Fallrohr

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Hallo ihr, die ihr schwarzes Pulver in Patronen füllt,

    angeblich soll mit einer langen Röhre die SP-Dichte in der Patrone erhöht werden. Ich bekomme mit der normalen Füllmethode 50 grn Wano 3F in meine 45-70er Hülsen mit 405 grn Geschoss, damit der Füllstand exakt bis an den Geschossboden reicht. Ich habe auch mal meinen Ladetrichter für Vorderlader als Fallrohr versucht (ca. 1m lang). Aber der Füllstand ist mit dem Trichter genauso wie wenn ich den Pulverfüller benutze. 70 grn - keine Chance. Dann steht das Pulver ca. 8mm vor dem Hülsenmund. Derart komprimieren, daß meine Patronen die C.O.L. einhalten ist unmöglich
    Mache ich was falsch?

    Gruß
    Tom
  • Nein, Du machst nichts falsch.
    Vielleicht geht mit Schweizer No.2 noch was mehr.
    Und mach Dir über die C.O.L. nicht so viel Gedanken. Solange die Bohne sauber ins Patronenlager passt und nicht an Die Züge kommt. Oder ist es eine Repetierbüchse mit Magazin?
    Gruß Hermann :)

    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • Marlin 1895. Mehr als 68mm COL geht nicht, da dann schon das Geschoss an die Züge kommt und der Verschluß nicht mehr zumacht.
    Dann sollte ich mir doch mal wieder ne Dose Schweizer leisten...
  • Oder ein etwas leichteres Geschoss und dafür mehr Pulverraum.
    Und etwas verdichten sollte sich das Pulver schon lassen.
    Geht doch beim Revolver auch. ;)
    Gruß Hermann :)

    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • Naja, ich wollte schon bei der Originalladung bleiben, und die war ja 45-70-405. Es ist ja nicht so, daß die Bohnen mit 50 grn schlecht fliegen - eigentlich fliegen sie sogar sehr präzise - aber ich wollte eben auch mal mit 70 grn laden
    WAS geht beim Revolver auch?
  • Mit der Revolver-Ladepresse lässt sich Schwarzpulver verdichten.
    Gruß Hermann :)

    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • Auch mit verdichten wirst Du den möglichen Gasdruck nicht steigern.
    Allerdings wird die Ladung gleichmäßig und sicherer.
    Unverdichtetes SP würde ich nicht mit einem Zündhütchen starten.
    Aber jeder so wie er mag.
    Wir sind ja fachkundig. :rauch:
    Gruß Hermann :)

    Keine Gewährleistung für veröffentlichte Tipps.
    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.
  • treppenfahrer schrieb:

    Auch mit verdichten wirst Du den möglichen Gasdruck nicht steigern.
    Das wollte ich damit sagen.. ;)
    Weniger Gasdruck, also weniger Reichweite

    treppenfahrer schrieb:

    Unverdichtetes SP würde ich nicht mit einem Zündhütchen starten.
    Die Ladedichte sollte bei 1 sein, oder nahe dran. Zuviel Luft in der Hülse sollte man vermeiden. Ich hab bisher immer volle, aber nie Pressladungen verschossen. So fliegen die Bohnen exzellent
  • Das Geschoss mit 405 Grain passt schon. 3F kann passen, das musst Du ausprobieren. Ich verwende Wano PP. Das Fallrohr bringt schon was, man muss nur das Pulver langsam herunterrieseln lassen. Trotzdem sollte man das Pulver in der Hülse noch verdichten. Wieviel muss man selber herausfinden. Besser mit wenig anfangen, als gleich zuviel. Die Amerikaner verdichten 0,1 - 0,125 inches, das sind 2,54 - 3,175 mm! Mir erscheint das sehr viel, mehr als gut 1 mm habe ich noch nie gepresst. Dafür verwende ich einen selbstgebauten Stempel, nicht das Geschoss. Pulver abmessen tue ich nach Volumen, nicht mit der Waage.
    Just my 2 cents.
    Servus,
    Hermann

    prolegal VDW BDS SPI SASS

    Ladedaten ohne Gewähr!
  • Ich hänge mich einfach mal hier dran, damit ich nicht in 4 verschiedenen Threads posten muß.
    Besitze seit ein paar Wochen eine Sharps 1863 von Pedersoli in 45-70Gov, Bild siehe unten.
    Möchte das Gerät auch in alter Väter Weise betreiben, also auch Schwarzpulver.

    Komponenten, die ich schon habe:
    - neue Starline-Hülsen, Länge 53,3 mm +/- 0,01 mm, wegen einem hundertstel will ich nicht erst trimmen, Zündloch auf 2,4 mm gebohrt und beidseitig angefast
    - Bleigeschosse .458, 405 grain, halbrunde flache Kuppe, flacher Boden, 3 Fettrillen und 1 Crimprille,
    - B.P.C. Lube No. 55,
    - Wano PP,
    - Federal Zünder Large Rifle Magnum,

    Nun meine ganzen Fragen:
    - reicht als Fallrohr mein Ladetrichter vom Vorderlader (Länge 1,00 m Innendurchmesser 6 mm) oder sollte ich was stärkeres nehmen?
    - @Reverend , kannst Du mal bitte ein Bild von Deinem Press-Stempel posten, oder das Teil beschreiben?
    - gibt es irgendwo ein Locheisen für .45er Gaschecks (ich hab das I-Net schon erfolglos abgegrast),
    - was nehmt Ihr als Zwischenmittel, damit das Fett nicht ans Pulver kommt?
    - ist Crimpen notwendig? Patrone hätte dann eine OAL von 64 mm, wenn der Crimp satt sitzt,
    - darf das Geschoß an den Zügen anstehen (OAL wären dann 68,1 mm?) oder lieber 1 mm Abstand? (Bei Crimp erübrigt sich diese Frage)

    So, ich hoffe, Ihr könnt mir auf diesem, für mich neuen, Gebiet der Schwarzpulverpatronen ein Stück weiterhelfen.
    Die Frage nach der Nitro-Ladung stelle ich im normalen Munitionsthread, sonst wird es hier zu viel.

    Habt schon mal vielen Dank!
    Gruß Ralf


  • ralfurban schrieb:

    Besitze seit ein paar Wochen eine Sharps 1863 von Pedersoli in 45-70Gov, Bild siehe unten.
    Sehr schickes Teil! :thumbsup:

    - Fallrohr wird überbewertet. Habs ausgiebig probiert, bringt wenig bis nichts
    - als Zwischenmittel bei Blue Lube Fettung einen 3mm-Filz, bei Alox keines
    - ich würde immer crimpen. Aber ich hab ja auch ein Röhrenmagazin. Bei deinem Einzellader jetzt nicht unbedingt notwendig
    - ich wäre vorsichtig, wenn das Geschoss schon an den Zügen ansetzt. Was versprichst du dir davon? Mehr Präzision duch weniger Freiflug?
  • @ralfurban Der Ladetrichter von Deinem Vorderlader passt schon, langsam rieseln lassen, probiers einfach aus.
    Lies Dir mal das hier durch:
    stifters-gunflints.com/oneone.htm
    Falls Du Englisch kannst:
    stewartdawge.com/Introduction%20to%20BPCR%20Loading.htm


    Mit dieser Kompressionsmatrize habe ich angefangen. Es ist eine Lee Universalaufweitmatrize, den Stempel hat mir ein Freund aus Edelstahl gedreht. Es funktioniert einwandfrei, aber man muss sehr gut aufpassen, dass der Stempel in die Hülse trifft, sonst gibt es Hülsenschrott.


    Jetzt verwende ich diesen Stempel aus Alu, ebenfalls in Verbindung mit der Lee Universalaufweitmatrize. Im Gegensatz zu der ersten Methode wird dieser Alustempel in die Hülse gesteckt wie ein Geschoss. Es ist ein Handgriff mehr, aber dafür gibt es keine beschädigten Hülsen mehr. Der Zeitfaktor ist kein Problem, schließlich bin ich nicht auf der Flucht :)

    Zum Ausstanzen der "Gaschecks" kannst Du entweder ein Locheisen oder, komfortabler, eine Stanzmatrize verwenden. Die Bezeichnung "Gascheck" ist in diesem Zusammenhang nicht ganz richtig, besser ist Zwischenmittel. Ich verwende dazu Tetrapack, z.B. Milchkarton, mit der Aluseite zum Pulver. Um nun zu verhindern, dass das Zwischenmittel am Geschossboden klebt und dadurch Ausreisser verursacht, lege ich eine oder 2 Scheiben aus Zeitungspapier zwischen Geschoss und Tetrapackscheibe.
    Für einen Einzellader ist kein Crimp notwendig. Ich kalibriere die Hülsen für meine Sharps nicht und lasse auch den leichten Trichter vom Aufweiten offen. Die Geschosse werden von Hand gesetzt. Ob an die Züge setzen oder 1 mm Freiflug musst Du ausprobieren was bessere Ergebnisse bringt. Es sind alles nur Richtwerte.
    Auf jeden Fall macht es einen Riesenspaß!

    Just my 2 cents .....
    Servus,
    Hermann

    prolegal VDW BDS SPI SASS

    Ladedaten ohne Gewähr!
  • Danke erst mal für die flotten Antworten!

    @Marlinman : versuchen werde ich das Fallrohr auf jeden Fall, mal sehen ob es was bringt (Versuch macht kluch ;) )
    3 mm Filz ist schon ziemlich dick, oder? Der nimmt wieder Raum für die Ladung weg. Allerdings hab ich auch schon oft gelesen.
    dass Leute mit knapp 50 Grain richtig präzise Munition herstellen. Also probieren, mich reizen ja auf unserem Schießplatz
    bei Nochten die 1000 Yards...
    Die Sache mit dem Geschoß an den Zügen entstammt tatsächlich der Idee, den rotationslosen Flug zu minimieren. Bei einem
    FMJ-Geschoß würde ich keinesfalls das Geschoß die Züge berühren lassen, wegen evtl. Druckspitzen beim Start, wie es bei
    Blei ist, weiß ich nicht.

    @Reverend: den Beitrag von Günter Stifter hab ich schon gelesen, hatte ich bei Recherchen im I-Net gefunden. Richtig viel
    Information, wie ich finde. Die englische Seite wird etwas Zeit in Anspruch nehmen, da ich für die Feinheiten im Text doch
    ab und an eine Übersetzungs-Maschine bemühen muß...
    Die Kompessionsmatrize sieht richtig gut aus, mal sehen, was ich basteln kann. Mit dem Geschoß würde ich ungern komprimieren,
    ich hätte etwas "Bammel", dass das Geschoß sich doch ein bisschen verformt.
    Genau das meinte ich beim Locheisen. Es gibt fast nur metrische, 11 mm ist zu klein, 12 mm schon etwas groß. Und leider ist
    die Stanzmatrize beim Stifter nicht lieferbar.
    Lädst Du die Geschosse direkt vorm Schießen, oder lagerst Du die fertigen Patronen über eine gewisse Zeit? Beim Vorderlader
    presst man das feucht Pflaster ja auch direkt auf das Pulver, aber nicht lange. Wenn ich die Patronen lade und dann ein paar
    Wochen im Schrank habe, hab ich ein bisschen Angst, dass das Fett das Pulver in dieser Zeit doch etwas phlegmatisiert, oder
    hält das Stück Tetrapak doch so dicht? Ich hatte noch die Idee, vorm Geschoss-Setzen zwei Tropfen Wachs auf das Zwischenmittel
    zu geben... Blödsinn oder könnte gehen?

    Ihr seht, Fragen gibt es immer noch... :D

    Gruß Ralf

    Doch noch ein PS:
    Was haltet Ihr von einem Stück Zigarettenpapier direkt am Boden der Hülse? Da das Zündloch aufgebohrt ist, könnten ja
    Schwarzpulverkrümel bis ins Zündhütchen gelangen und den Zündstrahl des Magnumhütchens beeinflussen...!?
  • @ralfurban, mit 50grn Schwarzem machst du schonmal nichts verkehrt. Ich verwende ebenfalls 405 grn Gesschosse und hab damit bei der LM Perkussion dieses Jahr den ersten Platz im Mehrlader Speedschießen gemacht
    Mach dir nicht soviele Gedanken wegen dem Fett, das hat keine (messbaren) Auswirkungen auf das Pulver. Hab neulich mal wieder SP-Patronen mit der Marlin delaboriert, die ich vor einem Jahr gebaut hatte - ohne Zwischenmittel. Für NC-Ladungen nehme ich allerdings einen dünnen Filz, 3mm, weil ich dann deutlich weniger Blei im Lauf habe
  • @ralfurban
    Bei einem Mantelgeschoss ist es absolut nicht zu empfehlen, es an die Züge zu setzen. Allerdings werden im Zusammenhang mit Schwarzpulver Bleigeschosse eingesetzt ......
    Du hast es schon richtig erkannt, das Geschoss zum Komprimieren des Pulvers zu verwenden ist keine gute Idee.
    Hier in D wirst Du wohl eher kein Locheisen in einem Zollmaß bekommen. 12 mm geht zur Not, aber richtig gut ist es eher nicht. Kannst ja mal bei Stifter anfragen, ob und wann es die Stanzmatrize wieder gibt.
    Wenn ich die Schwarzpulverpatronen lade, dann komplett. Zum einen ist mein Fett nicht so "flüssig", dass es ins Pulver sickert, zum anderen dichtet die Tetrapackscheibe ab. Aber ich habe auch bei Fullhouseladungen in .44-40 und .45 Colt für CAS kein Probleme, obwohl ich da keinerlei Zwischenmittel verwende und immer genug Munition auf Vorrat habe, um mindestens einen Wettkampf bestreiten zu können :)
    Das mit dem Wachs aufs Zwischenmittel kannst Du Dir sparen. Das mit dem Papier aufs Zündloch auch. Sowas wie Filzpfropfen und dergleichen habe ich in Patronen noch nie verwendet, Hülse voll und gut ist es. Aber das muss jeder selber entscheiden.
    Just my 2 cents.
    Servus,
    Hermann

    prolegal VDW BDS SPI SASS

    Ladedaten ohne Gewähr!