300m und 600m Laborierung

  • Hallo zusammen,


    ich habe kurz eine Frage.
    Nachdem ich für meine Rem. 700 5R SS eine Ladetreppe für 100m erstellt habe, hab ich meine "TopLoad" bekommen.


    :wdl_rot ---Ladedaten ohne Gewähr--- :wdl_rot
    40,4 und 40,7grn schießen ziemlich Loch in Loch.
    300m hab ich versucht, der Schuss landet aber massiv zu tief und streut extrem.


    Momentan verlade ich VV N140 und Hornady Match 168grns
    OAL: 71mm
    Primer sind CCI LR


    Ich möchte gerne eine Laborierung für 300m erstellen, sowie >=600m.
    Ich habe div. Hinweise gelesen, man soll N540 nehmen...


    Wenn ich die Pressladungen aus dem Internet mal in Quickload eintippe, explodiert Quickload ;)
    Wenn ich ein anderes Pulver nehmen soll um was vernünftiges raus zu bekommen, kein Thema.


    Hat jemand Erfahrungen?

  • Und welches Glas nutzt Du auf der Remi ? Also für 300 m sollte sich doch ne Laborierung finden. 600 m gehen sicher auch mit der .308, hab ich aber keine Erfahrung mit. Da gehört dann sicher auch viel Übung und Erfahrung dazu und es spielen viele weitere Faktoren eine Rolle (Wind, Temperatur,...)
    Die einzige Erfahrungen die ich in dem Kaliber gesammelt habe, waren bei Y-Tours und ab 300 m musste man da schon deutlich überm Ziel anhalten. Da gings aber auch nicht um die 10, sondern ums umfallen. Über 300m fiel die ziemlich stark ab, so zumindest meine Erinnerung.


    Hier kannst Du ein bissl mit der Ballistik spielen.

    Gruss
    CptKinx


    :la: RCBS RCII :wdl_rot MEC Super 600 :wdl_blue: Dillon 650


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  • Ein Kollege von mir war beim Heer Scharfschütze die haben mit der .308 und einem Steyr SSG auf 600m 20cm Kreise als Vorgabe gehabt.

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  • Ein Kollege von mir war beim Heer Scharfschütze die haben mit der .308 und einem Steyr SSG auf 600m 20cm Kreise als Vorgabe gehabt.

    Wie ich bereits sagte: Es gehört sicher viel Übung und Erfahrung dazu. Hinzu kommen weitere Faktoren :D:whistling:
    Eine Ausbildung zum Scharfschützen beinhaltet genau diese Dinge. Zu meiner Zeit gab es bei der Bundeswehr sehr selten Scharfschützen, eher gab es G3 Schützen mit ZF (bei den US Streitkräften sind das die Designated Marksman). Deren Aufgabe war es unterstützend Ziele bis 400 m zu bekämpfen. Sicher ist es auch möglich Ziele auf 600 m zu bekämpfen, dann gehört aber auch ein entsprechendes Werkzeug und Zubehör dazu.
    Ich will nicht bestreiten, das geübte Schützen dies mit anderen Waffen bewerkstelligen können und sicher kann auch die 308 dies leisten.
    Echte Scharfschützen bekämpfen Ziele aber sicher erst ab 400m+ und verwenden dafür andere Kaliber als .308
    Das G22 bspw. wurde seit Gründung der Bundeswehr erstmals als reines Scharfschützengewehr eingeführt und verschiesst das Klaiber 300 win mag. Es hat sicher gute Gründe, das es kein 308 mehr ist.


    Mir fehlt hier aber auch einfach die Erfahrung. ich hatte auch kein G3 mit ZF sondern nur ne offene Visierung und da war eine Klappfallscheib auf 400 nicht immer nur Können sondern einfach auch mal Glück... :kl:

    Gruss
    CptKinx


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  • High der Kai,
    Ich schieße aus nem k98k fast ausschließlich 300m.
    Habe einen .308 - Lauf draufgemacht. Glas ist ein Leupold 12-fach mit Mildot.
    44gn N150
    167gn Lapua Scenar
    Primer Federal 210
    Triebel BR Setzmatritze.
    Triebel Halskalibriermatritze.


    Streukreis auf 300: 2 cm, wenn ich einen guten Tag habe... einen sehr guten.
    Auf 500m habe ich mal geschossen. War 15cm... aber ein mieser Tag. Es war nicht meine kleine, es war ich...
    (Meine kleine ist mein k98k).


    Gibt das einen Eindruck?


    LG
    Hrodgar


    ach so: V5 809 m/s
    ach so: alle patronen +- 0,04 gn geladen

    Bis ich in Anschlag gehe, ist Schießen pure Wissenschaft.
    Liege ich hinter meinem Gewehr, ist Schießen reines Gefühl.

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  • 300m hab ich versucht, der Schuss landet aber massiv zu tief und streut extrem.

    Wieviel ist eigentlich "massiv zu tief" ?
    Das mit dem Streuen ist natürlich blöd, das zu tief könnte man ja durch anderen Haltepunkt in den Griff bekommen.
    Ich verlade ein 174 gr Gecshoss mit 40,2 gr VVN140 in meinem Enfield 303. Damit komme ich um 710 m/s, allerdings nur auf 100m getestet.
    Vielleicht solltest Du ja mal ein etwas leichteres Geschoss und schnelleres Pulver verwenden. Für eine Distanz von 600m sind Geschwindigkeiten über 800 m/s sicher förderlich, auch was den Tiefschuss anbelangt.


    Ich zieh mich mal zurück, mir fehlt hier einfach die Erfahrung....

    Gruss
    CptKinx


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  • bei meiner Ladung sind 300m bei warmem Wetter -1,34 mil. Im Winter geht das bis -1.5 mil. Le nach Luftdruck.

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    Liege ich hinter meinem Gewehr, ist Schießen reines Gefühl.

  • Servus,
    308 - N140 - 40,2 oder 40,7 grains ist auch meine bewährte Ladung allerdings mit Nosler cc 168 grains Geschossen.
    Wenn man das Gewehr auf 100 m eingeschossen hat, fällt das Geschoss auf 300 m um c.a. 40 cm mit N 150 Pulver gar um 70 cm (mehr Pulver geht eben nicht rein)


    Hin und wieder bin ich auf einem 300 m Stand. Vor einigen Jahren machte ich einen Versuch spezielle "300 m " Ladungen herzustellen.
    Geschossgewichte von 155 - 168 - 175 grains und Pulver N 140, N540,Norma 203 B und Hodg. CFE 223, Ladungen nahe MAX. aus Ladetabelle. Es war frustrierend SK von 150 mm und mehr. Man konnte nicht einmal sagen was für ein Geschossgewicht besser flog.
    Danach nahm ich eine meiner Bewährten 100 m Ladungen. (N540/ 42 grains ist wie N 140/ 41 grains) und siehe da - schaffte ich einen SK von 23 mm bei 5 Schuss.

  • Vielleicht solltest Du ja mal ein etwas leichteres Geschoss und schnelleres Pulver verwenden. Für eine Distanz von 600m sind Geschwindigkeiten über 800 m/s sicher förderlich, auch was den Tiefschuss anbelangt.

    Im Geigentiel :D je weiter die Entfernung zum Ziel desto schwerer sollte das Geschoss sein.Hat schon seinen Grund warum die Scharfschützen für extreme Weitschüsse dicke Kaliber verwenden.

  • Danach nahm ich eine meiner Bewährten 100 m Ladungen. (N540/ 42 grains ist wie N 140/ 41 grains) und siehe da - schaffte ich einen SK von 23 mm bei 5 Schuss.

    So mache ich es auch. Ich habe meine Ladung auf 50m ermittelt und angeschossen. Erfolg wie beschrieben. Geschoßabfall, wie gesagt, im Mittel 1,4 mil, also 300m * 1,4 / 1000 = 420mm. Kannst Du auch nach Strelok ermitteln.

    Im Geigentiel je weiter die Entfernung zum Ziel desto schwerer sollte das Geschoss sein.Hat schon seinen Grund warum die Scharfschützen für extreme Weitschüsse dicke Kaliber verwenden.

    Der Luftwiderstand ist proportional zur Stirnfläche eines Geschosses. Die Masse ist poportional zum Volumen. (Bei gleichem Aufbau).
    Einfach gesagt: Doppeltes Kaliber = 4-fache Stirnfläche aber 8-fache Masse.
    Die Sniper verwenden dicke Kaliber, weil die Geschosse bei gleichem aussehen (Form, Verhältnis Länge / Durchmesser etc) überproportional mehr Masse haben. Damit behalten die einen größeren Anteil ihrer V0 auf eine bestimmte Strecke und damit einen größeren Anteil der Energie.


    Dasselbe erreicht man mit kleineren, aber länger gestreckten Geschossen. Beispiel: Das 6,5x55 SE hat sehr lange Geschosse. Bei gleicher V0 hat man allerdings eine größere treffsichere Reichweite; Also Reichweite, innerhalb derer das Geschoß überschallschnell fliegt.


    Zusammengefasst ist dieser Zusammenhang im "BC", dem "Ballistischen Koeffizienten".


    Fazit:
    1) Das Geschoß mit dem größeren BC hat die größere Reichweite (bei gleicher v0)
    2) Der größere BC kann erreicht werden durch:
    2.1 gleiche Proportionen aber größeres Kaliber.
    2.2 Längeres Geschoß bei gleichem Kaliber.
    2.3 Vorteilhaftere Geschoßform bei gleichem Kaliber und gleicher Masse. ("Windschlüpfriger")
    3) Größere Reichweite kann bei gleichem BC durch größere V0 erreicht werden.
    3.1 Größere V0 bedeutet mehr Druck im Lauf und damit mehr Schwingungen.
    3.1.1 Die Schwingungen müssen sich nicht immer negativ auswirken.


    Gruß
    Hrodgar

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  • @Hrodgar,


    vielen Dank für die klare Zusammenfassung.


    Jetzt wäre vielleicht noch eine kleine Tabelle ganz nett: Kaliber und Reichweite.


    Ich mache dafür mal ein neues Thema auf.


    Gruß
    Markus
    :wdl_rot:wdl_rot:prli::wdl_rot:wdl_rot ..... :wdl_rot

    Gruß
    Markus


    :wdl_rot:wdl_rot:prli::wdl_rot:wdl_rot ..... :wdl_rot



    Ein Staat ist immer nur so frei wie sein Waffengesetz.
    Gustav Heinemann, Bundespräsident 1969–1974

  • Jetzt wäre vielleicht noch eine kleine Tabelle ganz nett: Kaliber und Reichweite.

    Ja, könnte man machen. Aber das muß für die Kombinationen aus Luftdruck und Tempertur und für jeden Geschoßtyp gesondert gerechnet werden.
    Ich mache das einfach mit dem Strelok Ballistikrechner auf dem Handy. Der kostet nur ein paar Kopeken.


    Die Zuverlässigkeit ist sehr gut: Ich habe in einem Schießstand in einem Bergwerk geschossen. Sehr feuchte Luft, Kalt, hoher Luftdruck. das erste mal auf 500m.
    Ich habe die Waffe nach Strelok eingestellt und ne neun geschossen. Das sind 3,8 mil Geschoßabfall. 3,8 * 500 / 1000 = 1,9m. Ganz gut, oder?


    Ich habe noch keinen Weg gefunden, die Tabellen zu exportieren, leider...

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  • Ich dachte da eine Übersicht, mit welchem Kaliber man noch sinnvoll auf welche Reichweite schießen kann.
    So als Entscheidungshilfe: wenn ich auf x Meter schießen will, geht das mit Kaliber x, y, z.


    Das Bergwerk: war das Rosenberg 1?
    Da wollte ich auch schon immer mal hin.
    500 m. Oh Mann. :sab:

    Gruß
    Markus


    :wdl_rot:wdl_rot:prli::wdl_rot:wdl_rot ..... :wdl_rot



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    Gustav Heinemann, Bundespräsident 1969–1974

  • Das Bergwerk: war das Rosenberg 1?

    Ja, das war es.. suuuper.

    500 m. Oh Mann.

    Ist echt ein tolles Gefühl, die neun zu halten auf die Entfernung.... wenigstens eine Zeit lang. Bis die Konzentration abbricht. Geiles Gefühl. Die Vorstellung: Einen Suppenteller auf 500m zu treffen.

    Bis ich in Anschlag gehe, ist Schießen pure Wissenschaft.
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  • Hallo,

    für 300m nutze ich aus einer Howa 1500


    Geschoß : Hornady A-Max 155 grn

    Zünder : CCI -BR2

    Hülse : Lapua Halskalibriert

    Pulver : VV N140 44,0grn

    OAL : 73,0mm


    Kleiner Tip :

    Auf 100m Stand mit etwa 16,5 bis 17 cm Hochschuss einschiessen dann ist man auf 300 m gut auf der Scheibe.

    LG

    Andi


    Wiederlader ...eigenverantwortlich...usw.

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.