Beiträge von dieselfalk

    Eine rein optische Inspektion bringt nichts, ausser einem "Eindruck" vom Pflegezustand.

    Was nützt dir der schönste Lauf, alles blank, Züge scharf, aber im Mündungsbereich eine leichte Vorweite, die nur messtechnisch erkennbar ist?

    Also für uns Schützen bleibt nur die angesprochene Schussprüfung mit geeigneter und präziser Munition und Spass macht die auch noch.

    Da werden alle Hersteller ihre "Geheimnisse" haben.

    Prinzipiell hat die Entwicklung zum Bonded Geschoss einen deutlichen Genauigkeitsgewinn gebracht, da der Bleikern mit dem Mantel verlötet ist. Der Zugewinn an Genauigkeit ist durch die gesteigerte Homogenität des Innenraums (keine Hohlräume zwischen Bleikern und Mantel) und das Fehlen von Ablöseeffekten während des Flugs durch die Geschossrotation verursacht.

    Wers erfunden hat weis ich jetzt nicht, könnte aber zB. Nosler durchaus gewesen sein.

    Also mal ehrlich.

    Was sind schon 300m?

    Wenn man sich über hohe, und ich meine auch hohe Geschwindigkeiten unterhält, dann will man das Maximum an beschussfähiger Schussweite herauskitzeln. Aber nicht nur mal eben 300m.

    Genaue Ladungen für 300m musst du mit Ladeleiter ermitteln, da es von Laufschwingungen abhängt, ich bring da einfach mal das Stichwort OBT.

    Henken701

    Du wolltest ein Quickload, hier ist es.

    Die max. Pulvermenge von Hodgdon ist für das Nosler abgestimmt, für die Bleipille muss es noch geringfügig angehoben werden. An einen gefährlichen Gasdruck kommst du trotzdem nicht.

    Die Setztiefe bitte beachten, Patronenlänge ist 40mm und beachte auch, dass du einen ordentlichen Taper-Crimp oder Rollcrimp anbringst.

    Ausserdem wird das Hodgdon mit kräftigem Magnum Zündhütchen gezündet zB. CCI-550.

    Und sei versichert, das funktioniert so. Kräftig aber gut zu schiessen und schöne Leuchteffekte.


    357mag.pdf

    So habe heute meine neue Laborierung ausprobiert.

    Muss direkt dazusagen, dass ich eine starke Ladung wollte, da ich bisher etwas vom .50er Kalliber enttäuscht war.

    Jedenfalls habe ich das bewährte H110 mit 35grain hinter ein 300grain Speer #4490 mit Länge L6= 40mm gepackt und mit CCI350 gezündet.

    Bis auf einen Ausreisser war der Rest im Schwarzen und das obwohl mein Korn noch zu kurz ist und ich deutlich unterhalb des Schwarzen anhalten muss.

    Die Ladung scheint erstmal immer noch präzise und hat lt. QL ca. 2000Joule.

    Klar ist, es blitzt ordentlich und der Rückstoss ist was für Kerle, macht Laune halt.


    Desert.gif

    Hochschuss muss nicht von schnell kommen, kann auch mit der Laufschwingung zusammenhängen.

    Ich geh davon aus, dass das "lose" Geschoss früh (wahrscheinlich alleine durch den Zündhütchendruck) herauswandert, bis es am Übergangskonus anliegt. Dann zündet schliesslich die Treibladung durch (evtl. mit einem Secondary Explosion Effect) und das Geschoss fliegt. Bei sowas können leicht sich überlagernde Druckfronten im Abbrandraum entstehen, die das Zündhütchen und die Hülse quälen.

    Mach mal eine geprüfte Ladung und setze das Geschoss ordentlich in der Hülse fest. So 20kg sollte der Auszugswiederstand schon sein. Das kann man mit einer Personenwaage ungefähr ermitteln.

    Also hier gibt es mehrere wichtige Faktoren.


    Im Ladevorschlag Hodgdon ist bei der max. Ladung gasdrucktechnisch noch etwas "Reserve", denn lt. CIP ist der max. Gasdruck 34084psi = 2350bar.

    Und das Geschoss ist recht tief gesetzt auf 1,069" = 27,15mm

    Habe das in QL nachgerechnet und komme bei 4,4 grain überraschend nur auf 22660psi. (mit exakt dem o.a. Geschoss und Patronenlänge, jedoch Standardwerten für das Hülsenvolumen. Habe auch Hodgdon Ladetabellen verglichen, die schon mehrere Jahre alt sind. Von Anfang an stehen diese geringen Pulvergewichte drin. Interessanterweise sind für das gleichschwere FMJ bei C.O.L. 1,090" realistische Werte angegeben.

    Hier hat Hodgdon falsche Angaben veröffentlicht?

    Da hilft nur ausprobieren und Geschwindigkeitsmessung. Nach jedem Schuss den Treffer kontrollieren, um einen Steckschuss im Lauf zu erkennen. Evtl. repetiert die Waffe nicht korrekt, aber es kann durch den geringen Gasdruck eigentlich nichts passieren.


    Im Ladevorschlag von Caliber mit 5,2grain Longshot und Patronenlänge 28,5mm ergeben sich 25170psi max. Gasdruck, die Ladung ist also etwas stärker als die verglichene Hodgdon max. Ladung. Aber auch diese Ladung ist weit entfernt vom max. Gasdruck.

    Bei Lauflänge 5,3 Zoll ergibt sich eine Mündungsgeschwindigkeit von 328m/s. Bei längeren Läufen und Sommertemperaturen könnte das Überschall werden und die Präz. leiden.

    Die Frage hatte ich dir ja schon gestellt, woher hast du sein Hülsenvolumen und seine Geschossmaße?

    Falls du seine Werte nicht hast, dann finde ich deine Vorgehensweise wirklich bedenklich.

    Aber du musst selber wissen was du tust.

    Da du aber nicht kritikfähig bist und mir meine Zeit mit dir zu schade ist, so ist hier schluss!

    Ein Angiff sieht anders aus, ganz im Gegenteil habe ich deine Arbeit gewürdigt.

    Nur befinden wir uns auf dem sensiblen Grat zwischen gerade noch tolerablem oder schon gefährlichen Gasdruckniveau. Der Themenstarter hat die ihm bekannten Daten eingegeben und kam zu einem Überdruck. Hilfreich wäre gewesen ihm die Komponenten aufzuzeigen, die er genauer prüfen und ggf. anpassen muss, damit das Ergebniss seine Laborierung genauer wiederspiegelt.

    Du hast einfach Annahmen getroffen, die seinen Komponenten nicht entspreche müssen, und das finde ich bedenklich, schliesslich können Verletzungen die Folge sein.

    Nicht mehr und nicht weniger.

    Und wegen des 2. Themas Trommelzerstörung müssen wir nicht einer Meinung sein, das sind sogar Waffensachverständige nicht immer. Trotzdem bleibe ich bei der logischen Erklärung, wenn auf Bildern sogar das Geschoss noch in der Trommel ist, dann kann es noch keinen Druckverlust am Trommelspalt gegeben haben. Erst nach dem das Geschoss komplett in den Laufkonus eingetreten ist, wirkt sich der Druckverlust energiemindernd auf das Geschoss aus. Dann ist der Drops aber schon gelutscht.

    In dem Sinne und frohe Weihnachten ans gesamte Forum :winke:

    GordonsReloading

    Kann alles sein oder nicht.

    Woher hast du deine Weisheit mit den 20bar Anfangsdruck?

    Du machst ein mathematisches und theoretisches Modell und das soweit ich sehe wirklich gut.

    Aber jetzt einfach Werte so zu verändern, dass der Gasdruck passt, ist nicht wirklich seriös oder hast du dazu eine Messung gemacht von der wir nichts wissen?

    In Bezug zur Berstbelastung ist der Trommelspalt übrigens ein Märchen. Der höchste Gasdruck ist nach wenigen mm Geschossweg, das Geschoss hat dann die Trommel noch gar nicht vollständig verlassen. Deshalb zeigen Zerstörungsbilder häufig Revolvercabrios mit geplatzten Trommeln, ich würd da mal vermuten, denen hat keiner gesagt, dass Druck am Trommelspalt weggeht.

    Der einzig seriöse Weg ist unterhalb des Maximums zu laden und eine Messung der V0, wenn dann noch Luft nach oben ist, dann kann bis zur Druckgrenze gesteigert werden, wenn man das will.

    Wunder dich nicht, wenn es mit der Fabrikladung sehr mädchenhaft wird.

    Mir ist keine Fabrikmun bekannt, die nur für Langwaffe gemacht ist. Somit wird eher schnelles Pulver verwendet, davon aber recht wenig, da ansonsten der Gasdruck für die alte Patrone zu hoch ist. Das bedeutet, dein langer Lauf kann das Geschoss nicht so schieben, als wenn du eine geeignete Ladung hättest.

    Es mag aber sein, dass es für deinen Einsatzfall mit schneller 10er Schussfolge ganz gut passt. Du must halt schauen, ob die Streuung akzeptabel ist.

    Aber die richtige Ladung zu ermitteln macht ja auch Spass und ist sozusagen das Salz in der Suppe.

    Hi Boxer,


    mit den recht schnellen Kurzwaffenpulvern deiner Vorauswahl kannst du die Hülsen nur unzureichend füllen, ohne zu hohe Gasdrücke zu erzeugen. Außerdem nutzt du den recht langen Lauf (24") überhaupt nicht aus. Hier kann ich nur den Tip geben genauer zu recherchieren und nicht Kurzwaffenlaborierungen aufzusitzen.

    Als recht bewährt haben sich verkupferte Geschosse zB. H&N Kegelstumpf mit 250grain und dann zB. VV N110 ab 17 grain (das ergibt ca. 78% Hülsenvolumen) -> 400m/s. Diese Ladung kann bis ca. 19,5grain gesteigert werden, darüber hinaus wird das H&N Geschoss nicht mehr mitmachen.

    Also in diese Richtung würd ich Laborierungen suchen.

    Habe das gerade mal gebrömelt und QL gibt auch 180bar Überdruck an.

    Das kann aber alleine schon an der Geschossform und dem dadurch verfügbaren Restvolumen in der Hülse liegen, dass VV ein unbedenkliches Ergebniss erzielt.

    Falls du das aus einem .357mag Revolver verschiesst, dann ist es kein Problem. Falls du es aus einem reinen .38sp Revolver abfeuern möchtest, der schon über 100 Jahre in Familienbesitz ist, dann besser nicht. :boesew: