Sebertscher Faktor und Anfangsgasdruck bei Barnes TTSX und LRX in .308 Win und 6,5x55

  • Hallo!


    Da es im Forum viele Brömel-Jünger und begeisterte Quickload-Fans gibt, hoffe ich darauf, dass einige von Euch Bescheid wissen und helfen können.


    Was ist bei den o.g. Geschossen und unten genannten Ladungen einzugeben?


    Wo bekommt man verlässliche Angaben her?


    Pulver .308 z.B. Varget, TAC, N540 o.Ä. - Geschosse Barnes 150gr TTSX (ggf. auch 168gr TTSX und 175gr LRX) - Hülsen RWS - CCI BR


    Pulver 6,5x55 z.B. RL22 / RL 19 - Geschosse Barnes 100gr TTSX, 120 gr TTSX, 127 gr LRX - Hülsen Lapua und Norma - CCI BR


    Bitte keine Vermutungen, "vielleicht", "könnte sein", "ich habe gehört" ... sondern nur antworten wenn Ihr es wirklich wisst und sicher seid oder zweckdienliche Hinweise liefern könnt.


    Herzlichen Dank!

  • Lese dazu Gasdynamik und Instationäre Fadenströmung.
    Dann kriegst du eine fachlich versierte Antwort ohne "könnte sein" etc.

    Einmal editiert, zuletzt von GentleSky1431 ()

  • Echte Philosophen geben der Menschheit weitere Fragen, aber keine Antworten.


    Mir reichen schon seriöse nachvollziehbare Erfahrungswerte und vor allem konkrete Antworten.


    Der Ansatz war gut gemeint ...


    :ja:

  • Mein Problem mit deinen Fragestellungen ist eher die Art und Weise :)


    Du willst für QL PC Modelle wissen, aber ohne dich dabei selbst auszukennen, gerade da wären konkrete Auflistungen wie z. B. Notebooksbilliger. de sinnvoll. Auch hätte ich geschrieben, dass es vermutlich an der verbauten HDD statt SSD liegt, warum sich das System so langsam anfühlt. Für 80 Euro wäre das Problem an der Stelle beseitigt. Aber auch das willst du ja nicht wissen.


    Gleiches gilt hier für deine Frage. Der Sebertsche Faktor ist ein komplexes Berechnungsmodell und ist, wenn du dich da mal zumindest ein bisschen einlesen wirst, ein sehr aufwendiges Berechnungsverfahren mit diversen Formeln. Konkret wirst du hier vermutlich keinen finden, der dir das ohne diese Berechnungen verstanden zu haben, sinnvoll beanteorten kann. Diese wird wie so oft auf Probieren beruhen, und nicht vollständig begründet sein. Aber das wolltest du ja gerade nicht laut deiner Frage.


    Wenn du die QL Daten verfolgt hast, wirst du feststellen, dass es auch nicht an diesem Faktor liegen muss, dass die QL Werte nicht passen, da QL mit allgemeinen Modellen rechnet und einige Faktoren zur Berechnung möglichst vieler Kombinationen auslässt.


    Also, auch wenn du so eine Antwort nicht unbedingt hören willst, hier mein Tipp.
    Vergleiche deine Ladung mit einem Chrono und passe den Faktor geringfügig an, bis die Werte sich annähern.


    Was den Startdruck betrifft kann ich dir nur Hilfestellungen anbieten. Geschosse mit Fuhrbändern oder Beschichtete haben in etwa 150 bar Anfangsdruck. Vollkupfergeschosse etwa 400 bar. Dies sind nur Richtwerte und lässt sich für deine Waffe nur genau klären, wenn du diese inkl. Waffe mit einer bekannten Vergleichswaffe mit der gleichen Munition beschießen lässt. Lässt du nur deine Munition beschießen, hast du aber zumindest annähernd einen korrekten Wert von der Beschusswaffe, die ähnlich der deiner sein dürfte.


    P. S. : bist du soweit, dass du die Gasdynamik verstanden hast, kannst du auch deinen Flux Kompensator reparieren, lohnt sich also gleich zweifach :)

    3 Mal editiert, zuletzt von GentleSky1431 ()

  • Danke, das mit den 150 bar war ein guter Tip, wird auch von anderen erfahrenen WL so gesehen.


    Ich habe (relativ) viel bzw sehr viel recherchiert, ich suche auch keine einfachen Antworten. Bei Dir bemerkt man, dass Deine Antworten Substanz haben, auch wenn Du nicht alle Fragen gleich gern hast ...
    ;-)


    Auch wenn man alles versteht, kann man manche Dinge nur durch probieren (statt studieren) heraus finden, testen und bestaetigen. Gilt auch fuer den alten Sebert ... wie Du selber schreibst.
    Genau dies suche ich.


    Sebertscher Faktor fuer Barnes TTSX/LRX wird sich schon irgendwo finden, in good old Germany, uebern Teich oder DownUnder ...


    :-)

  • Einfach n bisschen offener für könnte sein Antworten sein. Manchmal ergibt sich die Lösung auch aus auf einander aufbauenden Antworten. Das ist halt ein Forum, keine Fachtagung :)


    Die Barnes sind allerdings Vollkupfergeschosse, bei denen du durch den ähnlichen Aufbau wie Geschosse mit Fuhrbänder eher 250 nehmen solltest, was einfach an dem durchgehend härteren Material liegt und der etwas größeren Kontaktfläche. 150 wären damit eigentlich zu wenig. QL empfiehlt für diese Geschosse selbst 300 bar (400 für Vollkupfer ohne Fuhrband). Lutz für seine vollkupfer mit Fuhrbänder 150. Ich würde daher 250 - 300 bar anpeilen.


    Schau dir die Geschosse im Vergleich an. Du siehst bei den KJG, dass es viel weniger Kontaktfläche hat, was aus den Erhebungen statt Vertiefungen, in einer größeren Anzahl der Fuhrbänder und durch die feinere Bauart resultiert (KJG werden CNC gefräst, wie das bei den anderen Marken iat, weiß ich nicht).


    KJG


    TTSX



    Hier im Forum gab es anscheinend diese Diskussion auch schon zu den TTSX, hab ich eben gesehen: Anfangsgasdruck Geschosse/Vollgeschosse Kupfer, Messing, Blei,....


    Für das Hornady Interlock 30-03 wird als Sebert'scher Faktor 0,55 angegeben, auch daran kann man sich orientieren denk ich. Generell würde ich, was diesen Faktor betrifft, nicht mehr als nötig recherchieren, da eh nicht konstant und ladungsabhängig immer wieder anders. Außerdem sagt es meiner Meinung nach weniger über den Maximaldruck aus, sondern über den Leistungsverlust über eine gewisse Strecke (Lauflänge), das mag Einfluss auf die V0 haben. Das kannst du auch mit anderen Werten wie dem Energiewert beim Pulver abfedern, und macht da aufgrund der Losschwankungen vermutlich auch mehr Sinn.


    Auch hierzu gab es im Forum eine Diskussion zu dem Faktor.

    11 Mal editiert, zuletzt von GentleSky1431 ()

  • Habe jetzt die Messdaten vom Beschussamt zurück.

    Alle extrem zu hoch, ca. 5.000 bar.

    Es war jeweils eine Maximalladung knapp unter 3.800 bar (laut QL), nur mit zwei verschiedenen Setztiefen / COAL / L6.

    Hab jetzt nachgerechnet und in QL neu kalkuliert (mit Basis der Ladedaten und ermittelten Gasdrücke und Geschwindigkeit V0) und komme bei zwei verschiedenen 6,5x55 Laborierungen mit Reloader 22 und 127 LRX auf folgende Werte


    Anfangsgasdruck bei 650 bis 720 bar

    Sebertscher Faktor 0,65


    Was nun, hat jemand ein gute Idee oder ähnliche Erfahrungen nach einer Gasdruck-/Geschwindigkeitsmessung beim Beschussamt oder DEVA?


    Danke!

  • Welche Zusammensetzungen (Hülse, Pulver, Pulvermenge, Geschoss, L6,... ???) hast Du den prüfen lassen ?

    Kannst du das Protokoll mal geschwärzt ranhängen ?

    Die QL Berechnung, die Du vorab gemacht hast ?

    Sonst wird das zu viel Raten.


    VG:winke:

    Gruss
    CptKinx


    :la: RCBS RCII :wdl_rot MEC Super 600 :wdl_blue: Dillon 650


    Alle Angaben und/oder Ladedaten ohne Gewähr, jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich

  • Lese dazu Gasdynamik und Instationäre Fadenströmung.
    Dann kriegst du eine fachlich versierte Antwort ohne "könnte sein" etc.

    Wenn schon dann kompressible Fadenströmung......
    Wir haben doch keine Wasserpistolen...

    Wer nicht liebt Wein, Gesang und fremde Weiber, wird nie ein Jäger, bleibt für immer Treiber !!

    Einmal editiert, zuletzt von Keilersau ()

  • Für das Hornady Interlock 30-03 wird als Sebert'scher Faktor 0,55 angegeben, auch daran kann man sich orientieren denk ich. Generell würde ich, was diesen Faktor betrifft, nicht mehr als nötig recherchieren, da eh nicht konstant und ladungsabhängig immer wieder anders. Außerdem sagt es meiner Meinung nach weniger über den Maximaldruck aus, sondern über den Leistungsverlust über eine gewisse Strecke (Lauflänge)



    Der Sebert'sche Faktor beschreibt die Menge der Pulvergase,
    die sich mit dem Geschoss bewegen.


    Kann man getrost ausser acht lassen.

    Quickload rechnet für LW/ 0.5 und für KW/0.75


    Alles andere ist Erbsenzählerei...


    Wer nicht liebt Wein, Gesang und fremde Weiber, wird nie ein Jäger, bleibt für immer Treiber !!

  • Gerne, sehr gerne. Da ich aber über den besch.... Umweg - Parallels > Windows > QL > Mail an Mac und erst danach bearbeiten - gehen muss, fehlt mir die Zeit, dauert also noch etwas.

    Wäre QL ein MacProgramm wäre es in 2 Min. erledigt ...


    Der Sebertsche Faktor ist auch wichtig, wenn man genau arbeiten will, hat aber einen geringen Einfluss. Kann aber helfen bei der Simulation und Emulation (sobald man echte Messdaten hat) ...


    Wichtiger ist jedoch der Anfangsgasdruck; hierzu schweigen aber Ing. Brömel und Barnes und Hodgdon und Alliant ... etc.; man bekommt also keine verlässlichen Anhaltspunkte, auch nicht von Herstellern und Experten.


    Brömel antwortet zwar zeitnah, gibt aber keine detaillierten Antorten die wirklich weiter helfen und die man nicht schon bereits kennt.


    Barnes ist da noch am besten und auch pragmatisch, aber durchaus hilfreich, aber auch nicht konkret was QL angeht.


    Alle Verweisen auf den Hersteller von QL.


    QL etc. ist also sehr oft (nicht immer) reine Zeitverschwendung, insbesondere bei einigen speziellen Kalibern. Es hilft nur Ladedaten aus den Büchern und Websites der Hersteller zu nutzen, selber zu experimentieren (kontrolliert) und messen lassen. Das Beschussamt Ulm ist zum Glück nur 5 Min. entfernt ...


    Mehr Info in Kürze!