Pulverbeschichtung von Bleigeschossen

  • Moin Leute!


    Angeregt durch die quasi Ausgangssperre infolge Sars-CoV-2 habe ich mich an die Pulverbeschichtung getraut. Ich suche noch immer nach einer schnellen, effektiven und sauberen Alternative zu gefetteten Bleigeschossen. Es muß cleaner gewesen sein, der die Firma TIGER Coatings empfolen hat. Ich habe mir von da Pulver der Farbe RAL3020 (Feuerwehrrot) kommen lassen und wurde von Herrn Herrmann sehr gut beraten.



    Wie bin ich nun vorgegangen? Ich habe meine frischgegossenen Bleigeschosse im Backofen auf ca. 70°C aufgeheizt. Dann habe ich einen 1kg Joghurteimer aus Kunststoff mit den heißen Geschossen und etwas Farbpulver gefüllt und mit einem Deckel verschlossen. Nun wurde alles gründlich durchgeschüttelt. Man darf nicht zu viele Geschosse auf einmal beschichten, sonst reibt sich der Pulverlack stellenweise wieder ab. Anschließend wurden die nun schön farbigen Geschosse mittels eines Siebes vom übriggebliebenen Farbpulver getrennt und auf ein Backblech mit Butterbrotpapier geschüttet. Bei 200°C erfolgte das Finishing für 20Min. Ich bin damit schon ziemlich zufrieden und möchte gern weitere Farben bestellen. Die Schichtstärke ich vielleicht etwas ungleichmäßig, so kann ich noch etwas daran optimieren (außerdem ist so eine Nahaufnahme schon recht gnadenlos ;) )


    Sagt mal, gibt es Nachteile beim Verladen / Verschießen von kunststoffbeschichteten Geschossen mit Fettrille gegenüber solchen "ohne" und bis wohin schätzt Ihr lassen sich die aus Kugelfangblei gemachten Pillen beschleunigen?

    Wenn nicht bin ich ja mit Fettrille flexibler gegenüber "no lube groove", denn falls es mich mal wieder überkommt, kann ich die durch meine Fettpressen jagen.

    Gruß

    Michel


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  • Schaut schon gut aus, ich aber würde noch eine Messespitze hexadiagonales Bornitrid zugeben, es vermindert den Reibungswiederstand wenn die Geschoße durch den Lauf getrieben werden.

  • Das habe ich sogar da, kann ich beim nächsten Mal zugeben, Fleck.


    PS: Der von Dir gemachte kurze Pressenhebel meiner Ultramag hat sich gerade beim kalibrieren mittlerer Geschoßmengen bewährt - super Teil :) !

    Gruß

    Michel


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  • Freut mich wenns Dir passt, dann lade viel jetzt hast Du ja genügend Zeit.:la:

  • Hier mal ein Verweis auf meinen Pulverlack-Test


    Pulverlack-Test

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  • Aaaaalso gaaaaaanz wichtig ist, daß das Pulver für die Schüttelmethode auf Epoxi-Polyesterbasis besteht. Bei Tiger Coatings sind das die 009er Lacke für Innenanwendungen --> d.h. wenn Ihr Eure Pillen im Freien aufbewahrt könnte es nach einigen Monaten zu Farbveränderungen kommen 😝. Bei mir sind das Verbrauchsgegenstände...


    Epoxi-Polyesterbasis, dann schaut's so aus (ich bin ein fauler Mensch und möchte am liebsten 1000Geschosse auf einmal beschichten und nehme dafür kleine Abstriche beim Finish gern in kauf)


    Wer die von den Amis „Shake and Bake“genannte Methode anwenden mag und nur Farbpulver auf Polyesterbasis zur Verfügung hat, wird sich hiermit:

    konfrontiert sehen.


    Fertig gebacken sieht das dann so:


    aus 😡 ! Zum Vergleich einige (die feuerwehrroten) genauso behandelte Epoxi-Polyesterbasis* Geschosse.


    Nochmal zum mitmeißeln, achtet darauf, daß Euer Farbpulver für die „Shake and Bake“ Methode auf Epoxi-Polyesterbasis besteht, nehmt z.B. einen 1l Joghurt Eimer mit Deckel, füllt den zu ca. 5% mit eben diesen* Farbpulver, gebt Euere Geschosse hinzu und der Rest dürfte bekannt sein - habt Spaß damit 👍🙂!

    Ach ja, schlägt man auf die mit Farbpulver von Tiger Coating beschichteten Bleigeschosse mit einem recht ordentlichen Hammer, ergibt sich folgendes Bild:


    und mir reicht das, denn ich habe jedenfalls keinen Lauf der diesen Dingern so zusetzen dürfte 😎.


    Gruß

    Michel


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  • Kann mich über meine Pulverlack nicht beklagen.


    Geschosse beschichten?

    Gruß
    Karl-Heinz

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    Am Crimp hat es nicht gelegen....war keiner drauf.


    Egal was ich tue, für irgendjemand auf diesem Planeten ist es das Falsche.


    Neue Frage -------> Neues Thema.

  • Ich habe meine Geschosse nicht aufgewärmt!

    Das habe ich auch versucht und keinen Unterschied bemerkt - Recht hast Du 👍 !


    hier sind einige meiner 9mm- 147gr 556 Kugelfangbleigeschosse aus einer 8fach Kokille von MP (ich weiß, die sehen schlampig aus - ich hatte nur noch einen mit andersfarbigen Pulver beschmutzten Joghurteimer und auch gleich so viele Geschosse wie nur irgendwie möglich auf einmal hineingequetscht. Also schaut nicht so genau hin 🤨!

    Gruß

    Michel


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  • Ich habe gestern mal das Pulver aus der aktuellen EBay-Angebot probiert. Das geht ganz gut, wichtig ist beim Schütteln BB-Kugeln mit in den Eimer zu packen, sonst ist die statische Aufladung nicht ausreichend. Geschosse nicht entfettet, nicht vorgewärmt, nur nach dem Gießen gequencht und trocknen lassen. Backzeit 20 Min bei 180 Grad C.


    Ich hab das S-Grün probiert.


    Link zum Angebot:

    https://rover.ebay.com/rover/0…Fulk%2Fitm%2F333443900072


  • Dank holgerbusch und unklar, hat es nun endlich auch wieder geklappt mit der Eimer Methode! :tanze:

    Auf dem dritten Bild habe ich getestet, ob es besser ist die Geschosse auf Backpapier zu stellen.

    Ergebnis, eindeutig besser!:thumbsu:


    Grüße und vielen Dank für Eure Hilfe!

    Gruß:winke:

    erndi

  • Schön erndi, dass es wieder läuft.

    Lag es (offensichtlich?) am Pulver?


    Auf Backpapier ist es besser, als auf den Rost? Ich hatte das Problem, dass das Backpapier dann am Geschoss klebte.

    Sämtliche Daten ohne Gewähr. Jede Person handelt in eigener Verantwortung!

  • Auf Backpapier ist es besser, als auf den Rost? Ich hatte das Problem, dass das Backpapier dann am Geschoss klebte.

    Kommt drauf an, ob es dich stört, dass Geschosse auf dem Blech kleben. Mich hat es gestört, deshalb auch Backpapier. Hat aber auch noch nicht geklebt. Wie man sieht, bei jedem anders, wie mit den Pulvern, ob sie funktionieren oder nicht.

    Ach was Probleme: das sind lediglich Stationen auf dem Weg zur vollkommenen Weisheit! :thumbup:

  • Ich mache die Beschichtung mit flüssiger Beschichtung (also nicht in Pulverform), was mir einfacher scheint, wenn ich lese das Ihr die Geschosse einzeln aufstellt usw..


    Ich gebe die Geschosse in den Eimer, spritze nach Gefühl die Beschichtung dazu, schüttle für ca. 30 Sekunden und schütte dann die Geschosse auf einen Rost.

    Und ab in den Ofen.

    Wannimmer die Gesetzgeber sich bemühen, das Eigentum dem Volk wegzunehmen und zu zerstören oder es unter willkürlicher Macht zur Sklaverei zu zwingen, geraten sie in einen Kriegszustand mit dem Volk, das dadurch von jeglichem weiteren Gehorsam freigesprochen ist.


    John Locke (englischer Philosoph)

  • Ich finde auch das diese Art der Beschichtung einfacher ist, aussderdem kann man da noch Bornitrid zugeben welches die Gleiteigenschaften des Geschoßes erhöht und zudem den Lauf auch noch schont.