Bleigewinnung

  • Bitte berichte, mich interessiert das, da ich das noch vor mir habe!
    Grüße
    erndi

    Hallo erndi +all


    Nachdem ich gestern mein "Erstes Mal" hatte hier wie versprochen ein kurzer Bericht:


    Hab aus einer Ladung Geschossfangblei aus nem fast reinen KK-Stand gut 24 Kilo Muffins gegossen.
    Das Ausgangsmaterial war relativ rein bzw. sauber. Keinerlei Geschossmäntel (KK...) und nur wenig Gummiteile von den Matten vorm Geschossfang.


    Im Ergebnis hat alles super geklappt und lief so wie hier im Forum schon mehrfach beschrieben:
    Starker Gaskocher, großer alter Topf, mit wenig Blei anfangen, wenn das (nach ca. 15 Minuten) geschmolzen ist, weiter auffüllen, bis man alles drin hat.
    Dann hab ich drei mal hintereinander mit je einem Bienenwachs-Teelicht gefluxt: Teelicht inkl. Docht (aber ohne Hülle) in das flüssige Blei fallen lassen. Es schmilzt und entzündet sich entweder gleich selbst oder es qualmt und man kann die Gase zB mit nem Gasbrenner anzünden. Dann brennt es von alleine weiter (und qualmt dann logischerweise viel weniger). Währenddessen immer schön umrühren, damit alles hochkommt und verbrennen kann. Die verkohlten Reste kann man dann ganz gut mit einem gelochten Klos-Heber o.ä. abschöpfen.
    Nach drei Durchgängen hatte ich eine schöne spiegelähliche Oberfläche und hab das Blei dann mit ner Schöpfkelle in das Muffinblech geschöpft. Nach ein paar Minuten Abkühlzeit das Blech umdrehen, die Muffins fallen raus, und man kann es neu befüllen. Zwischendurch hab ich bei ungefähr der noch verbleibenden Hälfte des Bleis noch mal gefluxt.
    Fertig.


    Zum Qualm:
    Naja, es stinkt schon ganz schön, obwohl ich, wie gesagt, nur wenig Gummi/Plastikstücke drin hatte. Wie wenn man halt nen Autoreifen verkokelt bzw. verbrennt. Der Qualm an sich war jetzt gar nicht sooo dramatisch, aber der Geruch hängt halt für die ganze Dauer des Vorgangs (bei mir ca. 2 Stunden) in der Umgebung. Ich hatte die ganze Zeit eine Halbmaske mit Gasfiltern auf, insofern hab ich selbst so gut wie nichts davon abgekriegt. Ich denke, so ein, zwei Mal im Jahr kann man das den Nachbarn schon zumuten (habs ja auch vormittags an nem Werktag gemacht, so dass es kaum jemand mitbekommen haben dürfte), aber öfter werde ich das bei unserer großen Nachbarndichte nicht machen. Besser wäre da natürlich ein Grundstück außerhalb. Wie viel schlimmer es wird, wenn ich an die anderen Chargen Blei gehe, bei denen mehr Fremdmaterial drin ist, wird man dann sehen.


    Jedenfalls bin ich sehr happy mit dem Ergebnis und es hat Spaß gemacht! :happ:
    Kann es kaum erwarten, mit dem eigentlichen Gießen anzufangen (dauert aber noch --> Herbst/Winter).


    Viele Grüße


    E.C.


    P.S.: Kann mir jemand sagen, warum meine Muffins so eine "mondoberflächenartige" Struktur haben? Die Oberseite ist spiegelglatt, aber innen haben sich solche Blasen gebildet... :krat:

    Nur ein Narr macht keine Experimente.
    (Charles Darwin)

  • Lass beim Schmelzen ruhig eine ordentliche Schicht Dreck obendrauf schwimmen, das mindert die Oxidation des Bleis.
    Bzgl der Mondoberfläche würde ich vermuten, deine Muffinfeorm ist moch bisserl fettig. Meine kommen da glatt raus.

  • Hier sollte der Admin vielleicht mal die letzten Beiträge in ein neues Thema (Bleigewinnung o. ä.) verschieben...

    Fände ich auch gut....


    Benutzt Du die Gasflasche als Topf..?

    Ich übernehme keine Verantwortung oder Garantie für irgendwas. Jeder handelt eigenverantwortlich mit sämtlichen Informationen.

  • Lass beim Schmelzen ruhig eine ordentliche Schicht Dreck obendrauf schwimmen, das mindert die Oxidation des Bleis.

    Ok... Also dann nicht groß Dreck abnehmen sondern einfach ne Stelle frei machen und da Rausschöpfen? Dann auch gar nicht so viel fluxen?! :krat:



    Bzgl der Mondoberfläche würde ich vermuten, deine Muffinfeorm ist moch bisserl fettig. Meine kommen da glatt raus.

    Ja, das wirds wohl sein... Die Form war vorher tatsächlich ein paar Mal in Benutzung zum Backen. Das Fehlen in der Küche wurde auch noch nicht bemerkt... oh, oh,.... :we:

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  • Hier sollte der Admin vielleicht mal die letzten Beiträge in ein neues Thema (Bleigewinnung o. ä.) verschieben...

    Erledigt.

    Gruß
    Karl-Heinz

    Ich tue Recht und scheue keinen Feind.


    Jeder Wiederlader handelt eigenverantwotlich, alle Ladedaten ohne Gewähr


    Am Crimp hat es nicht gelegen....war keiner drauf.


    Neue Frage -------> Neues Thema.

  • Ok... Also dann nicht groß Dreck abnehmen sondern einfach ne Stelle frei machen und da Rausschöpfen? Dann auch gar nicht so viel fluxen?! :krat:

    Jup. So gehts meiner Meinung nach besser. Rühren ja, aber ob fluxen überhaupt was bringt, davon bin ich noch nicht überzeugt...

  • Jup. So gehts meiner Meinung nach besser.


    Ok, danke für den Tipp, dann werde ich es das nächste Mal erst mal so versuchen.




    Rühren ja, aber ob fluxen überhaupt was bringt, davon bin ich noch nicht überzeugt...


    Das mit dem Fluxen ist mir eh nicht so ganz klar:
    Soll das jetzt dazu dienen, das Blei "flüssiger" zu machen, damit Verunreinigungen leichter hoch kommen
    oder
    soll es Verunreinigungen aus dem Blei "chemisch lösen", die ansonsten gar nicht frei zum Aufsteigen verfügbar wären
    oder
    soll es dazu dienen, dass ich die Verunreinigungen verkokeln/abbrennen kann, damit ich sie als quasi Asche besser abheben kann?


    Fragen über Fragen... :ham:

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    (Charles Darwin)

  • Tante Wiki meint
    in diesem Fall Zinkbad:
    Fluxen
    Dem Spülbad schließt sich ein Flussmittelbad an. Aufgabe des Flussmittels ist es, bei der Reaktion mit dem schmelzflüssigen Zink eine letzte intensive Feinstreinigung der Stahloberfläche vorzunehmen und die Oxidhaut der Zinkoberfläche aufzulösen, sowie eine erneute Oxidation der Stahloberfläche während der Wartezeit bis zum Verzinkungsvorgang kurzzeitig zu verhindern. Ähnlich wie zum Beispiel bei Lötverbindungen, bei denen in der Regel auch Flussmittel eingesetzt werden, erhöht das Flussmittel die Benetzungsfähigkeit zwischen der Stahloberfläche und dem schmelzflüssigen Zink. Das Flussmittel besteht meistens aus einer wässrigen Lösung von Chloriden, am häufigsten einer Mischung aus Zinkchlorid (ZnCl2) und Ammoniumchlorid (NH4Cl).

    jeder muß selbst wissen, was er tut

  • Danke, das klingt doch gut! Überzeugt mich. :thumbsup:


    Werde also weiter schön fluxen, aber halt nicht mehr alles an Schmodder so rigoros abschöpfen.


    Viele Grüße


    E.C.

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  • A propos:


    Habt ihr Erfahrung und was haltet ihr von Sägemehl zum Fluxen?


    FortuneCookie45LC auf Youtube, der ja da eine ganze Reihe von Videos zum Herstellen von Geschossen gepostet hat, behauptet, es würde besser funktionieren als Wachs...


    Viele Grüße


    E.C.

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  • Hätte ich mal in chemie besser aufgepasst. Das mit dem wachs kamm sich mein schmales hirn noch vorstellen aber holz ims blei, um es sauberer zu bekommen, da wär ich nicht drauf gekommen.

    Liebe, lache, lebe :love:
    Wenns net hilft, :S
    Lade, ziele, schieße :abschi:

  • Ich hatte anfangs einen Alutopf - der ist mir aber nach kurzer Zeit durchgebrannt und die Füllung, es war zum Glück nicht mehr so viel drin, hat sich schön über den Hockerkocher verteilt ;(


    Für nen schmalen Taler hab ich eine alte Gasflsche gekauft und diese aufgeschnitten - funzt super und passt gut was rein.


    Hab Geschoss Schrott aus dem Sandkugelfang - mit Hilfe einer Katzen AA Schippe lassen die sich gut aussieben und es kommt gut was zusammen !

  • Also falls jemand aus dem Raum Ludwigsburg ne alte Gasflasche braucht... ich hab noch 3 oder 4 rumstehen :D

    Wirf die bloss nicht weg...!
    Ich kann sowas immer brauchen... :thumbup:
    Da kann man allerlei draus basteln...

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