WC (280 m/s) RS 20 habe ich das nicht und die H&N sind ja auch nicht gerade hart aber evtl. genau um das härter wo es zur Drallaufnahme braucht... Genau das macht mich noch unschlüssig oder ist es doch am Anfang zu schnell mit RS12 dass es über die Züge rutscht?

    Ich wollte extra eine langsame Labo damit ich die Geschosse "problemlos" ohne GC verschiessen kann.

    Für schnelle, harte Ladungen kommen dann schon nur echte Geschosse zum Einsatz :)


    Werde es sicher noch mit der RS 20/ RS24 Labo versuchen wobei ich da wohl schon etwas Blei Probleme bekomme ohne GC also wäre das nicht unbedingt in meinem Sinn.....


    Weiss jemand wieviel BHN "härter" die Geschosse werden wenn ich diese nach +1h Backofen um die 220° in eiskaltem Wasser abschrecke ? Bringt das überhaupt was?

  • Mittlerweile habe ich den sehr intressanten Post zur Bleihärte Berechnen und Geschossherstellung auch gefunden und dabei festgestellt dass mein Post zum Thema Blei echt nicht gerade schlau war... aber lernen kann man immer :thumbsu: die Geschosse sind wohl um die 11-12BHN... hab auch noch einige im Eiswasser abgeschreckt und nach einem Gespräch mit eines Schützen welcher dieselben Probleme mit der Drallstabilisierung im UHR hatte auf "seine" Ladung und ein langsameres Pulver gewechselt jedoch leider mit dem selben Ergebniss... Neuer Test war mit 17.0gn RS30 wohl wieder was um die 300m/s ... und immer noch schön quer...


    Wie meinst du fehlende Geschwindigkeit? Ich habe bis jetzt nur gewusst dass die Geschosse zu schnell sein können und so über das Laufprofil hinüber rutschen... aber können die auch zu langsam sein ?


    Und die 9.0gn RS12 sind nicht wirklich Special, dass wären dann eher 6.3gn wie Keith mal angefangen hat.... (Laut GRT und Quikload) haben beide mit 9.0 RS12 um die 2000bar was mich zur nächsten Frage bringt. Lymann gibt für 11-12BHN max Gasdruck 974 - 1071bar an. Wie problematisch seht ihr das? Und blöde Frage ist es das was zum verbleien das Laufes führt oder die zu schnelle V... ???? Das ist auf jedenfall der Grund wieso ich für meine weichen selber gegegossen Geschosse sanfte Ladungen suche nur sollten die möglichst in allen Waffen funktionieren....

  • scheibe.jpg

    wär auch was für was die Scheibe zeigt :mauer: manchmal muss man nur Hülsen produzieren :la: es geht um die queren Geschosse in dem Post :thumbsu:

    und falls es jemand interessiert der Less Lehtal Bean Bag auf 25Meter ist rechts mittig der zweier Zielscheiben... etwas schwach auf 25 Meter aber auf 10-15 Meter passts!

    Und die Querulanten sehen so aus

    SWC.jpg

  • Das kann verschiedene Ursachen haben. Wenn die Rossi mit anderen Geschossen einwandfrei schießt, würde ich es mit der Zugabe von Letternblei oder Zinn mal probieren. Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass der Hund wo anders begraben liegt. 300 m/s mach das Geschoss nämlich locker mit, ohne über die Züge zu springen oder den Lauf zu verbleien. Ich tippe eher auf einen unpassenden Diameter, ein mit Factorycrimp zusammengedrücktes Geschoß oder einen für Blei ungeeigneten Drall etc.

  • Ich bin in dem Thema Bleihärte total unbeleckt.


    Was ich schon hatte - Quer eingeschlagene Geschosse bei viel zu hoher V0 was ich hier nicht sehe.


    Dann hatte ich noch totale Streuung mit meinem 44er Mag S&W in 6 1/2" bei Verwendung von 300gr H&N SWC Geschosse in .430

    Die H&N 240gr in .429 laufen gut und die ARES 240gr in .430 auch - sogar noch besser als die H&N.


    Die 300gr Geschosse haben eine etwas längere Führung als die 240gr H&N.

    Ich vermute, dass das mit dem Drall vom Lauf nicht zusammen passt.


    Von daher meine Überlegung, es mal mit ein paar gekauften zu versuchen.


    Ich habe sicher noch einiges an Geschossen in meiner "Krabbelkiste, falls du mal ein paar brauchst.


    Müsste ich in meinen Katakomben nachschauen, was ich noch habe.

    Sämtliche Daten sind ohne Gewähr. Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.

    • Hilfreichste Antwort

    Also ich an Deiner Stelle würde zu aller erst einmal ermitteln, welche Dralllänge der Lauf überhaupt hat! 8)

    Denn kunstoffbeschichtete Geschosse rutschen bei solchen Geschwindigkeiten nicht einfach über die Züge. Das ist Blödsinn.

    Ich schieße auch 08/15 Blei (zwischen 9 u. 13 BHN) mit Pulverbeschichtung und das bis über 400m/s ohne Probleme.

    Bei mir gab es bei meiner .44er Marlin das Problem, dass die Geschosse schlicht zu langsam waren. Die hat nämlich

    den schnellen 38" Drall und braucht mit den Standardgewichten von 240-260grs mindestens runde 440 m/s, sonst kommen

    die alle schräg bis quer auf der Scheibe an. Meine Intention war auch eine schonende "Midrange"-Laborierung,

    aber auf dem Weg keine Chance. Abhilfe war nur mit 200grs-Geschossen um 400m/s zu schaffen.

  • Chemnitzer

    Das bestätigt meine Vermutung! 30" ist auch ein recht schneller Drall. Normalerweise hat die .44Mag irgendwas um 18-20".

    Da würde es mich wundern, wenn die 250grs-Geschosse bei 300m/s ordentlich stabilisiert werden. Das ist schon ziiieeemlich langsam.

    Ich denke die werden bei dem Drall auch erst oberhalb 400m/s geradeaus fliegen . . . .

    Mit der Bleihärte hat das wenig zu tun. Außerdem passt es dazu, dass der Effekt mit den kürzeren 220grs nicht beobachtet

    wird.

  • Geschosse sind mit 300m/s ordentlich stabilisiert. Was anderes hätte mich in einer Waffe für Pistolenmunition auch gewundert.


    stability.JPG


    Bin immernoch derselben Meinung. Blei einfach zu weich. Die Aussage das man Butterweiches Blei einfach Beschichtet und dann gehts schon ist einfach Quatsch.

    "Stehle einem Mann die Brieftasche und er ist eine Woche lang Arm, lehre ihn das Wiederladen und er wird sein ganzes Leben lang Arm sein."

    Konfuzius

  • ich verschieße aus der 1892er Rossi 240 Grain Keith mit und ohne Gascheck von ca 320m/s bis 430m/s und aus der 44-40 (selber Lauf bei Rossi) 200 Grain Geschosse mit ca 280 m/s. Der Drall reicht immer um die Geschosse zu stabilisieren. Daran liegt es definitiv nicht.

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    Konfuzius

  • Daze

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Vielen Dank für die lehrreichen und hilfreichen Antworten, klingt irgendwie alles logisch aber muss wohl mit dem Ausschlussverfahren arbeiten.

    Irgendwie hab ich das Gefühl das das die Rossi mit der OL von 42.60 nicht klar kommt oder die Geschossform/Dia..... das mit dem zu weichen Blei klingt auch noch sehr logisch aber wenns doch bei anderen auch geht.... der Unterschied zum Schützenkammeraden mit dem Tip von 17gn RS30 ist dass er seine Geschosse nicht beschichtet zudem sind es keine Keith.....

    Ich werde wohl als erstes dass mit den 400m/s versuchen, 19-20gn RS30 solltens richten, klingt sehr versiert :thumbsu: was zum testen am Samstag Morgen.

    Chemnitzer Wie ist deine Patronenlänge mit den Keith Geschossen?

  • 42,3mm bei der 44 Magnum ohne Gascheck (HG 503 Klon) und 42,5 mit (Lyman 429244 Klon). Läner als L6 aber das ist ja such der Witz bei Keith Typ Geschossen. Kann man auch mit weniger Dampf aus .44 Special Hülsen oder gekürzten Magnum Hülsen verschießen, falls die nicht repetiert werden.

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    Konfuzius

  • Ok danke dann kann ich ja mal die OL ausschliessen resp. als "normal" ansehen

    bin gerade fertig geworden mit den Testmurmeln für morgen. habe jetz bis max. 21gn RS30 geladen die sollten die 400m/s packen

    bin ja mal gespannt .....

  • Freude herscht :kreis:

    Eure und vorallem der versierte Post von Sledge und meine Hoffnung dass es doch mit diesem Geschosstyp und der dazugehörigen Bleiweiche geht hat wohl zum grössten Erfolg für einen Wiederlader geführt die Patrone auf die Waffe abzustimmen :thumbsu: fein Tuning (V Messungen und evtl etwas anpassen der Ladung wird noch gemacht aber....:


    jeweils mit abgeschreckten,etwas härteren, und mit normalen "Kugelfangblei"

    mit 19.0gn RS30 beide quer

    mit 20.0gn RS30 ok und quer

    mit 21.0gn RS30 beide ok


    Laut den LD von Lymann für dieses Geschoss und OAL passt dass auch sehr gut, GRT und Quikload sind auch auf der sicheren Seite.

    Ob jetzt die abgeschreckten Geschosse aufgrund der grösseren Härte besser den Drall aufnehmen konnten oder ob es durch höheren Enpressdruck zu mehr V0 führte kann ich leider nicht sagen da ich eben nur schiessen war und nicht messen.

    Die 9.0 RS12 werde ich aber für die Revolver behalten damit schiess ich 5lieber Grosse Gruppen auf 25Meter wenns Wetter passt :thumbsu:


    Jetzt sollt ich nur noch mit dem UHR so präzise werden wie mit dem Revolver :grueb:


    Danke allen und wünsche ein schönes Wochenende!

  • Daze

    Freut mich, dass Dir geholfen werden konnte :) Dafür ist das Forum ja schließlich da! :thumbup:


    Den Schritt mit dem Abschrecken würde ich mir an Deiner Stelle schenken, solang Du die Zusammensetzung des Bleis

    nicht -zumindest ungefähr- kennst oder mit Letternblei zulegierst. Dafür brauchen die genügend Antimon (Sb), ansonsten bringt es zu wenig.

    Beim Gießen einfach in einen großen Eimer mit Wasser fallen lassen reicht.

    Ich hab die Marlin in .44, mit dem langen Drall, und eine Chiappa in .357 und füttere beide mit mit so gegossenen Geschossen.

    BHN ca. 11-13 , pulverbeschichtet und v0 bei beiden so um die 400m/s. In der Chiappa mit 19" Drall funktionieren auch

    Patronen mit .38er -Geschwindigkeiten einwandfrei . . .

  • Ja das mit dem abschrecken lass ich in Zukunft bringt nicht viel und werde lieber noch ne anständige LL von 21-22gn RS30 mit V-Messungen machen... hatte die geschreckten Geschosse noch und war/ ist dennoch interessant...

    Ja ich hab ein Löchersieb über einem Wasserkübel wo ich die Geschosse reinfallen lassen, das erspahrt das rausfischen :thumbsu: gerade im Winter super...

    ja hab auch noch einen Rossi UHR 20Zoll in .357 Magnum (Drall weiss leider gerade auch nicht, aber mein Unwissen führt dazu dass ich jetz dann alle meine Waffen den Drall raussuche, wird mal Zeit und wird Zeit brauchen.........) da hatte ich auch nie Probleme 190-350m/s wobei ich dort WC verlade und was schöneres zur Drallaufnahme gibts ja nicht...