Während ihr Geschosse gießt, behandelt ihr die Schmelze wie?

  • Hallo zusammen,

    mich interessiert mal, wie ihr beim Geschosse gießen mit der Schmelze im Topf umgeht. Hintergrund ist nämlich der, dass beide Verfahren Vor- und Nachteile haben, was die Geschossgewichtskonstanz betrifft und ob das hier bei den Selbstgießern ebenfalls aufgefallen ist und eine Relevanz hat.


    Da gibt es ja durchaus mehrere Verfahrensweisen. Den Topf Abdecken, damit wenig Sauerstoff an die Schmelze kommt. Großzügig Marvelux und/oder anderes Flussmittel zugeben und somit die Oberfläche abdecken, gegen weitere Schlackebildung. Und, das interessiert mich auch, rührt ihr in der Schmelze mehr oder weniger, auch wiederholt rum, oder lasst ihr die Schmelze von vorne bis hinten in Ruhe und gießt den Topf komplett ohne weitere Aktionen leer.

  • Wenn die Legierung auf 430 Grad ist, gebe ich Marvelux hinzu, rühre kräftig mit dem Löffel und schöpfe die Schlacke ab. Umgerührt wird alle 20 Minuten etwa. Leergießen tu ich nie, ich lege immer kleine Barren nach und rühre durch.

  • Ich habe den großen 20kg Bleiofen, der einen Deckel hat.

    Deckel bleibt während dem gesamten gießen zu.

    Vor Beginn gebe ich Marvelux hinzu, rühre kräftig um und schöpfe die Schlacke ab.

    Nach ca. 500 gegossenen Geschossen, wiederhole ich das Fluxen und rühre wieder kräftig um!

  • Ich habe meine fertigen Barren die ich nach und nach in den Gießofen gebe. Legieren tue ich beim Einschmelzen.


    Die Schmelze erhitze ich soweit, dass sie gerade so flüssig bleibt.

    Ich achte mehr auf die Temperatur meiner Kokille und hier ohne ohne Thermostat, sondern nach Gefühl und verhalten.


    ich habe viel .356 und .452 gegossen.

    Schwankungen lagen mit dieser Technik bei +- 0,3 gn


    Grüße

    Theo

    "Du bist ja ein richtiger Kampfhundstreichler!" :ohh:

  • Bisher schon sehr interessant.

    TheoBln


    Diese (geringe) Schwankung strebe ich auch an. Was aus deinen Ausführungen nicht hervorgeht, rührst du in der Schmelze, während des Gießens und fährst du den Topf leer, oder ständiges Nachfüllen, nachlegieren?

  • Ich achte mehr auf die Temperatur meiner Kokille und hier ohne ohne Thermostat, sondern nach Gefühl und verhalten.

    Ist ja interessant.

    Ich habe einen Ofen der exakt Thermostat gesteuert ist, allerdings die Kokillen Temperatur kann ich nicht so gut einschätzen.

    Wie machst das?

  • Ich habe 2 LEE Production Pötte. Aus dem einen arbeite ich, während im anderen die nächste Menge schmilzt.

    Wenn der Arbeitspott leer ist lasse ich vom anderen Pott das Blei in den Arbeits-Ofen laufen. Dann fülle ich den 2. Ofen wieder voll mit Auswuchtblei (sauber geschmolzen) + 2 Handvoll Letternblei.

    Ich arbeite mit mindestens 3 Kokillen gleichzeitig. Umrühren? Nach Schlacke abschöpfen kurz, sonst nix!

    Fertig Geschosse fliegen alle gleich gut in .30-30, .32-40, .38-55, .375 Winchester und .44-40.

    Alle Ladedaten ohne Gewähr! Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich!

  • unklar


    Ich rühre nicht und lege nach sobald der Pot nur noch 1/3 Blei enthält. Wird die Schlacke zu viel schöpfe ich diese

    ab.

    Was meinst du mit nachlegieren ?

    Legieren tue ich mein Blei vorher in einem Schmelztopf bevor ich dann die Barren gieße.



    erndi

    Ich beobachte wie lange es dauert bis das überschüssige Blei aushärtet nach dem Gießen, wie leicht sich das Abscherblech aufschlagen lässt und wie die Geschossoberfläche aussieht. wird die Oberfläche rau oder brauch das überschüssige Blei ewig zum Aushärten = Pause.

    Die drei dinge zusammen ergeben bei mir Kontinuität.


    Da man je nach Tag Lust und Laune auch mal anders drauf sein kann arbeite ich beim Gießen in Chargen. Die sagen wir mal 1500 Geschossen kommen dann mit

    Datum und Gewicht in eine Kiste.


    Grüße

    Theo

    "Du bist ja ein richtiger Kampfhundstreichler!" :ohh:

  • Die Temperatur der Kokille kann man mit Haushaltsüblichen Mitteln nicht Praktikabel messen. Die Methode wie es der Theo beschreibt ist richtig: wenn der Gussbutzen zu lange braucht um abzukühlen, ist die Kokille zu heiss. Meistens geht es dann los mit dem Verschmieren der Abscherplatte und Kokillenoberseite. Außerdem wird dann die Schnittfläche am Gussbutzen uneben. Das gegossene Geschoss zeigt durch seine Oberfläche ob die Temperatur passt. Wenn sie glänzt wie ein Spiegel und die Kanten rund sind, ist die Kokille zu kalt. Wenn sich Eisblumenmuster bilden ist sie zu heiß. Bei schweren Klickern aus vierfach Kokillen geht das mit dem Überhitzen sehr schnell. Ich benutze zum Kühlen einen kleinen Ventilator. Das Absenken der Giesstemperatur führt bei mir zu erhöhtem Ausschuss. Die Abweichung bei meinen Geschossen liegt bei 2 Grains, 0,3 habe ich noch nie erreicht.

  • unklar



    Was meinst du mit nachlegieren ?

    War ein Verschreiber nachlegen sollte es heißen.

    Finde ich richtig gut, dein Verfahren und die geringe Gewichtsdifferenz spricht da für sich. Wichtig für mich war in dem Zusammenhang zu sehen, dass du nicht in der Schmelze rührst. Hab ich bei den letzten Gussserien (da mach ich es wie du, auch nach Chargen) auch nicht gemacht, zwischen rühren und siehe da, meine Differenzen sind von ca. 1,5gr auf 0,7-1gr zurückgegangen. Scheint ja einen positiven Einfluss zu haben, die Schmelze in Ruhe zu lassen. Die Temperatur im Top ist für mich auch nicht interessant, "eben noch flüssig" ist auch meine Devise. Kokillentemperatur ja, so, dass die Geschosse sauber in jedem Detail rauskommen. Die Oberfläche sieht so aus wie ein Mittelding zwischen Hochglanz und seidenmatt. Bin anscheinend auf dem richtigen Weg zu guten Ergebnissen, was mich freut.

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