.30-06 mit Laupa N558 Naturalis und N150 bzw. RS60

  • Hallo zusammen,


    aktuell beschäftige ich mich mit der Entwicklung einer präzisen Jagdmunition für meine Tikka T3. Zur Berechnung verwende ich GRT und zur Messung der Geschwindigkeit ein Labradar. Ich entwickelte eine Ladeleiter, welche sich auf (N150) 47,9 grs bis 46,3 grs sowie (RS60) 53,5 grs bis 51,9 grs in 0,2 grs-Schritten erstreckte - jeweils also 9 Patronen.


    Die Ladungen ergaben sich aus der parametrischen Pulversuche im GRT mit der Vorgabe, dass der Gesamtgasdruck einen Wert von 3522 bar nicht übersteigen soll, eine Geschwindigkeit zwischen 694 m/s bis 857 m/s erreicht werden soll und dass mindestens 95% Pulver im Rohr umgesetzt werden sollen.


    Die Gesamtpatronenlänge liegt bei C.O.A.L. 82 mm - so wie von Vihtavuori in den Ladedaten zu dem Geschoss vorgegeben.


    Berechnet hatte ich mit einem Anfangsgasdruck von 350 bar, welcher von GRT für diese Art des Geschosses so vorgegeben ist.


    Berechnet wurden Geschwindigkeiten von (N150) 801 m/s @ 47,9 grs bis 777 m/s @ 46,3 grs. Bei RS60 waren es 840 m/s @ 53,5 grs bis 813 m/s @ 51,9 grs.


    Bei den Hülsen wurde der Hülsenhals innen ausgefräst (Vermeidung eines Doughnut...), sie wurden CIP vollkalibriert, der Hülsenhals dann mit der Lee Collet Die wieder aufgeweitet, anschließend auf CIP Länge getrimmt und entgratet.


    Gemessen habe ich nun Geschwindigkeiten von:

    N150: 842 m/s @ 47,9 grs bis 816 m/s @ 46,3 grs (hier lag die Gruppe insgesamt über die gesamte Ladeleiter gesehen sehr gut zusammen (~27 mm))

    RS60: 887 m/s @ 53,5 grs bis 863 m/s @ 51,9 grs (hier ging die Gruppe insgesamt über die gesamte Ladeleiter gesehen etwas auseinander (~57 mm)).


    Nun ist meine Frage: um auf diese Geschwindigkeiten im GRT zu kommen, habe ich doch lediglich die Möglichkeit, den Anfangsgasdruck zu erhöhen, richtig? Um auf diese Geschwindikeiten zu kommen, müsste ich den Anfangsgasdruck jedoch auf 850 bar erhöhen (anstatt der anfänglichen 350 bar). Damit erscheinen die Ladungen jedoch im überkritischen (gefährlichen) Bereich von >4050 bar.


    Liege ich damit richtig oder wie sollte ich geschickterweise vorgehen?


    Viele Grüße

    Burt

  • wie war der Setzwiderstand der Geschosse auf ner Skala 1-kaum bis 10-sehr schwer?

    Gruß,
    Metty :jawo:


    Jesse Hughes, EODM:
    "Solange irgendjemand Waffen hat, sollten alle Menschen Waffen haben."


    „Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann — tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.“ (Margret Mead).

  • Hi Metty,


    danke für deine Rückmeldung. Schwer zu beurteilen - ist ja sehr subjektiv - aber ich schätze gleichmäßig zwischen 5-6. Mit einem Messgerät könnte ich dir natürlich eine bessere Angabe mitteilen ;)


    Wie bereits geschrieben: die Hülsen wurden vollkalibriert und dann wieder mit der Lee Collet Die mittels Aufweitedorn aufgeweitet. Außen abgedreht wurden die Hülsen nicht.


    Meine Idee ist nun, dass ich mit den 850 bar eine Ladung berechne, welche an die 3522 bar Gesamtgasdruck kommt. Das wären bei N150 44,4 grs. Was hältst du beziehungsweise ihr davon?

  • ich denke, Du machst einen Denkfehler:

    bei Vollkalibrierung ohne Aufweiter, wird der Hals viel zu eng-im Prinzip kein Problem, aber:

    -LEE-Collet ist nicht als Expander gedacht, sondern daß der (zu weite) Hals von außen auf das Innenmaß gedrückt wird

    -ein Expander drückt von Innen auf das richtige Innenmaß

    Hätten beide Dorne den gleichen Durchmesser, ergäben sich unterschiedliche Hals-Innendiameter

    Der maßgebliche Unterschied liegt im unterschiedlichen Springback.

    Ich vermute,: Deine Pillen haben erhöhten Ausziehwiderstand und der Gasdruck ist bereits höher, als von GRT berechnet.

    Vorsicht!


    edit: ich habe ein ähnliches Problem, aber: ich benutze einen Polygonlauf, die sind m.E. immer schneller

    Generell gilt bei GRT (LW): Deine Parameter müssen stimmen, sonst: SISO


    noch ein edit: Mit einer Variablen von 850 bar würde ich nicht rechnen

    Gruß,
    Metty :jawo:


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    Einmal editiert, zuletzt von heizer ()

  • Hi Metty,


    das kann vielleicht stimmen. Die Lee Collet Die verfügt ja über einen Aufweiter für .30, auf welchen - wenn die Hülse komplett eingeführt werden würde - dann von Außen auf den Hülsenhals gedrückt wird, sodass der Hülsenhals zusätzlich auf den Aufweiter gedrückt wird. So verstehe ich es zumindest.


    Ich möchte die Collet Die jedoch nur als Aufweiter verwenden - was bisher auch ganz gut funktioniert hat. Dementsprechend führe ich die Hülse nich vollständig, sondern nur soweit wie der Hülsenhals lang ist +3...4 mm über den Aufweiter der Collet Die.

    Vor vielen Monaten verglich ich den Durchmesser des Ausziehdorn der Vollkalibriermatrize mit dem Durchmesser des Aufweiters der Lee Collet Die. Diese sind nahezu identisch, AFAIK. [Edit]Habe eben noch mal nachgemessen: der Ausziehdorn der Vollkalibriermatrize = 7,80 mm und der Aufweiter der Lee Collet Die = 7,75 mm; dementsprechend 5/100 mm Unterschied.[/Edit]


    Den Ausziehdorn der Vollkalibriermatrize nutze ich selbstverständlich nicht, denn ich möchte ja das ideale und vor allem über die gesamte Länge gleichmäßige Maß des Aufweitedorns der Collet Die erreichen.

  • zunächst ist ja die Frage ob neben der Geschwindigkeit evtl. Auch der Gasdruck deutlich über GRT liegt....


    Da hilft...messen lassen....ohne ein solches Ergebnis würde ich keine Parameter austricksen.


    Mit Messung schon.

    Kenne GRT noch nicht so gut.

    In QL kann man die "Pulverlebhaftigkeit" dann an Messeegebnisse anpassen. Hab ich schon gute Erfahrungen mit gemacht, aber eben auch auf solider Grundlage.


    Viel Erfolg !

    Ich garantier für nix.

    Jeder ist sich selbst der Nächste.

  • welchen Abstand hast du zu den Zuegen ? Das VV550 ist dem RS60 sehr aehnlich - hatte beim 300WSM mit gleicher Pulvermenge in Gramm fast keinen Unterschied zwischn V550 und RS60

  • Bei den Hülsen wurde der Hülsenhals innen ausgefräst (Vermeidung eines Doughnut...), sie wurden CIP vollkalibriert, der Hülsenhals dann mit der Lee Collet Die wieder aufgeweitet, anschließend auf CIP Länge getrimmt und entgratet.

    zu ersterem (hatte ich glatt überlesen):

    damit vermeidest Du keinen Donut, du kannst ihn höchstens beseitigen -wenn vorhanden.


    zu Letzterem nochmal:

    Du kannst nicht -irgendeinen Dorn, der nicht dafür gemacht ist, als Aufweiter benutzen, in der Hoffnung, daß dadurch nie und nimmer ein Problem entstehen kann. Das schreibst Du doch selbst in Deinem edit.

    Springback rausgerechnet hast Du eben diese 5/100stel. Differenz beim Auszugswiderstand. Gängige Größe wären ca 2/100stel. (in Abhängigkeit des Gasdrucks, in dem Du dich bewegst).

    Gruß,
    Metty :jawo:


    Jesse Hughes, EODM:
    "Solange irgendjemand Waffen hat, sollten alle Menschen Waffen haben."


    „Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann — tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde.“ (Margret Mead).

  • Hi Hornetter,

    das stimmt: diese Werte könnte man nur zum Beispiel durch die DEVA ermitteln lassen. Habe ich noch nie gemacht, daher: kann mir jemand erklären, wie der Ablauf ist?

    welchen Abstand hast du zu den Zuegen ? Das VV550 ist dem RS60 sehr aehnlich - hatte beim 300WSM mit gleicher Pulvermenge in Gramm fast keinen Unterschied zwischn V550 und RS60

    Hi Reinhard,

    das weiß ich nicht genau, könnte es morgen aber mal messen.

    Völlig korrekt, damit beseitigt man den Donut!


    Ich werde es auch mal mit dem Ausziehdorn der Vollkalibriermatrize probieren und auch mal mit einer Halskalibriermatrize.

  • diese Werte könnte man nur zum Beispiel durch die DEVA ermitteln lassen. Habe ich noch nie gemacht, daher: kann mir jemand erklären, wie der Ablauf ist?

    Kommt auf den Wohnsitz an, eventuell ist ein Beschussamt näher wo man es abgeben kann.


    Ansonsten

    DEVA Homepage

    Da gibt es ein Formblatt wo Du Angaben zu deiner Laborierung machst, da steht auch wieviele Patronen die möchten.

    Dann musst Du schauen, wie Du die Murmeln gesetzeskonform da hinbekommst.

    Persönlich abgeben und mit einem Besuch im Parcours (falls Du Flinte schießt) verbinden, ist auch nett.


    Viel Erfolg.

    Ich garantier für nix.

    Jeder ist sich selbst der Nächste.

  • das Naturalis gibt es mW. in mindestens zwei Konturen:

    N558 und N566

    es könnte sein, dass für das N558 die 82mm schon zuviel sind und das Geschoss in den Zügen sitzt. Das würde auch die für 53,5gr RS60 ungewöhnlich hohe Vo erklären; und evtl. auch den Dtreukteis

  • das N558 ist ein CEX Typ, d.h. zylindrisch lang mit rundem Kopf, das N566 hat eine ogival/kegelförmige Spitze und sitzt bei 82mm wahrscheinlich nicht in den Feldern/Zügen.

    Außerdem ist dasN558 älter und es könnte sein, dassdie Vitha-Tabelle nur das neuere Geschoss beinhaltet.